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Adel Al-Saleh im Interview T-Systems-Chef peilt Profit für 2020 an und will überflüssige Hierarchien abbauen

T-Systems-Chef Adel Al-Saleh gibt ein deutliches Auftragswachstum bekannt und will mit der Telekom-Tochter 2020 wieder profitabel sein. Dafür könnten ganze Geschäftsbereiche wegfallen.
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Der CEO von T-Systems will sich „rechtzeitig von ineffizienten Bereichen trennen“. Quelle: Reuters
Adel Al-Saleh

Der CEO von T-Systems will sich „rechtzeitig von ineffizienten Bereichen trennen“.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfT-Systems war lange das Sorgenkind der Deutschen Telekom. Es gelang der Großkundentochter einfach nicht, profitabel zu werden. Unter dem Sanierer Adel Al-Saleh wurde ein Sparprogramm mit dem Abbau Tausender Stellen aufgelegt.

Nun ist der CEO wieder optimistisch. „Wir sind stark ins Jahr 2019 gestartet“, sagte Al-Saleh im Handelsblatt-Interview. Mit GKV Informatik, einem Dienstleister für zahlreiche Krankenversicherungen, sei ein Großauftrag über die Abwicklung der Abrechnung von rund 17 Millionen Versicherten vereinbart worden.

Schon im nächsten Jahr soll T-Systems wieder einen Gewinn erwirtschaften. Bis es so weit ist, könnte es für das Unternehmen aber noch weitere Einschnitte geben. Es sei natürlich sinnvoll, „dass wir uns rechtzeitig von ineffizienten Bereichen trennen“, sagte Al-Saleh.

In künftigen Wachstumsbereichen wie Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz und Blockchain-Technik würden jedoch bereits wieder neue Fachkräfte angeworben. „Wir stellen auch Personal ein“, sagte Al-Saleh.


Lesen Sie hier das komplette Interview

Herr Al-Saleh, T-Systems hat über Jahre Verluste geschrieben. Schon im Jahr 2020 wollen Sie einen Profit erwirtschaften. Sind Sie noch im Plan?
Wir hatten ein solides Jahr 2018. Unser Auftragseingang ist um rund ein Drittel auf 6,8 Milliarden Euro gewachsen. Wir konnten einige Großaufträge sichern und viele kleine Verträge abschließen. Und wir sind stark ins Jahr 2019 gestartet. Für den Dienstleister zahlreicher Krankenversicherungen, GKV Informatik, wickeln wir die Abrechnungen von rund 17 Millionen Versicherten ab. Der Auftrag hat alleine ein Volumen im mittleren dreistelligen Millionenbereich.

Werden Sie die Wende schon im kommenden Jahr schaffen?
Wir werden ganz sicher besser. Beim Internet der Dinge oder im Cloud-Geschäft wollen wir stark zulegen. Bis 2022 peilen wir eine bereinigte operative Rendite von acht bis zehn Prozent an.

Sie haben den Abbau von rund 10.000 Stellen angekündigt. Aber brauchen Sie nicht neue Fachkräfte, um Zukunftsbereiche zu besetzen?
Natürlich. Wir stellen auch Personal ein. Gerade in Bereichen wie Cybersicherheit, Künstlicher Intelligenz oder Blockchain-Technik wollen wir sinnvolle Lösungen anbieten können. Deshalb suchen wir natürlich nach spezialisiertem Personal, um die Produkte für unsere Kunden zu verbessern.

Sie haben das Geschäft in Portfolio-Einheiten aufgeteilt. Planen Sie den Verkauf von einzelnen Unternehmensteilen?
Der Aufbau der Portfolio-Einheiten soll unser Geschäft effizienter machen. Ich will überflüssige Hierarchien abbauen. Damit wollen wir künftig besser auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen können. Aber natürlich macht es auch Sinn, dass wir uns rechtzeitig von ineffizienten Bereichen trennen.

Welche sind das genau?
Über die Jahre haben wir viele Aufträge übernommen, bei denen wir die Wartung der IT-Arbeitsplätze für Großkonzerne erledigen. Doch diese Aufträge sind sehr aufwendig, und sie gehören nicht mehr zu unserem Kerngeschäft. Deshalb haben wir bereits kommuniziert, dass wir uns aus diesem Geschäft schrittweise zurückziehen wollen. Zudem geben wir den Betrieb von Großrechenanlagen an unseren Partner IBM. Sie sind besser aufgestellt, um den Betrieb effizient zu gestalten, und wir helfen beim Vertrieb.

Der Antrag für die Übernahme des Bereiches von T-Systems durch IBM wurde beim Kartellamt zurückgezogen. Warum?
Das hatte lediglich technische Gründe. Die Partnerschaft für den Betrieb von Großrechnern wird kommen. Wir mussten lediglich weitere Informationen zusammenstellen. Bald werden wir den Antrag neu stellen, damit das Bundeskartellamt die Kooperation prüfen kann.

Vodafone will sogar sein Cloud-Geschäft mit IBM zusammenlegen. Planen Sie einen ähnlichen Schritt?
Nein, auf keinen Fall. Wir sehen Cloud-Dienstleistungen als eine unserer Kernkompetenzen. Und die wollen wir unseren Kunden im besten Umfang anbieten. Dazu arbeiten wir mit unterschiedlichen Partnern wie Microsoft oder Amazon Web Services zusammen. Wir werden uns nicht aus dem Cloud-Geschäft zurückziehen, auch wenn das unsere Wettbewerber tun.

Herr Al-Saleh, vielen Dank für das Interview.


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