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Open Super Q In Jülich entsteht der erste europäische Quantencomputer

Im Herbst soll der erste Quantencomputer in Betrieb genommen werden. Bosch, Zeiss, Trumpf und Astra-Zeneca zählen zu den ersten Kunden des Projektes.
07.05.2021 Update: 13.05.2021 - 16:00 Uhr Kommentieren
Bis 2023 will die Bundesregierung zwei eigene Quantencomputer in Betrieb nehmen. Quelle: IBM
Quantencomputer von IBM

Bis 2023 will die Bundesregierung zwei eigene Quantencomputer in Betrieb nehmen.

(Foto: IBM)

Düsseldorf Der Plan der Bundesregierung ist klar: Zwei eigene Quantencomputer sollen her, technisch auf Augenhöhe mit den Rechnern von Google, IBM und Co. Über zwei Milliarden Euro will die Regierung für die Entwicklung im Rahmen des Förderprogramms „Roadmap Quantencomputing“ zur Verfügung stellen.

Spätestens 2023 sollen die Rechner in Betrieb genommen werden. Im nordrhein-westfälischen Jülich will man nicht so lange warten.

„Wir werden im Herbst die erste von drei Ausbaustufen unseres Quantencomputers im Forschungszentrum Jülich an den Start bringen“, sagt Frank Wilhelm-Mauch. Der Quantenphysiker koordiniert das Projekt „Open Super Q“ des Forschungszentrums.

Hinter Open Super Q verbirgt sich eine Initiative bestehend aus Universitäten, Start-ups und Mittelständlern aus Deutschland, Schweden, Spanien, der Schweiz und Finnland. Ihr Ziel: ein Quantencomputer aus europäischer Produktion. In Jülich entsteht der erste Rechner dieser Art, der keinerlei Komponenten von US-Unternehmen beinhalten wird.

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    Die komplette Hardware und Großteile der Software liefern die Projektpartner zu. Bislang entstehen Quantencomputer vor allem in den USA oder China. „Mit Open Super Q wollen wir Quantencomputer in Europa von der Grundlagenforschung in die angewandte Forschung überführen“, sagt Wilhelm-Mauch.

    Erste Kunden sind Bosch, Zeiss, Trumpf und Astra-Zeneca

    Wenn die Quantencomputer in Jülich in Betrieb genommen werden, sollen Unternehmen über eine Cloud auf sie zugreifen können. Bosch, Zeiss, Trumpf und Astra-Zeneca zählen zu den ersten Kunden.

    Finanziert wird das Vorhaben unter anderem vom „Quantum Flagship“, einer Quantencomputer-Förderinitiative der Europäischen Union, und der schwedischen industriellen Familie Wallenberg. Insgesamt kommen etwa 40 Millionen Euro zusammen.

    Wilhelm-Mauch ist zuversichtlich, dass die ersten Ausbaustufen mit sieben und 17 Qubits zum angepeilten Termin im Herbst ans Netz gehen können. „Anschließend hoffen wir, dass wir zeitnah unseren Quantencomputer mit 50 Qubits in Betrieb nehmen können.“
    Die Qubits sind das magische Element, das Quantencomputern schier unendliche Rechenkraft verleiht. Im Gegensatz zu den Bits in herkömmlichen Rechnern unterliegen Qubits nicht einer binären Ordnung. Bedeutet: Während ein Bit nur einen 0- oder einen 1-Zustand einnehmen kann, können sich Qubits gleichzeitig in beiden Zuständen befinden. Normale Computer rechnen sequenziell, Quantencomputer simultan.

    Fokus Materialforschung

    Mit 50 Qubits wird der Rechner in Jülich zwar nicht in der ersten Liga mitspielen. IBM will bald einen Rechner mit über 120 Qubits in Betrieb nehmen. Doch die reine Qubit-Anzahl ist für Wilhelm-Mauch ohnehin zweitrangig.

    Der Fokus liege auf der Weiterentwicklung von Komponenten, Materialien und Metallen. Schon jetzt sei klar, dass für eine höhere Anzahl von Qubits neue Materialien in den Rechnern verbaut werden müssen.

    „Und in der Materialforschung zählt Deutschland zu den führenden Nationen“, sagt Wilhelm-Mauch.

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