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Radiologie Software könnte bald den Arztbrief schreiben

Die systematische Auswertung von MRT- oder CT-Bildern könnte die medizinische Diagnose revolutionieren. Noch sind nicht alle Ärzte überzeugt.
07.05.2021 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die Zukunft ist digital – auch in der Arztpraxis. Quelle: E+/Getty Images
Röntgenaufnahme auf Tablet

Die Zukunft ist digital – auch in der Arztpraxis.

(Foto: E+/Getty Images)

Düsseldorf Radiologen sind auf die Datenanalyse spezialisiert. Ein Radiologe kann sich zum Beispiel das vielfach vergrößerte MRT-Bild eines Kopfes ansehen und daraufhin einen millimetergroßen Tumor sicher diagnostizieren. Aber: Seine Einschätzung spricht der Arzt anschließend meist frei in ein Diktiergerät. Manchmal ist seine Interpretation zwei Sätze lang, manchmal füllt sie mehrere Seiten.

Verschiedene Unternehmen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Radiologie-Software für die standardisierte medizinische Beschreibung von Befunden zu entwickeln. Das Münchner Unternehmen Smart Reporting hat im vergangenen Jahr eine Finanzspritze von 15 Millionen erhalten.

Das Heidelberger Unternehmen Mint Medical, ebenfalls auf strukturierte Radiologiesoftware spezialisiert, wurde im März von dem Medizinsoftware-Unternehmen Brainlab aufgekauft. Auch neue Anbieter drängen auf den Markt, wie das Unternehmen Neo-Q mit seiner Software Radio Report.

Das Prinzip der Software ist bei allen drei Anbietern ähnlich: Der Arzt diktiert nicht mehr, sondern wird durch Textbausteine geführt. Dadurch werden einheitliche Standards bei der Beschreibung von Befunden erreicht. In einem zweiten Schritt kann eine KI-Software mit den strukturierten Daten trainiert werden.

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    So ist es zum Beispiel möglich, weltweit eine Datenbank für seltene Befunde aufzubauen. Auch ein unerfahrener Arzt kann dann einen kaum erforschten Herzfehler sicher diagnostizieren. „Es herrscht in der wissenschaftlichen Literatur Einigkeit darüber, dass die strukturierte Befundung zu einer großen Qualitätssteigerung und zu mehr Effizienz führt“, sagt Wieland Sommer, Gründer von Smart Reporting.

    Aber noch nicht alle Ärzte sind überzeugt. Erfahrene Radiologen monieren, dass sie den Befund schneller über ein Diktiergerät aufsprechen, als sich durch die Textbausteine einer Software zu klicken. Jan Wintzer, CEO von Neo Q, ist hier aber optimistisch: „Pilottests haben gezeigt, dass Radiologen mit der Software nach zehn Durchläufen schneller sind“, sagt er. Er geht davon aus, dass im Jahr 2027 jeder zweite deutsche Radiologe seine Befunde mithilfe einer Software erstellen wird.

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