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Innovationweek

Handelsblatt Innovation Summit „Ich lebe beim Notar“: Bürokratie und Fachkräftemangel bremsen deutsche Gründer

Die Wirtschaft lebt von Innovationen. Trotz erfolgreicher Gründungen und Forschung liegt für die deutsche Start-up-Szene aber noch einiges im Argen.
09.05.2021 - 18:09 Uhr Kommentieren
Der Chef von Getyourguide klagt: „Ich lebe beim Notar.“ Quelle: GetYourGuide
Johannes Reck

Der Chef von Getyourguide klagt: „Ich lebe beim Notar.“

(Foto: GetYourGuide)

Düsseldorf Ein Jahr Corona-Pandemie zeigt: Not macht erfinderisch. Erfindungen können Leben retten und den Alltag erleichtern. Dabei schneiden deutsche Unternehmen im globalen Innovationsvergleich typischerweise gut ab: So stammt etwa das Start-up Biontech, das einen der ersten mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 entwickelt hat, aus Mainz. 2020 erzielte Deutschland gar den ersten Platz im viel beachteten Bloomberg-Innovationsindex.

Frische Ideen sind ein wesentlicher Faktor für die Wirtschaftskraft eines Landes. Dazu tragen auch Firmengründer bei. Johannes Reck etwa begann mit seinem Unternehmen, der Tourismusplattform Getyourguide, im Jahr 2009, „als Start-ups noch in den Kinderschuhen waren“, wie er beim Handelsblatt Innovation Summit berichtete.

Heute zählt das Unternehmen, das Ausflüge, Erlebnisse und Veranstaltungen vermittelt, mit einer Bewertung von mehr als einer Milliarde US-Dollar zu den sogenannten Einhörnern. Die Kassen sind gut gefüllt. Allein die Finanzierungsrunde im Jahr 2019, angeführt vom japanischen Technologieinvestor Softbank, brachte 484 Millionen Dollar ein .

Aber längst nicht alle Start-ups haben derart großzügige Geldgeber. Viele scheiterten an mangelnden finanziellen Mitteln, sagte Hendrik Brandis, Partner beim Wagniskapitalgeber Earlybird, beim Innovation Summit. Er ist überzeugt: Deutschland muss mehr Geld für Innovationen ausgeben, „um wirtschaftliche Prosperität zu schaffen“.

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    Dabei sind die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den vergangenen Jahren bereits auf Rekordhöhe gestiegen. Im Jahr 2019 hat die deutsche Wirtschaft nach Angaben des Stifterverbands 76 Milliarden Euro, investiert. Das waren knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen 23 Milliarden Euro für Auftragsforschung. Im Verhältnis zur gesamten Wirtschaftsleistung sei das aber noch immer zu gering, sagte Brandis.

    Getyourguide-Chef Reck sorgt sich dagegen vor allem um den Fachkräftemangel und die bürokratischen Hürden für Unternehmensgründer. Deutschland habe „nicht genug Softwareingenieure, um die innovativen Ideen auszuführen“, sagte er. Es fehle eine Strategie, um diese Talente nach Deutschland zu holen.

    Eine Studie des Meinungsforschungsportals Statista ergab, dass im vergangenen Jahr 70 Prozent der befragten Unternehmen einen Mangel an IT-Experten beklagten. Insgesamt gab es 86.000 offene Stellen.

    Das größte Ärgernis ist für Reck aber die Bürokratie. Dass der Koalitionsausschuss von CDU, CSU und SPD daran arbeite, „die Wirtschaft zu stärken, von Bürokratie zu entlasten und die hohen geltenden Standards zu erhalten“, spürt der Gründer nicht. „Ich lebe beim Notar“, sagte er. Allein im vergangenen Jahr sei er vier Mal dort gewesen.

    Mehr: Getyourguide-Chef Johannes Reck: „Google behindert Innovationen“ 

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