Alphabet Google-Mutter macht bei Internet-Ballons und Lieferdrohnen ernst

Die bisherigen Forschungsprojekte von Alphabet sorgten für viel Aufsehen. Die Google-Mutter will damit nun aber auch Geld verdienen.
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Aus dem Projekt Loon wird nun eine eigenständige Firma. Quelle: dpa
Internet aus dem Ballon

Aus dem Projekt Loon wird nun eine eigenständige Firma.

(Foto: dpa)

Mountain ViewDie Google-Mutter Alphabet rechnet damit, dass in Ballons mit Antennen zur Internet-Versorgung und Lieferdrohnen ein nachhaltiges Geschäft steckt. Die bisherigen Forschungsprojekte Loon und Wing werden künftig als eigenständige Firmen unter dem Alphabet-Dach geführt.

Loon werde mit Mobilfunk-Anbietern kooperieren, um Netzversorgung in entlegene Gebiete zu bringen, schrieb der Chef des Alphabet-Zukunftslabors X, Astro Teller, am Mittwoch. Und bei Wing werde zusätzlich zu den Fluggeräten, die ihre Lieferungen aus der Luft abseilen können, auch ein System zur autonomen Verkehrssteuerung entwickelt.

Bei X werde nun weiterhin unter anderem an Robotern und Datenbrillen gearbeitet. Aus dem Labor waren unter anderem die selbstfahrenden Google-Autos hervorgegangen, die inzwischen in der eigenständigen Alphabet-Firma Waymo untergebracht wurden.

Wo das Paket schon mit der Drohne kommt
DHL-Paketkopter 1.0
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Ihren Jungfernflug absolvierte die Paketdrohne der Deutschen Post am 9. Dezember 2013, allerdings ausschließlich mit Sichtkontakt. Bei einer Nutzlast von 1,2 Kilogramm ging es mit 43 Stundenkilometern bei Bonn über den Rhein. Nach einer Strecke von gerade einmal einem Kilometer war Schluss.

DHL-Paketkopter 2.0
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Im vierten Quartal 2014 testete die Deutsche Post eine verbesserte Drohne auf der Strecke zwischen der Nordseeinsel Juist und der Festlandstation Norddeich. Drei Monate lang beförderte das Fluggerät regelmäßig Arzneimittel über das Wattenmeer. Bei einer Maximalgeschwindigkeit von 43 Stundenkilometern legte der Paketkopter jeweils zwölf Kilometer zurück und transportierte dabei 1,2 Kilogramm.

DHL-Paketkopter 3.0
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Die dritte Generation ihres Paketkopters testete die Post-Tochter DHL von Januar bis März 2016 im bayerischen Reit im Winkl. Mittels einer speziell entwickelten Packstation, dem Parcelcopter SkyPort, konnten Privatkunden in Reit im Winkl und auf der Winklmoosalm ihre Pakete direkt per Paketkopter versenden und empfangen. Insgesamt wurden 130 autonome Be- und Entladungen bei diesem Projekt unternommen. Mit einer Nutzlast von zwei Kilogramm flog die Drohne bis zu 70 Stundenkilometer und überwand eine Flughöhe von 500 Metern.

UPS
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Der US-Paket- und Expressdienst UPS startete im September 2016 Tests für den kommerziellen Einsatz von Drohnen bei der Auslieferung. Ein erster Testflug brachte Medikamente mit einem Gewicht von 900 Gramm aus dem Großraum Boston auf die knapp fünf Kilometer vor der Küste liegende Insel Children‘s Island.

Amazon
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Das US-Internetkaufhaus Amazon arbeitet eigenen Angaben zufolge seit Ende 2013 an Plänen, rund zwei Kilogramm schwere Waren binnen einer halben Stunde mithilfe von Drohnen zu liefern. Mehrere Prototypen wurden präsentiert, Tests oftmals angekündigt, wie zuletzt in Großbritannien.

JD.com
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Der chinesische Online-Händler testet die Lieferung per Drohne derzeit in der Stadt Xi'an. Der Alibaba-Rivale hat ambitionierte Pläne: Ende 2017 sollen Drohnen die Pakete bereits auf 100 regulären Routen innerhalb Chinas ausliefern.

Zipline
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Mit Hilfe von Drohnen Leben retten will das Start-up Zipline. Seit August versorgen 15 Drohnen abgelegene Krankenhäuser in Ruanda mit Blutkonserven. Die Gründer testen das System in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium des afrikanische Landes.

Loon und Wing werden nun in der Alphabet-Bilanz zusammen mit Waymo und anderen Töchtern wie die Gesundheitsfirma Verily in der Kategorie „andere Wetten“ geführt. Sie schreiben bisher tiefrote Zahlen und spielen wirtschaftlich keine Rolle im Vergleich zum Google-Geschäft.

So schrieb die Sparte im ersten Quartal einen operativen Verlust von 571 Millionen Dollar bei 150 Millionen Dollar Umsatz. Google verdiente in dieser Zeit knapp 8,4 Milliarden Dollar bei rund 31 Milliarden Dollar Umsatz.

Das Loon-Projekt wurde vor fünf Jahren vorgestellt. Zuletzt waren die Ballons unter anderem in Puerto Rico eingesetzt worden, um Netzausfälle nach dem Hurrikan Maria zu beheben. Ein Projekt zur Entwicklung von Drohnen zur Internet-Versorgung stellte der Internet-Konzern unterdessen unter Hinweis auf technische Herausforderungen ein – genauso wie zuletzt auch Facebook.

Die Wing-Lieferdrohnen wurden erstmals vor rund vier Jahren demonstriert. Unter anderem auch Amazon arbeitet konkret an der Zustellung von Bestellungen auf dem Luftweg.

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  • dpa
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