21st Century Fox Wettbewerbsbehörde sperrt sich gegen Sky-Übernahme

Die Übernahme des Fernsehkonzerns würde der Familie Murdoch zu viel Macht über britische Medien geben, urteilen die Aufseher. Doch die Bedenken könnten bald obsolet werden.
Update: 23.01.2018 - 14:00 Uhr Kommentieren
Das Medienunternehmen stellt sich auf weitere Gespräche mit dem Pay-TV-anbieter Sky ein. Quelle: Reuters
21st Century Fox

Das Medienunternehmen stellt sich auf weitere Gespräche mit dem Pay-TV-anbieter Sky ein.

(Foto: Reuters)

LondonDie britische Wettbewerbsbehörde kommt dem Medienmogul Rupert Murdoch beim milliardenschweren Kauf des Bezahlfernsehsenders Sky in die Quere. „Wir haben vorläufig festgestellt, dass der vorgeschlagene Zusammenschluss von Fox und Sky dem öffentlichen Interesse zuwiderlaufen würde“, erklärte Anne Lambert, Direktorin bei der Wettbewerbsbehörde CMA, am Dienstag. „Er würde dazu führen, dass die Familie Murdoch zu viel Kontrolle über die Nachrichtenanbieter in Großbritannien und zu großen Einfluss auf die öffentliche Meinung und die politische Agenda hat.“ Die Übernahme sollte gestoppt werden, es sei denn, es werde ein Weg gefunden, Murdoch daran zu hindern, das Nachrichtengeschäft des Senders zu beeinflussen.

Murdoch hatte Ende 2016 über sein Unternehmen Twenty-First Century Fox eine verbindliche Offerte für den Pay-TV-Sender abgegeben. Der Medienmogul will mit der 15,7 Milliarden Dollar schweren Transaktion komplett die Kontrolle bei Sky übernehmen und sich die 61 Prozent sichern, die er noch nicht selbst hält. Murdoch steht in Großbritannien seit Jahren in der Kritik, nachdem die britischen Zeitungen seines Konzerns in einen Abhörskandal verwickelt waren. Die britische Regierung, die die endgültige Entscheidung über den Deal treffen wird, hatte die CMA um eine Einschätzung gebeten, ob Murdoch zu viel Einfluss in Großbritannien hat.

Die Wettbewerbsbehörde schlägt Murdoch eine Abspaltung, ein Verkauf oder eine Isolierung von Sky News vom Einfluss von Fox vor. Eine weitere Möglichkeit bestehe darin, die Übernahme direkt zu blockieren, teilte die CMA weiter mit. Twenty-First Century Fox zeigte sich enttäuscht von der Einschätzung, hofft aber immer noch auf eine Genehmigung des Deals bis Ende Juni.

Die größten Medienkonzerne der Welt
Keine Chance für die deutschen Medienkonzerne
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Die größten Medienkonzerne der Welt haben ihren Firmensitz fast ausnahmslos in ein und demselben Land – und es ist nicht Deutschland. Wie ein Ranking des Instituts für Medien- und Kommunikationspolitik zeigt, liegen die deutschen Konzerne aus der Medienbranche abgeschlagen auf den hinteren Plätzen. Am besten schlägt sich da noch der Bertelsmann Konzern aus Gütersloh: Mit knapp 17 Milliarden Euro Jahresumsatz schafft es Bertelsmann auf Platz 15, im Vorjahr lag er noch vier Plätze weiter vorne. Das zweitstärkste deutsche Unternehmen ist der öffentlich-rechtliche Senderverbund ARD auf Platz 30, die Unternehmensgruppe ProsiebenSat.1 folgt auf Rang 48.

Platz 10: Altice Group
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Auf Platz zehn liegt noch nicht das Land, das das Ranking um die größten Medienunternehmen der Welt eigentlich dominiert. Hier liegt in diesem Jahr die niederländische Altice Group. Der börsennotierte Konzern hatte 2016 einen jährlichen Umsatz von 23,5 Milliarden Euro nachweisen können. Damit ist die Altice Group der einzige europäische Vertreter unter den zehn größten Medienunternehmen der Welt.

