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Innovationweek

Handelsblatt Innovation Summit Wachstumsfinanzierung bleibt für deutsche Gründer schwierig

Eine Expertenrunde zeigt: In den ganz frühen Unternehmensphasen der Start-ups gibt es genügend Geld. Doch bei der Expansion geht den europäischen Fonds oft die Puste aus.
09.05.2021 - 18:07 Uhr Kommentieren
Der Gründer des Wagniskapitalfinanzierers Lakestar will den Amerikanern das Geschäft mit den Börsenmänteln nicht überlassen. Quelle: Lakestar
Klaus Hommels

Der Gründer des Wagniskapitalfinanzierers Lakestar will den Amerikanern das Geschäft mit den Börsenmänteln nicht überlassen.

(Foto: Lakestar )

Düsseldorf Die Kapitalbeschaffung für junge Unternehmen ist heute in Deutschland sehr viel einfacher als noch vor zehn Jahren. Vor allem bei der Finanzierung der frühen Unternehmensphasen hat sich die Lage entspannt. Nach wie vor problematisch ist aber die Finanzierung der Wachstumsphasen der Start-ups, wenn sie beispielsweise neue Märkte erschließen oder ins Ausland expandieren wollen. Das ist das Fazit der Diskussionsrunde „Unboxing Capital – Wie Innovationen finanziert werden können und sollten“ beim Handelsblatt Innovation Summit.

In den 60er- und 70er-Jahren sei der ganze Mittelstand, der uns heute reich mache, von Banken finanziert worden, sagte Klaus Hommels, Gründer des Wagnisfinanzierers Lakestar. Heute dagegen werde kein einziges Unternehmen, dass in 20 Jahren Teil des Mittelstands sein wird, von einer Bank finanziert, weil die Kreditinstitute das wegen der veränderten regulatorischen Rahmenbedingungen gar nicht mehr könnten. Deshalb sei Venture-Capital heute der einzige Kapitaltopf, auf den man setzen müsse, um in Zukunft immer noch mittelständische Unternehmen zu haben, so Hommels.

In der Frühphase der Start-ups brauche man das Kapital für den Aufbau der Unternehmen, später müsse man Gelder geben, damit die Firmen nicht auf Finanzierungsquellen aus den USA angewiesen seien. Hendrik Brandis, der Mitgründer und Partner bei Earlybird Venture Capital, schätzt die Angebotslücke beim Wachstumskapital in Deutschland auf vier bis fünf Milliarden Euro jährlich. Nach Ansicht vieler Experten fehlen in Deutschland und Europa vor allem milliardenschwere Venture-Capital-Fonds, die auch dreistellige Millionenbeträge stemmen könnten.

Jeannette zu Fürstenberg, Gründungspartnerin beim Venture-Capital-Fonds La Famiglia, warf die Frage auf, wie man die „gesamtgesellschaftliche Teilhabe“ am Wachstum, das gerade insbesondere im Technologiesektor stattfinde, sicherstellen könne. In den USA werde Risikokapital maßgeblich von den Pensionsfonds bereitgestellt, in Europa gebe es dagegen vergleichsweise wenige institutionelle Geldgeber für die Fonds. Hier müsse man Wege finden, um eine breitere Investorenbasis zu schaffen.

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    Allerdings gehe es bei Venture-Capital nicht um die Finanzierung disruptiver Technologien. Vielmehr wolle man der Industrie durch neue Ideen der Start-ups frischen Wind in die Segel geben, erklärte Rahmyn Kress, Managing Partner beim Finanzierer Human Capital Network. Geld sei Zukunftsgestaltung, deshalb müsse man schauen, dass solche Geschäftsmodelle finanziert werden, die Verantwortung für die späteren Generationen zeigen, beantwortete die Expertin zu Fürstenberg eine Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung der Risikokapitalgeber.

    Der Wagnisfinanzierer Hommels sieht aktuell auch große Chancen für eine innovative Unternehmensfinanzierung durch sogenannte Special Purpose Acquisition Companies – abgekürzt Spacs. Diese zunächst leeren Börsenmäntel suchen nach dem Börsengang nach lukrativen Übernahmekandidaten. Das Thema hebe in den USA ab, es gebe dort rund 400 bis 500 Spacs, von denen sich 70 bis 80 überlegten, auch europäische Firmen zu kaufen. Das sei ungefähr so, als läge Europa auf dem Wühltisch bei Woolworth.

    Damit habe er sich nicht abfinden wollen und in diesem Jahr einen eigenen Spac in Frankfurt lanciert, erklärte Hommels seine Motivation. Zusammen mit der Deutschen Börse wolle er eine Welle auslösen, damit in zehn bis 15 Jahren vielleicht 40 bis 50 europäische Spacs entstehen.

    Mehr: Boom der Börsenmäntel: Wie Europas Finanzmetropolen um Spacs wetteifern

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