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Innovationweek

Handelsblatt Innovation Summit Trumpf-Chefin: „Wir müssen China mehr Mut und Aufbruchsgeist entgegensetzen“

Im Interview erklärt Nicola Leibinger-Kammüller, was Deutschland bei Innovationen von China und den USA lernen kann und wovon sie Annalena Baerbock überzeugen will.
09.05.2021 - 18:09 Uhr 2 Kommentare
„Grundsätzlich ist es immer gut, auf Menschen zuzugehen und sie für die eigenen Ideen gewinnen zu wollen.“ Quelle: Trumpf
Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller

„Grundsätzlich ist es immer gut, auf Menschen zuzugehen und sie für die eigenen Ideen gewinnen zu wollen.“

(Foto: Trumpf)

Düsseldorf China drängt mit Macht in immer mehr Technologiefelder vor. Nicola Leibinger-Kammüller empfiehlt deutschen Unternehmen, der Offensive mit „mehr Mut und kämpferischem Aufbruchsgeist entgegenzutreten“, wie die Chefin des Laserspezialisten Trumpf auf dem Handelsblatt Innovation Summit sagte.

Von der Politik erwartet die Familienunternehmerin mit CDU-Parteibuch, die Steuern zu senken, um Firmen und Bürgern mehr Handlungsfreiheit zu geben. Angst vor einer grünen Bundesregierung hat Leibinger-Kammüller nicht. Aber sie will auf keinen Fall einen Staat, der den Firmen vorschreibt, „in welche Richtung wir forschen und entwickeln sollen, welche Innovationen wir anzugehen haben“. Das könnten die Unternehmen selbst am besten entscheiden.

Frau Leibinger-Kammüller, Chinas Griff nach der Technologieführerschaft ist der kühle Griff eines autoritären Staates. Können wir dennoch etwas von China lernen?
Schnelligkeit, Pragmatismus, Effizienz. Auch die Bereitschaft, Fehler zuzulassen.

Was meinen Sie damit konkret?
Unsere hohen technischen Ansprüche stehen uns auch in unserer Firma manchmal im Weg. Wir könnten noch schneller Produkte auf den Markt bringen, die vielleicht nur die notwendigen 80 Prozent der Leistung bringen und nicht 110 Prozent.

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    Und was braucht es noch?
    Wir wollen niemals Chinas System adaptieren. Aber China hat einen Plan, und der scheint zu funktionieren. Dem müssen wir etwas entgegensetzen: mehr Mut und einen kämpferischen Aufbruchsgeist.

    Wenn wir auf die andere Seite schauen: Was können wir von den USA lernen?
    Den Optimismus. Das sieht man jetzt in den schwierigen Zeiten. Die Amerikaner vermitteln ihren Kindern von klein auf, dass sie an sich glauben. Wir sind dagegen die Weltbedenkenträger, sehen bei noch nicht ganz ausgereiften Produkten oder Prozessen eher das Schlechte als die Möglichkeit, dass daraus etwas Gutes werden kann.

    Zur politischen Lage in Deutschland: Die Grünen sind im Höhenflug mit Annalena Baerbock. Ihr Wahlprogramm ist geprägt vom starken Staat. Haben Sie als Unternehmerin Angst vor den Grünen?
    Nein, Angst ist auch kein guter Ratgeber. Das Programm der Grünen steht meinen Idealen an vielen Stellen diametral entgegen. Ich sehe schon den Staat als Schutz für die Bürger in einem ordnungspolitischen Rahmen, aber ich will keine Eingriffe, die in eine Art Planwirtschaft führen. Die Regierung soll uns die Freiheit lassen, so zu denken und zu handeln, wie wir es möchten. Also bitte keinen Staat, der uns vorschreibt, in welche Richtung wir forschen und entwickeln sollen, welche Innovationen wir anzugehen haben. Das können wir nämlich selbst am besten entscheiden.

    Sie haben einmal gesagt, wir werden Angela Merkel noch nachtrauern. Sie hatten guten Zugang zur Kanzlerin. Sind Sie denn auch schon auf Annalena Baerbock zugegangen?
    Bislang nicht, aber wir sollten die Kirche jetzt auch im Dorf lassen. Sie sprachen von einem Höhenflug: Jetzt warten wir erst einmal auf den September. Und dann hoffe ich, dass sich CDU und CSU am Riemen reißen und wir ein Wahlergebnis sehen werden, das mir besser gefällt, als es die aktuellen Umfragen nahelegen.

