Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

620 Millionen Dollar für Shopping.com Ebay wird zum Gemischtwarenladen

Das Internet-Auktionshaus Ebay hat in seine Portokasse gegriffen und kauft für rund 620 Millionen US-Dollar in bar Shopping.com. Das Unternehmen bietet online Verbraucher- und Einkaufskritiken an.
Die Deutschland-Zentrale von Ebay im brandenburgischen Dreilinden nahe Berlin. Foto: dpa

Die Deutschland-Zentrale von Ebay im brandenburgischen Dreilinden nahe Berlin. Foto: dpa

cs DÜSSELDORF. Das weltgrößte Internet-Auktionshaus Ebay zieht es ins Festpreis-Geschäft. Wie der Konzern am Mittwochabend nach US-Börsenschluss bekannt gab, werde man für die Aktien der Internet-Preisvergleichsfirma Shopping.com jeweils 21 Dollar in bar anbieten. Der Aufschlag von 20 Prozent zum aktuellen Preis bewertet das in Kalifornien angesiedelte Unternehmen mit 620 Mill. US-Dollar.

Ähnlich wie etwa das deutsche Preisportal Guenstiger.de ermöglicht es Shopping.com, Produkte nach Preis und Ausstattung zu vergleichen. Per Mausklick werden Kaufinteressenten zur Internetseite des Einzelhändlers weitergeleitet. Pro Vermittlung erhält Shopping.com vom Anbieter eine Gebühr.

Das Geschäftsmodell ist Erfolg versprechend: Zuletzt belegte das Portal in den USA hinter Ebay und dem Buchhändler Amazon.com gleichauf mit Wal Mart Rang vier in der Liste der meistbesuchten Handelsseiten. Vertreten ist die Firma auch in Frankreich und Großbritannien. 2004 erwirtschaftete sie 12,2 Mill. Dollar Gewinn.

„Wir haben uns für den Kauf entschieden, nachdem wir merkten, dass viele Ebay-Händler auf Preisvergleichsseiten wie Shopping.com wechselten“, begründete Ebays Nordamerika-Präsident Bill Cobb gestern den geplanten Zukauf.

Mit Zukäufen bemüht sich Ebay, einen Ausgleich für das abflauende Wachstum im Kerngeschäft der Auktionen zu erreichen. Nicht nur das letzte Weihnachtsgeschäft enttäuschte, auch im ersten Quartal blieb Ebay unter den Erwartungen. Auf dem Hauptmarkt USA wuchs das Auktionsgeschäft nur noch um 19 Prozent, und auch auf dem zweitwichtigsten Markt Deutschland verlor das Umsatzwachstum deutlich an Fahrt.

Nachdem Ebay-Chefin Meg Whitman Anfang des Jahres nur mit verhaltenen Prognosen aufgewartet hatte, sackte die erfolgsverwöhnte Aktie ab – zwischen Januar und April um 41 Prozent. Analysten rechnen nun damit, dass sich das Umsatzwachstum von Ebay dieses Jahr auf 33 Prozent verringern wird, verglichen mit 51 Prozent 2004.

Shopping.com dürfte daran allerdings nur wenig ändern. Zwar legte das weltweit einzige börsennotierte Preisvergleichs-Portal im ersten Quartal bei den Erlösen 38,9 Prozent zu. Mit einem Quartalsumsatz von 28,9 Mill. Dollar wird es im Ebay-Konzern aber allenfalls ein Randgeschäft: Das Internet-Auktionshaus schaffte mit seinen 56 Mill. eingeschriebenen Kunden im selben Zeitraum einen Umsatz von rund einer Milliarde Dollar. Der Reingewinn betrug 256 Mill. Dollar.

Mit Shopping.com hat Ebay seine Einkaufstour fortgesetzt. Erst kurz vor Weihnachten hatte der Silicon-Valley-Konzern aus dem kalifornischen San José verkündet, für 415 Mill. Dollar den Immobilienanbieter Rent.com übernehmen zu wollen – einen Online-Marktplatz, der auf die Vermittlung von Wohnungen spezialisiert ist. Danach folgte ein halbes Dutzend weiterer Web-Sites, darunter die deutsche Mobile.de.

Bei Ebay integrieren will man künftig zudem die Plattform „Epinions.com“, die das 310 Mitarbeiter zählende Unternehmen derzeit unterhält. Auf ihr haben mehr als 400 000 Verbraucher rund zwei Millionen Produkt-Kritiken hinterlegt.

„Das Management hat bislang bewiesen, dass es das Kapital klug anlegt“, urteilte gestern Scott Devitt vom Investmenthaus Legg Mason. Das gelte auch für Shopping.com, für das nun – nach Abzug des Kassenbestands – das 16fache des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen gezahlt werde.

Die Übernahme von Shopping.com ist für Ebay der größte Zukauf seit zweieinhalb Jahren. Damals hatte sich das gerade einmal zehn Jahre alte Unternehmen den Zahlungsdienstleiter Pay-Pal für 1,5 Milliarden Dollar einverleibt. Die Wettbewerbsbehörden müssten dem Erwerb aber noch zustimmen. Mit einem Abschluss rechnet Ebay im dritten Quartal.

Startseite
Serviceangebote