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Innovationweek

Orderchamp und Ankorstore Diese neuen Plattformen helfen kleinen Einzelhändlern in der Coronakrise

Vielen Händlern fehlt durch den Lockdown das Kapital, um neue Ware zu kaufen. Zwei Start-ups wollen dieses Problem lösen – und bekommen dafür Investorengeld.
06.05.2021 - 07:00 Uhr Kommentieren
Die Gründer von Orderchamp wollen den Einkauf kleiner Händler stärker digitalisieren. Quelle: Orderchamp
Max Verduyn, Joost Brugmans und Menno Wolvers (v.l.n.r)

Die Gründer von Orderchamp wollen den Einkauf kleiner Händler stärker digitalisieren.

(Foto: Orderchamp)

Düsseldorf Kurz vor dem Ausbruch der Coronakrise hat der Niederländer Joost Brugmans ein Handelsunternehmen gegründet. Aber die Pandemie ist für ihn keine Umsatzbremse – im Gegenteil: Sie treibt ihm neue Kunden zu.

Denn seine Plattform Orderchamp bringt kleine Einzelhändler und Markenhersteller zusammen. Und da die Händler hier flexibel in kleinen Mengen und mit langen Zahlungszielen ihre Ware ordern können, hilft er ihnen, in den schwierigen Zeiten die Liquidität zu schonen. Mit Erfolg: Knapp zwei Jahre nach der Gründung kaufen bereits 30.000 Einzelhändler in Europa über Orderchamp ein.

Nun geht Brugmans die nächste Stufe der Expansion an. Wie an diesem Donnerstag bekannt wurde, haben Investoren dem niederländischen Unternehmen 16,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um insbesondere im wichtigen deutschen Markt zu wachsen.

Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom Risikokapitalgeber Prime Ventures, der bereits in das E-Commerce-Unternehmen Just Eat Takeaway (Lieferando) investiert hat. Bestehende Investoren wie henQ und eine Reihe von Business-Angels beteiligen sich ebenfalls.

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    Orderchamp will nun ein Büro in Berlin eröffnen und hierzulande die ersten Mitarbeiter einstellen. Bereits 4000 deutsche Händler sind Kunden von Brugmans und seinen Mitgründern Max Verduyn und Menno Wolvers; 300 deutsche Marken vertreiben ihre Produkte über die Plattform. Das will das Start-up jetzt schnell ausbauen.

    Damit dürfte es im deutschen Markt zu einem spannenden Zweikampf von zwei Plattformen mit relativ ähnlichem Ansatz kommen. Denn im vergangenen Jahr bereits ist das französische Unternehmen Ankorstore hierzulande gestartet, das ebenfalls kleine Einzelhändler mit Markenherstellern verbinden will.

    Ankorstore verlangt wie Orderchamp nur einen geringen Mindesteinkaufswert von 100 Euro und bietet ein Zahlungsziel von bis zu 60 Tagen. Auch die Franzosen haben für dieses Geschäftsmodell vor Kurzem von Investoren 20 Millionen Euro erhalten.

    Spezialisierte Alternativen zu Amazon

    „Wir glauben seit Langem an Plattformen, die unabhängigen Marken und Einzelhändlern helfen, unter gleichen Bedingungen mit Handelsgiganten zu konkurrieren“, sagt Martin Mignot, Partner beim Finanzinvestor Index Ventures, der in Ankorstore investiert hat. Diese Plattformen bündeln die Nachfrage und können so auch kleinen Händlern gute Einkaufskonditionen bieten – selbst wenn diese nur kleine Mengen einkaufen können.

    Viele dieser Plattformen haben sich auf spezielle Produktkategorien spezialisiert, etwa Baumaschinen, chemische Grundstoffe, Werkzeuge oder Büromaterial. Auf diese Weise hoffen sie, mit gezieltem Service und einer höheren Sortimentstiefe in der Konkurrenz zu Amazon bestehen zu können.

    Der US-Riese zielt mit Amazon Business ebenfalls auf den digitalen Beschaffungsmarkt für Unternehmen, der in Deutschland schon auf 250 Milliarden Euro geschätzt wird. Ankorstore und Orderchamp dagegen sprechen gezielt kleine Händler als Kunden an.

    Grafik

    Orderchamp setzt in diesem Konkurrenzkampf stark auf den Einsatz von Technologie, speziell von Künstlicher Intelligenz. „Wir haben unsere eigenen Algorithmen entwickelt und bieten den Händlern personalisierte Produktempfehlungen an, die auf den gesammelten Daten und dem Kaufverhalten unserer Kunden basieren“, erklärt Brugmans.

    Maschinelles Lernen werde auch dazu eingesetzt, die Zahlungsbedingungen für die Händler flexibel dem tatsächlichen Risiko anzupassen und so die Grenzen im Einzelfall stärker auszudehnen, als es traditionelle Banken tun.

    Ein Teil des frischen Kapitals werde dazu genutzt, diese Technologie weiter auszubauen, so Brugmans. Das ist auch einer der wesentlichen Gründe für Prime Ventures, in Orderchamp zu investieren. „Der traditionelle Großhandel ist sehr fragmentiert und nicht besonders innovativ“, sagt Thijs Emondts, Inhaber bei dem Wagniskapitalgeber.

    Bei Orderchamp lobt er die „herausragende datenbasierte Technologie“ und die Tatsache, dass die Plattform ihr Sortiment kuratiert, also nicht jede Marke ins Programm aufnimmt, sondern nur die, die zum Angebot passen.

    Und das können durchaus auch kleinere und bisher unbekanntere Marken sein. Einen Schwerpunkt legt Orderchamp dabei auf Hersteller, die bestimmte Qualitätskriterien wie handgemacht, bio, nachhaltig oder soziale Verantwortung erfüllen. Über entsprechende Filter und eben den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sollen die Händler die Marken finden, die ihr eigenes Sortiment bestmöglich ergänzen.

    „Mit diesem Gedanken im Hinterkopf bemühen wir uns, mit Marken zusammenzuarbeiten, die nicht auf Massenplattformen von Drittanbietern wie Amazon und anderen zu finden sind“, sagt Brugmans.

    Mehr: Amazon kämpft um den Milliardenmarkt mit Firmenkunden

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