50. Jubiläum Julia Jäkel bringt Gruner + Jahr wieder auf Kurs

Das Sparprogramm von Gruner + Jahr-Verlagschefin Julia Jäkel beginnt zu greifen. Zum 50. Jubiläum des Verlags gibt es daher wieder einen Grund zum Feiern. Das war in der jüngsten Vergangenheit allerdings nicht immer so.
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G+J-Chefin Julia Jäkel hat mit ihrem Sparprogramm den angeschlagenen Verlag wieder auf Kurs gebracht. Quelle: dpa
50 Jahre Gruner + Jahr

G+J-Chefin Julia Jäkel hat mit ihrem Sparprogramm den angeschlagenen Verlag wieder auf Kurs gebracht.

(Foto: dpa)

HamburgErdbeerkuchen und Champagner gibt es, wie vor fünfzig Jahren. Damals, am 30. Juni 1965, feierten der Hamburger Verleger John Jahr, sein Branchenkollege Gerd Bucerius („Die Zeit“) und der Druckereibesitzer Richard Gruner mit dem kulinarischen Gaumenkitzel die Gründung von Gruner + Jahr (G+J). Der Verlag mit heute 1,7 Milliarden Euro Umsatz gibt Zeitschriften wie „Brigitte“, „Stern“, „Geo“ und „Neon“ heraus. Am 1. Juli wollen die Mitarbeiter auf die Stammväter anstoßen, die G+J als Gegengewicht zum Springer-Verlag schufen. Den Kurs des Medienhauses gibt seit zwei Jahren Julia Jäkel vor, die Vorsitzende der Geschäftsführung.

„Als ich das Amt übernommen habe, hatte ich den Eindruck, dass die Liebe zu unserem Handwerk etwas routiniert geworden war“, resümiert Jäkel. „Heute bin ich sehr stolz, wie kreativ wir arbeiten.“ Die zuvor als G+J-Deutschland-Chefin agierende Managerin leitete einen Veränderungsprozess ein, durch den das Haus „besser, schneller, effizienter und digitaler“ werden soll. In dieser Funktion musste sie einen harten Einschnitt vollziehen: 2012 schloss sie nach 12 Jahren die preisgekrönte, aber defizitäre „Financial Times Deutschland“. Der Konzern aus Hamburg trennte sich von fast allen Wirtschaftsmedien.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
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Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
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Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
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Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
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Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
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Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
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Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

Mit dem Stellenabbau über drei Jahre – allein in Deutschland fallen bis Ende 2017 400 Arbeitsplätze weg – habe die Geschäftsführung den Mitarbeitern viel zugemutet, sagt Jäkel. Betroffen waren unter anderem der „Stern“ und die „Brigitte“. Jäkel: „Aber es war nötig, wir mussten uns ein anderes Kostenniveau erarbeiten.“ Von 75 Millionen Euro Einsparung werde der größere Teil schon im nächsten Jahr erreicht sein. Geplant war der Rückgang bis 2017. „Wir sind vorangekommen. Das macht uns auch selbstbewusster.“

Kritiker hatten dem Verlag vorgehalten, im Gegensatz zu anderen Medienhäusern mit dem Digitalgeschäft nicht voranzukommen. Von knapp 10 Prozent des Umsatzes sei der Anteil auf 17 Prozent gestiegen, berichtet Jäkel. „Die Kennziffer zeigt, wie dynamisch sich unsere Transformation entwickelt.“ Das digitale Publishing wachse, G+J sei größter Verlagspartner von Apple in Deutschland. Digitale Zukäufe wie Danato sollen dazu beitragen, Handelsgeschäft in Verlagsbereichen wie Living (Wohnen, Einrichten) aufzubauen, digitale Vermarkter wie Ligatus sollen das Werbegeschäft ankurbeln. Rund 250 Start-ups seien 2015 begutachtet worden – auf der Suche nach profitablen Ideen.

„Man braucht Ideen – und ausreichend Journalisten“
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