Platz 9: Facebook Inc.
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Wie erwartet gehört das Imperium um Mark Zuckerberg zu den weltweit größten Medienkonzernen – allerdings nur auf Platz neun im Ranking. Das Unternehmen, dem das soziale Netzwerk Facebook, die Videoplattform Instagram und den Messenger WhatsApp gehört, ist jedoch nur das amerikanische Schlusslicht im Ranking. Und das trotz eines Jahresumsatzes von 25 Milliarden Euro in 2016. Noch mehr Umsatz erzielen konnten fast nur andere amerikanische Firmen. Mit einer Ausnahme auf Platz acht...

Platz 8: Sony Entertainment
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... denn auf Platz acht liegt ein Unternehmen aus Japan – Sony Entertainment. Der Player in der Unterhaltungselektronik konnte im vergangenen Jahr 25,9 Milliarden Euro umsetzen. Für noch mehr Umsatz sorgten 2016 ansonsten nur noch US-amerikanische Firmen.

Platz 7: Charter Communications Inc.
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Charter Communications ist einer der größten Kabelbetreiber der USA. Im Jahr 2016 machte das Unternehmen Schlagzeilen mit der Übernahme von Time Warner Cable. Etwa 25 Staaten versorgt er mit Video-, Daten-, interaktiven und privaten Netzwerkdiensten. 26,2 Milliarden Euro konnte der Konzern 2016 umsetzen. Das macht ihn zum siebtgrößten Medienunternehmen der Welt. Platz sechs hält nur einen vergleichsweise geringen Vorsprung.

Platz 6: Time Warner Inc.
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Der Verkäufer ist trotzdem noch größer: Time Warner steht hinter dem Film- und Fernsehstudio Warner Bros., hinter dem Kürzel seiner Aktie „TWX“ und hinter dem Originalverlag der Superheldencomics Superman und Batman. Der internationale Konzern mit Hauptsitz im New York ist das sechstgrößte Medienunternehmen der Welt. Im vergangenen Jahr konnte Time Warner eine stolze Summe von 26,5 Milliarden Euro Umsatz nennen.

Platz 5: News Corp. & 21st Century Fox
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Es sind zwar mittlerweile zwei eigenständige Firmen, dennoch gehören sie zusammen: Der Zeitungs- und Buchverlag „News Corp.“ und der Film- und Fernsehkonzern „21st Century Fox“. Beide gehören zum Medienreich der amerikanischen Unternehmer Rupert und James Murdoch. Gemeinsam konnten die beiden Unternehmen im Jahr 2016 einen Umsatz von 32,2 Milliarden Euro erzielen und belegen somit Rang fünf im Ranking. Flagschiff des Verlags ist wohl das „Wall Street Journal“, zu „21st Century Fox“ gehört der Fernsehsender „Fox News“´, Amerikas kommerziell erfolgreichstes Nachrichtenprogramm.

Die Abspaltung oder der Verkauf von Sky News wäre der einfachste Weg, die Transaktion durchzubekommen, sagte Analyst Neil Campling vom Vermögensverwalter Mirabaud. Die Experten der Investmentbank Liberum äußerten sich dagegen skeptisch. Die Bedingungen seien zwar nicht unerfüllbar, der Tenor der CMA-Mitteilung erhöhe aber die Wahrscheinlichkeit, dass der Deal scheitere. Die CMA-Einschätzung erschwert auch eine andere Transaktion: Denn Walt Disney will das Film- und TV-Geschäft von Twenty-First Century - darunter Sky - übernehmen und legt 52,4 Milliarden Dollar in Aktien für Großteile des Murdoch-Imperiums auf den Tisch. Das traditionsreiche Unterhaltungsunternehmen hatte gehofft, dass Murdoch Sky bereits komplett hält, wenn es seinen Deal zum Abschluss bringt.

  • ap
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