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Lilium, Volocopter und Co. Über den Stau hinweg: Mit Flugtaxen zur Verkehrsrevolution

Luftfahrtenthusiasten wollen realisieren, woran viele Ingenieure bisher gescheitert sind: elektrische Senkrechtstarter. So wollen sie den Kollaps auf den Straßen verhindern.
07.05.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Das deutsche Unternehmen könnte zu denjenigen Firmen zu gehören, die mit als erste mit Produkten in den Markt gehen. Quelle: Lilium
Flugtaxi von Lilium

Das deutsche Unternehmen könnte zu denjenigen Firmen zu gehören, die mit als erste mit Produkten in den Markt gehen.

(Foto: Lilium)

Frankfurt Es klingt nach Science-Fiction, doch sie sind der Realität näher, als viele glauben: fliegende Taxen. Das Thema Urban Air Mobility – elektrisch betriebene Flugvehikel für Strecken zwischen Metropolen oder den Verkehr im Umfeld von Städten – gilt als eines der großen Zukunftsthemen.

Die Beratungsgesellschaft Roland Berger erwartet, dass 2050 weltweit etwa 160.000 kommerzielle Flugtaxen in der Luft sein werden. Das jährliche Marktvolumen werde bis dahin auf 90 Milliarden US-Dollar steigen. Das US-Unternehmen Horizon Aircraft, das selbst einen Senkrechtstarter im Programm hat, spricht nach einer Umfrage unter Private-Equity- und Risikokapital-Firmen sogar von bis zu 200.000 Flugtaxen im Jahr 2050.

Mehr als 200 Firmen arbeiten weltweit an der Idee der neuen Flugvehikel. Ganz vorne mit dabei sind die deutschen Jungfirmen Lilium und Volocopter. Beide haben nach Einschätzungen etwa der Experten des Lufthansa Innovation Hubs das Potenzial, zu denjenigen Firmen zu gehören, die mit als erste mit Produkten in den Markt gehen.

Die Entwickler müssen vor allem eine Herausforderung bewältigen: den energiefressenden Senkrechtstart. Ein Flugzeug bekommt durch die Beschleunigung am Boden Auftrieb. Ein Senkrechtstarter muss sein komplettes Gewicht gegen die Erdanziehungskraft nach oben stemmen. Schon mit leistungsstarken Verbrennern ist das ein Vorhaben, an dem in der Vergangenheit viele Luftfahrtingenieure gescheitert sind.

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    Lilium, Volocopter und andere Luftfahrtenthusiasten weltweit wollen trotzdem versuchen, diese Grenze zu überschreiten – und das auch noch elektrisch. Zwar bezweifeln Luftfahrtkenner, dass die Flugvehikel schon ab 2023 einsatzfähig sein werden, wie es etwa Volocopter aus Karlsruhe plant. Selbst 2025 – bis dahin will Lilium seinen Service in mehreren Städten aufbauen – gilt als äußerst ambitiös. Doch dass fliegende Taxen in absehbarer Zeit Teil des Luftverkehrs sein werden, dürfte feststehen.

    Thema Nachhaltigkeit setzt Mobilitätsbranche unter Druck

    Das hat mehrere Gründe: Zum einen wird sich die Mobilität in den kommenden Jahren verändern. Die Menschen wollen kombinierte Angebote über mehrere Verkehrsträger, die einfach zu buchen sind. „Unser Ziel ist die perfekte Mobilitätslösung für den Weg von A nach B, die jeder einfach per Handy abrufen kann. Wir wollen Teil dieser Lösung sein“, sagt Volocopter-Chef Florian Reuter.

    Zum anderen steht die Luftfahrt beim Thema Nachhaltigkeit unter einem erheblichen Druck, Alternativen für die Verbrennertechnologie zu finden. Flugtaxifirmen gelten hier als wichtige Treiber. Sie können anders als etwa die großen börsennotierten Flugzeughersteller über einen längeren Zeitraum an neuen und bahnbrechenden Innovationen arbeiten.

    Grafik

    Bei Airbus oder Boeing würden wahrscheinlich schnell die Investoren gegen solche Mammutvorhaben aufbegehren. Sie kosten viel Geld und vielleicht auch die Dividende. „Wir wollen über die Zeit CO2-freies Fliegen für jeden zugänglich machen“, sagt Daniel Wiegand, Mitgründer und Chef von Lilium.

    Für den Standort Deutschland ist die neue Generation der Luftfahrtingenieure bei den Flugtaxifirmen eine wichtige Bereicherung. Das Land hat eine große Historie im Flugzeugbau, doch es ist lange her, dass hierzulande ein komplett neues ziviles Flugvehikel entwickelt und gebaut wurde. Der frühere Airbus-Chef Tom Enders, der seit Kurzem im Verwaltungsrat von Lilium sitzt, bringt das so auf den Punkt: „Diese Art des Pioniergeistes, der Innovation und des unternehmerischen Mutes hat mich schon immer fasziniert.“

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