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Abigail Disney „Bitte besteuert uns Superreiche stärker!"

Die Großnichte von Walt Disney fordert höhere Steuern für Superreiche – auch den Chef des Unternehmens, das ihren Namen trägt, hat sie schon kritisiert.
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Ihr berühmter Name verschafft ihr Gehör. Quelle: Getty Images
Abigail Disney

Ihr berühmter Name verschafft ihr Gehör.

(Foto: Getty Images)

New York Ihr Nachname steht für Micky Maus, Märchenschloss und unschuldigen Spaß. Abigail Disney ist die 59-jährige Enkeltochter von Roy Disney, der zusammen mit seinem Bruder Walt einst The Walt Disney Company gegründet hat. Ihr Vermögen wird auf eine halbe Milliarde geschätzt.

Doch zuletzt hat die Disney-Erbin und preisgekrönte Dokumentarfilmerin vor allem mit ihrer Kritik am vorherrschenden Modell des Kapitalismus von sich reden gemacht. In einem gemeinsamen, parteiübergreifenden Schreiben mit anderen Multimillionären und Milliardären wie George Soros und Facebook-Co-Gründer Chris Hughes hat sie die US-Präsidentschaftskandidaten aufgefordert, eine Vermögensteuer für besonders Reiche wie sie selbst einzuführen.

Mit den Einnahmen könne man Innovationen fördern, die das Problem des Klimawandels angehen, das Gesundheitssystem verbessern und armen Familien helfen. Mit der Vermögensteuer auf die obersten 0,1 Prozent will die Erbin zudem für mehr Gerechtigkeit sorgen. „Millionen von Mittelklasse-Amerikanern zahlen schon heute jedes Jahr eine Vermögensteuer auf die wichtigste Form ihres Vermögens – ihr Haus“, schreiben Disney und die anderen 19 Unterzeichner in ihrem offenen Brief.

Bereits im April hat die in North Hollywood aufgewachsene Erbin mit Studium in Yale, Stanford und Columbia das Gehalt des Disney-Chefs kritisiert. „Ich mag Bob Iger“, twitterte sie über den Vorstandsvorsitzenden, der gerade 65 Millionen Dollar für das vergangene Jahr erhalten hat. Aber objektiv gesehen sei jede Bezahlung, die über das 1000-Fache eines normalen Mitarbeiters hinausgehe, „verrückt“.

Der berühmte Name ist ein Vorteil

Iger verdiente im vergangenen Jahr sogar 1424-mal so viel wie der durchschnittliche Mitarbeiter des Unterhaltungskonzerns. Igers Vermögen wird auf 350 Millionen Dollar geschätzt, 150 Millionen weniger als Abigail Disneys. Formal hat die Disney-Erbin auf Igers Bezahlung kaum Einfluss. Sie hält zwar Aktien an dem Konzern, der ihren Namen trägt, aber das Sagen haben bei Disney große Vermögensverwalter wie Vanguard oder Blackrock.

Operativ ist bei Disney kein Nachkomme Walt oder Roy Disneys mehr tätig. Doch der berühmte Name hilft ihr Gehör zu finden. Disney reagierte deshalb auch auf den Anwurf und verwies darauf, dass Igers Salär zu 90 Prozent von der finanziellen Performance des – tatsächlich aktuell sehr erfolgreichen – Konzerns abhänge.

Außerdem habe Disney „historische Investitionen in die Aufstiegsmöglichkeiten unserer Mitarbeiter“ getätigt. Man zahle Mitarbeitern, die etwa in Disneyland im Micky-Maus-Kostüm stecken oder Popcorn verkaufen, einen Mindestlohn von 15 Dollar, weit mehr als gesetzlich vorgeschrieben.

Darauf schoss Abigail Disney zurück: „Wir wissen alle, dass der staatliche Mindestlohn zu niedrig ist, um davon zu leben“, twitterte sie. In Zeiten maximaler Gewinnmargen von Disney verstoße der Unterschied zwischen den Topmanagern „gegen den angeborenen Sinn für Fairness“.

Sie rechnete Iger auch vor, dass ein einmaliger 1000-Dollar-Bonus, den er an die Mitarbeiter verteilt hatte, gerade einmal 125 Millionen kostete, während er für Aktienrückkäufe 3,6 Milliarden Dollar ausgegeben hatte, die über die Performance der Aktie auch seinem persönlichen Bankkonto nutzten.

Die Mutter von vier Kindern hat ihre soziale Ader nicht erst jetzt entdeckt. Sie hat sich mit ihren Filmen wie „Pray the Devil Back to Hell“ schon lange sozialen Themen gewidmet. 2008 gründete sie zudem die wohltätige Organisation „Peace is Loud“, die Frauen in kriegsgeschädigten Ländern unterstützt.

Vor sieben Jahren verzichtete sie auf die Dividenden eines Familieninvestments in die Kosmetikfirma Ahava, weil diese in den besetzten Gebieten in der West Bank produzierte, und spendete das Geld stattdessen. Dass sie die Steuerlast für Reiche in den USA zu niedrig findet, passt da nur ins Bild.

Mehr: Disney bekommt die operative Führung des US-Videodienstes Hulu. Damit wird der Medienkonzern zu einem stärkeren Player im Streaming-Geschäft.

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