Acer-Europachef Ahrens „Microsoft muss mehr für Windows 8 werben“

Der schlappe PC-Verkauf schmerzt den Hersteller Acer. Das neue Betriebssystem Windows 8 habe den Absatz kaum belebt, klagt Europachef Oliver Ahrens. Trotzdem setzt der Konzern auf das System – und ein Billig-Tablet.
6 Kommentare
Oliver Ahrens ist Europa-Chef des taiwanesischen Computerherstellers Acer. Quelle: Acer

Oliver Ahrens ist Europa-Chef des taiwanesischen Computerherstellers Acer.

DüsseldorfDas Geschäft mit Windows 8 läuft aus Sicht des Computerkonzerns Acer bislang enttäuschend. „Der Marktstart war an den Verkaufszahlen nicht nachzuvollziehen“, sagte Europachef Oliver Ahrens im Gespräch mit Handelsblatt Online. Microsoft, aber auch die Hersteller hätten die Vorzüge der neuen Software mit ihrer Touch-Oberfläche nicht ausreichend erklärt. Dabei zeige die Marktforschung, dass Verbraucher Windows 8 gute Noten geben, wenn sie es verstanden haben.

Die Flaute des PC-Marktes trifft Acer besonders hart. Der Absatz des taiwanischen Herstellers ist binnen eines Jahres um 6,7 Prozent zurückgegangen, im letzten Quartal betrug das Minus laut Zahlen des Marktforschers IDC sogar 28 Prozent. Dagegen ist Acer im boomenden Tablet-Markt bislang kaum präsent. „Auf dieses Marktumfeld stellen wir uns gerade ein, das ist bisher für die PC-Industrie neu“, sagte Ahrens. „Unsere Analyse lautet: Nur wenige Nutzer, die ein Tablet haben, verzichten vollständig auf den PC. Aber die Beschaffungszyklen für Notebooks und Desktops verlängern sich.“

Deswegen will Acer in diesem Jahr zum einen seinen Marktanteil bei Tablets und Smartphones ausbauen. So stellte der Konzern im Januar auf der CES das kompakte Tablet Iconia B1 zum Kampfpreis von 119 Euro vor, das vor allem als Zweitgerät gedacht ist. Acer arbeitet außerdem an neuen Smartphones, die Ende Februar auf dem Mobile World Congress in Barcelona vorgestellt werden sollen.

Zum anderen will der taiwanische Hersteller im PC-Markt mit hochwertigen Windows-8-Notebooks angreifen. „Wenn sich der Kunde ein Gerät kauft, dann ein höherwertiges mit einer Ausstattung, die längerfristig hält“, sagte Ahrens. Das sei daran abzulesen, dass die Durchschnittspreise für Notebooks steigen. Davon könnte Acer, das 90 Prozent seiner Geräte an Privatkunden verkauft, profitieren: „Acer hat früher das mittlere Drittel des Marktes adressiert“, sagte Ahrens. „Heute sind es 100 Prozent des Marktes: Wir haben ein Tablet für 119 Euro, aber mit dem S7 auch ein Ultrabook im Premiumsegment, das bis zu 1500 Euro kostet.“

  • chk
Startseite

Mehr zu: Acer-Europachef Ahrens - „Microsoft muss mehr für Windows 8 werben“

6 Kommentare zu "Acer-Europachef Ahrens: „Microsoft muss mehr für Windows 8 werben“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das Problem mit Windows 8 ist doch ganz einfach, das die meisten Menschen bei diesem Quatsch schon mit Ablehnung reagieren, wenn sie nur die Kacheln sehen.

    Aber auch wenn man Metro kennengelernt hat, ist es immer noch unpraktisch und unbequem und in vielen Punkten chaotisch. Beispielsweise tauchen laufende Apps nciht in der Taskleiste auf, sondrn in einer eigenen Leiste, die man nur unbequem erreichen kann. Will ich nun wissen, was auf meinem PC läuft, muss ich an zwei verschiedenen Stellen nachsehen, das ist doch bescheuert.

    Ein Betriebssystem soll mir die Arbeit erleichtern, nicht mir das Leben erschweren. Das ist das eigentliche Problem mit Windows 8, es ist nciht nur total anders als Windows 7, sondern auch noch schlechter weil unübersichtlicher und umständlicher zu bedienen.

    Das ich mit meiner Meinung nicht ganz alleine dastehe, dürfte auch kein Geheimnis sein! Denn einerseits kann Windows 8 den Markt nicht beleben, andererseits neigen viele mit Windows 8 "zwangsbeglückte" dazu, es mit "Classic Shell" und vergleichbren Tools wieder halbwegs in ein Windows 7 zu verwandeln. Wirklich akzeptieren tun Windows 8 samt Kacheln doch die wenigsten.

    Acer sollte aber nicht herumheulen und das Microsoft Märchen vom "erklären und verstehen" anstimmen, sondern lieber konsequent Windows 7 paralell zu Windows 8 anbieten. Dann können die Verbraucher entscheiden, was sie wollen und das würde auch den Absatz der eigenen Hardware ankurbeln!

    Wer hat schon lust, sich einen neuen PC zu kaufen, wenn darauf ein Betriebssystem läuft, das unschön und unbequem zu bedienen ist?

  • Vielleicht sollte Herr Ahrens sich einmal an die eigene Nase fassen: Wie engagiert war Acer denn, neue Win 8 Hardware vor dem Weihnachtsgeschäft in den Markt zu bringen - statt alte Lagerware zu verramschen?

    Kommentar zu anderen Beiträgen: Win 8 nicht ausgereift? Da muss ich wiedersprechen. Win 8 ist Win 7 und dementsprechend genauso ausgereift. Man kann über die Win 8 Apps streiten (das sind erste Versionen - more to come soon), aber das OS ist ausgereift, stabil und auch besser (performanter, schneller) als Win 7.

  • Ich habe den Fehler begangen und Windows 8 auf einen meiner Rechner installiert.

    Hätte ich doch besser auf das Servicepack 2 dazu gewartet oder noch besser, auf die nächste Windows Version.

    Offenbar wird Dummheit wird bestraft. ;-)

  • Vielleicht hat ACER vergessen, daß die IT Welt vielfältiger geworden ist. beispiel: Bei mir zuhause gab es früher auch den Familien PC, heute nur noch ein iPad - sonst nichts, das reicht uns.

  • Das Ding ist schlicht nicht ausgereift und ich frage mich wie man sowas in der Form auf den MArkt schmeissen kann. Ein Blick alleine in die Systemmeldungen bzw. dessen Aufzeichnungen spricht Bände.

    Ansich kein schlechtes System und ganz stabil aber wie gesagt, es ist nicht ausgereift.

  • Sicherlich ist einzig das Betriebssystem schuld. Immer der Andere.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%