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Abhörskandal um Murdoch Londoner Polizeichef unter Korruptionsverdacht

Im Zuge der Abhöraffäre um den Medienmogul Rupert Murdoch muss sich der Londoner Polizeichef Sir Paul Stephenson unangenehmen Fragen stellen. Offenbar gab es Unregelmäßigkeiten bei der Bezahlung eines Kuraufenthaltes.
17.07.2011 - 12:39 Uhr Kommentieren
Der Druck auf Rupert Murdoch wird immer größer. Quelle: dpa

Der Druck auf Rupert Murdoch wird immer größer.

(Foto: dpa)

London In der Affäre um abgehörte Telefone in Großbritannien ist auch der ranghöchste Polizist des Landes unter Korruptionsverdacht geraten. Der Chef der Metropolitan Police in London, Sir Paul Stephenson, habe sich Teile eines Kuraufenthaltes im Wert von 12.000 Pfund (13.700 Euro) von einem Spa-Betreiber bezahlen lassen, berichtete das Murdoch-Blatt „Sunday Times“ am Sonntag unter Berufung auf ein Statement der Polizei.

PR-Chef des Spa-Betreibers war ausgerechnet Neil Wallis, ehemals stellvertretender Chefredakteur des Skandalblattes „News of the World“ und auch als PR-Berater für Stephenson aktiv. Wallis war am vergangenen Donnerstag festgenommen worden. Die Polizei begründete das Vorgehen damit, dass Stephenson nach einem Krankenhausaufenthalt durch die Nachbehandlung in der Einrichtung sechs Wochen früher als erwartet an seinen Schreibtisch zurückkehren konnte.

Die Entschuldigung von News Corp. wurde am Wochenende in allen britischen Tageszeitungen gedruckt. Quelle: Reuters

Die Entschuldigung von News Corp. wurde am Wochenende in allen britischen Tageszeitungen gedruckt.

(Foto: Reuters)

Auch der Druck auf die Politik wurde am Wochenende höher. Premierminister David Cameron kam unter Beschuss, als an die Öffentlichkeit kam, dass er sich in nur 15 Monaten Amtszeit 26 Mal offiziell mit Medienmogul Rupert Murdoch, dessen Sohn James oder anderen Top-Managern der Murdoch-Zeitungsholding News International getroffen hatte. Erst im März hatte es noch ein offizielles Treffen mit Andy Coulson gegeben, der als Camerons Regierungssprecher im Abhörskandal im Januar zurückgetreten war.

Oppositionschef Ed Miliband forderte in einem Interview mit dem „Observer“ am Sonntag, die Gesetze zur Medienkonzentration müssten verschärft werden. Murdochs Marktmacht sei „gefährlich“, sagte der Labour-Politiker. „Er hat zuviel Macht über das öffentliche Leben in Großbritannien.“ News International kontrollierte bisher 37 Prozent des britischen Zeitungsmarktes. Murdoch gehören zusätzlich 39 Prozent am Fernseh- und Telekommunikationskonzern BSkyB.

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