Aixtron-Übernahme Obama legt wohl Veto gegen Angebot aus China ein

Weil er auch Verteidigungstechnik herstellt, soll dem deutschen Maschinebauer Aixtron eine Fusion mit dem chinesischen Konzern FGC wohl verwehrt werden. US-Präsident Obama wird einem Bericht zufolge sein Veto einlegen.
Kommentieren
Sorgen um sensible Verteidigungstechnologie stehen der Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron durch chinesische Investoren im Weg. Quelle: dpa
Spezialmaschinenbauer Aixtron

Sorgen um sensible Verteidigungstechnologie stehen der Übernahme des Spezialmaschinenbauers Aixtron durch chinesische Investoren im Weg.

(Foto: dpa)

BerlinUS-Präsident Barack Obama wird die Übernahme des deutschen High-Tech-Unternehmens Aixtron durch einen chinesischen Investor einem Bericht zufolge wegen Sicherheitsbedenken wohl ablehnen. Obama werde voraussichtlich am Freitag einer entsprechenden Empfehlung des Regierungsausschusses CFIUS folgen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hatte bereits im Oktober überraschend eine Unbedenklichkeitserklärung für die Übernahme widerrufen und will den Fall erneut prüfen lassen.

Hintergrund der US-Bedenken gegen einen Kauf von Aixtron durch Fujian Grand Chip Investment (FGC) ist offenbar, dass die deutsche Firma auch militärisch nutzbare Technik herstellt. Konkret geht es wohl um das Galliumnitrid-Verfahren, mit dem Waffensysteme verbessert werden können.

Diese deutschen Firmen gehören jetzt Chinesen
Biotest (2017)
1 von 12

Das Biotechunternehmen aus Dreieich wird von chinesischen Investoren übernommen. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilte Biotest im April 2017 mit. Großaktionär Ogel, der bereit knapp über 50 Prozent an dem Unternehmen hält, unterstütze die Transaktion und werde seine Aktien andienen. Mit Biotest nimmt Creat ein weiteres Unternehmen ins Visier, das im Bereich Plasmaproteinprodukte tätig ist. Erst im vergangenen Jahr hatten die Chinesen die britische Firma Bio Products für rund 944 Millionen Euro gekauft. Biotest hat sich neben Plasmaproteinprodukten auf biotherapeutische Arzneimittel konzentriert.

Kuka (2016)
2 von 12

Das Augsburger Unternehmen Kuka baut nicht nur Roboter, sondern ist auch Systemanbieter rund um die digital vernetzte Industrie – und ein Vorzeigeunternehmen. Rund 4,6 Milliarden Euro hat der chinesische Hausgeräte-Hersteller Midea im Sommer 2016 für den Erwerb von Kuka auf den Tisch gelegt. Eine Investition, die sich zu lohnen scheint: So konnte das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 neue Aufträge im Rekordwert von 3,4 Milliarden Euro verbuchen – dies entspricht einem Zuwachs von über 20 Prozent. Kuka hat weltweit rund 13.200 Mitarbeiter.

Krauss-Maffei (2016)
3 von 12

Im Januar 2016 verkauft der Finanzinvestor Onex den Münchener Spezialmaschinenbauer Krauss-Maffei an ein Konsortium um die staatliche National Chemical Corporation (Chemchina). Der größte Chemiekonzern des Landes zahlt 925 Millionen Euro für den traditionsreichen Hersteller von Spritzgießmaschinen für die Kunststoff- und Gummi-Verarbeitung.

Koki & Hilite (2014)
4 von 12

Das chinesische Unternehmen Avic Electromechanical Systems (Avicem) – eine Tochter der staatlichen Unternehmensgruppe Aviation Industry Corporation of China (Avic) – übernimmt 2014 den sächsischen Autozulieferer Koki. Ein Kaufpreis wird nicht genannt. Avic übernimmt im selben Jahr einen weiteren Autozulieferer: Für 473 Millionen Euro kauft sich das chinesische Unternehmen bei Hilite ein.

Tailored Blanks (2013)
5 von 12

Der Industriegüterkonzern Thyssen-Krupp schließt 2013 den Verkauf seiner Tochter an den chinesischen Stahlkonzern Wuhan Iron and Steel (Wisco) ab. Zum Preis machen beide Seiten keine Angaben.

Putzmeister (2012)
6 von 12

Der Betonpumpenhersteller Putzmeister wurde 2012 von Firmengründer Schlecht an den chinesischen Baumaschinen-Riesen Sany Heavy Industry verkauft. Die ließen sich die Übernahme des Weltmarktführers für Autobetonpumpen rund 320 Millionen Euro kosten.

Kiekert (2012)
7 von 12

Noch ein Weltmarktführer in chinesischer Hand: Der Autozulieferer Kiekert wird 2012 vom Pekinger Automobilzulieferer Lingyun übernommen. Das Unternehmen ist der Erfinder der Zentralverriegelung und Spezialist für Autoschlösser.

FGC bietet sechs Euro je Aktie beziehungsweise 676 Millionen Euro insgesamt für den 1983 aus der Aachener Hochschule RWTH hervorgegangenen Chipanlagenbauer. Sollte Obama tatsächlich sein Veto einlegen, rechnen Analysten damit, dass sich Aixtron neu positionieren, Teile verkaufen oder sich Kooperationspartner suchen müsste.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Aixtron-Übernahme: Obama legt wohl Veto gegen Angebot aus China ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%