    „Nichts mögen die Bürger weniger als Uneinigkeit“

    Und wenn die CDU verliert?
    Grundsätzlich ist es immer gut, auf Menschen zuzugehen und sie für die eigenen Ideen gewinnen zu wollen. Wir müssen Einblicke in das unternehmerische Leben geben. Das haben wir in Baden-Württemberg gemacht mit Winfried Kretschmann, der sehr zugänglich war. Und wenn es an der Zeit ist, werde ich natürlich mit Annalena Baerbock zu sprechen versuchen, wenn dies gewünscht ist. Auch um sie davon zu überzeugen, dass ihre Partei in manchen Dingen auf dem falschen Weg ist.

    Was ist aus Ihrer Sicht das Problem von CDU und CSU?
    Die Schwesterparteien sind aus bekannten Gründen nicht geschlossen. Zudem braucht es ein Programm mit den zehn wichtigsten Punkten, die sie gemeinsam angehen wollen. Ich finde es gut, dass um die Kanzlerkandidatur gerungen wurde. Aber da diese nun entschieden ist, hat man sich hinter den gewählten Kandidaten zu stellen. Das ist oberste Parteienpflicht.

    Stattdessen gab es einen öffentlichen Machtkampf …
    Nichts mögen die Bürger weniger als Uneinigkeit. Das unterscheidet sich nicht von einer Firma. Wenn sich die Geschäftsleitung streitet, verunsichert das Kunden und Belegschaft – vor allem in diesen schwierigen Zeiten. Man kann in der Sache streiten, aber es braucht am Ende Geschlossenheit. Und wie gesagt: ein überzeugendes Programm.

    Finden Sie den Kurs der Union denn überzeugend?
    Was ich in den letzten Tagen von Armin Laschet gehört habe, gefällt mir sehr gut. Das geht in die richtige Richtung.

    Hätten Sie trotzdem lieber Markus Söder als Kanzlerkandidat gesehen?
    Sie haben beide ihre Vorteile. Aber ich kann mir vorstellen, dass das ausgleichende, gewinnende Wesen von Armin Laschet von Vorteil sein kann – vielleicht auch das sympathische Rheinländische.

    Wie sehen Sie seine Chancen?
    Wenn er jetzt so weitermacht, die Mannschaft hinter sich kriegt, wenn das Gezanke aufhört, dann hat er gute Chancen. Er kann Menschen für sich gewinnen. Er hat eine super Mannschaft, auch in NRW. Das ist ein Zeichen für gute Führung.

    Was ist Ihre Wunschkonstellation, wie sollte die Wahl ausgehen?
    Schwarz-Gelb.

    Warum Gelb?
    Wegen der Ordnungspolitik und der Ansätze der FDP für Freiheit, Verteidigung des Eigentums, Selbstbestimmtheit, unvoreingenommenes Denken – keinen „geistigen Mietendeckel“, wie ihn die Grünen bei vielen Themen wollen.

    „Die meisten Steuern kommen aus einer florierenden Wirtschaft“

    Sie haben den Mietendeckel genannt, gibt es noch weitere Beispiele?
    Zu hohe Steuern lähmen die Menschen, genau wie zu viel Bürokratie und zu starre Arbeitszeiten.

    Aber ohne die hohen Steuereinnahmen hätten wir uns jetzt die milliardenschweren Wirtschaftshilfen gar nicht leisten können?
    Ja, aber die meisten Steuern kommen aus einer florierenden Wirtschaft. Man kann die Bürger entlasten, wenn man gleichzeitig Subventionen und Zuschüsse streicht. Das muss Hand in Hand gehen. Die Schweizer haben beispielsweise geringere Steuern, aber auch weniger Subventionen. Das ist das alte Kirchhof-Modell, das mir gut gefällt. Das finde ich in Teilen bei der FDP.

    Einer FDP mit Christian Lindner an der Spitze?
    Man kann Christian Lindner nicht ein hohes Maß an Intelligenz absprechen, oder?

    Dafür ist er aber ziemlich unter Druck geraten.
    Klar, mir wäre es auch lieber gewesen, er wäre in die letzte Regierung gegangen. Das hat er aus bestimmten Gründen nicht getan. Aber in den letzten Monaten hält sich die FDP ganz gut.

    Nicht dass Sie noch zur FDP wechseln.
    Ich bleibe CDU-Mitglied. Ich bin treu. Ich fände es auch schäbig, wenn eine Partei mal in Schwierigkeiten kommt und man deshalb gleich die Segel streichen würde.

    Frau Leibinger-Kammüller, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Gastbeitrag von Nicola Leibinger-Kammüller zur Zukunft der Marktwirtschaft: Mit Kant gegen China

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    2 Kommentare zu "Handelsblatt Innovation Summit: Trumpf-Chefin: „Wir müssen China mehr Mut und Aufbruchsgeist entgegensetzen“"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Endlich mal jemand, der sich nicht vorbehaltlos auf Baerbock freut.

    • NUR, FLOSKEL UND FRASEN....

      WAHNSINN....

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