Spaltfüller-Lösung Henkel entwickelt Klebstoff für die E-Mobilität

Klebstoff wird für in der Produktion von E-Autos immer wichtiger.
Düsseldorf Können deutsche Unternehmen Weltmarktführer in der E-Mobilität werden? Zumindest beim Verkleben der Bauteile erhofft sich die Wirtschaft eine Poleposition.
Der Konsum- und Klebstoffkonzern Henkel hat einen silikonfreien flüssigen Wärmedämmstoff entwickelt, der in Batterien von Elektroautos zum Einsatz kommt.
Das Produkt wird zwischen dem Batterieunterboden und dem Batteriegehäuse flüssig aufgetragen und sorgt für ein ausgewogenes Wärmemanagement. „Bergquist Gap Filler“ nennt sich die innovative Spaltfüller-Lösung.
Bei dem Gap-Filler handelt es sich um ein zweikomponentiges Material, das zwischen Batterieunterboden und Gehäuse flüssig appliziert wird, bei Raumtemperatur aushärtet und dann verpresst wird. Der Gap-Filler leitet die Wärme aus den Lithium-Ionen-Batterien mit einer starken thermischen Leistung zum Kühlsystem und ermöglicht es damit den Herstellern, größere Akkupacks zu verbauen und so die Reichweiten der Fahrzeuge zu steigern.
Pro Batteriepack werden bis zu fünf Liter Gap-Filler eingesetzt. Da Batterien mitunter aber auch gewartet oder ausgetauscht werden müssen, verweist Henkel auf die „geringe Abzugskraft“ der Lösung.
Henkel hat den Spaltfüller speziell für einen deutschen Autohersteller entwickelt, der nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren rund zehn Millionen Elektrofahrzeuge produzieren will. Industrielle Klebstoffe sind meistens maßgeschneidert für die Kundenwünsche.
Gleichwohl hofft Henkel auf weitere Abnehmer in der Automobilbranche, für die der Spaltfüller modifiziert werden könnte.
Das prognostizierte wirtschaftliche Potenzial ist groß: Laut dem Analysehaus IHS Markit erreichte der Absatz von batterieelektrischen Fahrzeugen und anderen Elektrofahrzeugen im vergangenen Jahr fast 2,5 Millionen Stück und soll Berechnungen zufolge allein im Jahr 2021 um etwa 70 Prozent steigen.
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