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Alfred Neven DuMont gestorben Tod einer Kölschen Legende

Alfred Neven DuMont war einer der letzten großen Verleger der Nachkriegszeit. Überregional war er zwar nicht allzu sehr bekannt. Aber am Stammsitz Köln war Neven DuMont 60 Jahre lang der große Patriarch. Ein Nachruf.
31.05.2015 Update: 31.05.2015 - 13:28 Uhr Kommentieren
Der Kölner (Archivbild von 2012) galt als eine der letzten großen Verlegerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit.
Alfred Neven DuMont

Der Kölner (Archivbild von 2012) galt als eine der letzten großen Verlegerpersönlichkeiten der deutschen Nachkriegszeit.

Wenn die Kölner mal wieder ein Popkonzert gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit auf die Beine stellten, dann verstand es sich von selbst, dass da auch „der Alte“ reden musste. „Der Alte“, das war der Verleger Alfred Neven DuMont. Und reden konnte er. Jeder auf dem Platz hörte zu.

Die knarzende Stimme mit dem Kölschen Idiom, dazu der typisch Kölsche Schnäuzer - alles unverkennbar, alles eine Marke. Mehr als 50 Jahre gehörte „Sir Alfred“ zum festen Inventar der Stadt, fast vergleichbar mit dem Volksschauspieler Willy Millowitsch oder BAP-Sänger Wolfgang Niedecken. Die einen haben ihn bewundert, die anderen gefürchtet. Respektiert haben ihn wohl alle.

Am Samstag starb der Herausgeber und langjährige Aufsichtsratsvorsitzende des Verlags M. DuMont Schauberg (MDS) im Alter von 88 Jahren, wie das Medienhaus am Sonntag mitteilte.

Neben dem volkstümlichen Zug, der es Neven DuMont erlaubte, als Redner bei Popkonzerten den richtigen Ton zu treffen, hatte er aber auch etwas Aristokratisches an sich. Er gehörte zum Kölner Patriziat, ähnlich wie die Adenauers oder die Bankiersfamilie Oppenheim. Der Name Neven DuMont kommt seit mindestens 300 Jahren ununterbrochen im Kölner Geschichtsbuch vor. Viele schillernde Gestalten hat die Verleger-Dynastie hervorgebracht - und Alfred Neven DuMont war vielleicht die schillerndste.

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    So wollte der 1927 Geborene ursprünglich Schriftsteller, Regisseur oder Schauspieler werden. Als junger Mann stand er auch tatsächlich mal auf der Bühne der Münchner Kammerspiele - eine Erfahrung, die ihm später zugutegekommen sein dürfte, denn er konnte zeitlebens die unterschiedlichsten Rollen ausfüllen: Mal gab er den Charmeur und Unterhalter, dann wieder den knallharten Chef. Er war Kunstmäzen und Karnevalsprinz, Präsident der Industrie- und Handelskammer und natürlich Ehrenbürger. Wohin man in Köln auch kam: „Sir Alfred“ war schon da.

    Und er war Familienvater. 1966 heiratete er Hedwig von Auersperg. Ihr ältester Sohn Markus, ein Künstler, starb 1995. Die jüngeren Kinder sind Isabella, 47, und Konstantin, 45.

    Das Verlagshaus DuMont Schauberg („Kölner Stadt-Anzeiger“, später auch „Kölnische Rundschau“) führte er seit den 50er Jahren nach Patriarchenart. Einerseits setzte er sich für seine Mitarbeiter ein, war zum Beispiel immer stolz, wenn einer seiner Reporter einen Journalistenpreis gewann.

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