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Amazon-CTO Werner Vogels „Durch Sprache wird Technologie menschlicher“

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„Sprachassistenten werden den Zugang zu Wissen verändern“
Das sind die beliebtesten Streamingdienste der Deutschen
Die großen Anbieter
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Amazon Prime oder Netflix sind wohl mit die bekanntesten Anbieter von Video-on-Demand (VoD, Video auf Abruf). Und die entwickeln sich prächtig – zeigt eine Erhebung des Online-Portals „Netzsieger“. Machten die Anbieter 2016 einen Umsatz von 801 Millionen Euro, soll der 2017 noch einmal weiter wachsen: Auf bis zu 945 Millionen Euro. Wer davon am meisten profitiert.

Quelle: Netzsieger

(Foto: dpa)
Platz 9: Select Video
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Das Video-on-Demand-Angebot der Vodafone-Tochter Kabel Deutschland liegt auf einem geteilten neunten Platz im Ranking. Der Zugang zum Dienst ist speziell auf Kunden von Vodafone Kabel Deutschland zugeschnitten, die kriegen den Zugang zum Portal bei Vertragsabschluss gratis oben drauf. Ähnlich wie beim ungleich erfolgreicheren Amazon Prime gibt es in der digitalen Videothek dann sowohl kostenfreie als auch -pflichtige Angebote. Bisher schafft es der Netzanbieter aber nur auf zwei Prozent Marktanteil.

(Foto: Reuters)
Platz 9: Unitymedia
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Auch den anderen neunten Platz nimmt ein Kabelnetzbetreiber ein. VoD-Optionen bietet Unitymedia dabei sowohl über die Unitymedia Videothek, als auch über Kooperationen mit dem Pay-TV-Sender Sky und der Video-Plattform Maxdome an. Der Marktanteil: Ebenfalls zwei Prozent.

(Foto: dpa)
Platz 7: Watchever
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Gute Kritiken, ein breites Offline-Programm, Werbung bei „Bild“ und mit Til Schweiger: All das konnte Watchever, dem VoD-Dienst des größten französischen Medienkonzerns Vivendi, nicht retten. Ende 2016 wurde der hoch-defizitäre Dienst, der nur auf drei Prozent Marktanteil kam, eingestellt. Auch zu den angekündigten Eigenproduktionen für das Portal kam es nie.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Platz 7: Videoload
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Ebenfalls auf gerade einmal drei Prozent Marktanteil kommt Videoload – dabei ist das wenig bekannte Portal immerhin das VoD-Angebot der Deutschen Telekom. Das exklusiv in Deutschland verfügbare Angebot arbeitet anders als viele Konkurrenten ohne Abo-Funktion, stattdessen können über das Portal Serien und Filme geliehen oder gekauft werden.

(Foto: dpa)
Platz 6: iTunes
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iTunes gehört mit rund acht Prozent Marktanteil zu den beliebtesten VoD-Anbietern Deutschlands – der Apple-Dienst landet damit auf Platz sechs. Auf der Plattform können Filme sowohl gekauft, als auch ausgeliehen werden. Auch Serien bietet iTunes seinen Nutzern an.

(Foto: dpa)
Platz 5: Google Play
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Auch Tech-Gigant Alphabet bietet eine eigene Plattform für Medieninhalte: Mit zehn Prozent Marktanteil landet der Google-Dienst auf Platz 5. Zu den Verlierern des Erfolgs der Anbieter von Video-on-Demand gehören vor allem Deutschlands Videotheken: Laut Netzsieger gab es hierzulande 2016 gerade einmal noch 933 Videotheken. Auch die Kinobesucher würden weniger: So reduzierte sich die Zahl der verkauften Kinotickets von 2003 bis 2016 um 32 Millionen.

(Foto: Reuters)

Was zum Beispiel?
Im Handel sind das ganz klassische Sachen: Die Größe des Katalogs – je größer die Auswahl, desto wahrscheinlicher der Sucherfolg des Kunden. Oder eine schnellere Zustellung oder niedrigere Preise. Das alles sind keine Neuerfindungen, sondern lediglich Innovationen auf Basis von Kundenbedürfnissen, die es immer schon gab. Wir verbessern kontinuierlich, aber manchmal bedeutet Innovation auch, Dinge zu entwickeln, die Kunden zwar dringend brauchen, aber die nach außen hin nicht besonders sexy sind.

Sie waren die treibende Kraft hinter dem Aufbau des Cloud-Anbieters Amazon Web Services, zu dessen Kunden Coca-Cola, Netflix oder Pfizer gehören. Es ist eine Wachstums- und Erfolgsgeschichte. Cloud-Computing war eine technologische Sensation: Was ist das nächste große Ding?
Wenn ich das nur wüsste (lacht). Nein, ernsthaft: Dank der Auslagerung von Daten in die Cloud, sind wir in der Lage hochkomplexe Datenströme zu verarbeiten, etwas, das wir vor zehn oder fünf Jahren so noch nicht konnten. Das führt zum Beispiel dazu, dass Sprachinteraktion mit digitalen Interfaces möglich wird. In der Vergangenheit hat sich Kommunikation nach den Geräten gerichtet, die wir verwendet haben – bei Smartphone, Tablet oder Computer mussten wir lernen, eine Tastatur oder eine Maus zu bedienen. Durch Sprachassistenten wird sich das ändern – die Technologie richtet sich nach dem Menschen. Das wird auch den Zugang zu Wissen verändern.

Wie kann Sprache Wissen zugänglich machen?
Einer unserer Kunden bei Amazon Web Services ist das International Rice Research Institute auf den Philippinen – die wissen wirklich alles, was es über Reis zu wissen gibt. Sie haben 70.000 DNA-Stränge von Reissorten in ihren Kühlschränken. Auf Basis ihres Wissens haben sie eine Datenbank gebaut, die kleinen Farmern dabei helfen sollte, optimal Reis anbauen zu können. Leider hat die niemand verwendet.

Warum das?
Na ja, keiner der Farmer hatte ein Smartphone, geschweige denn einen Computer zur Verfügung. Das einzige, was es in jedem noch so kleinen Dorf gibt, ist ein Telefon. Also haben sie eine sprachgesteuerte Datenbank gebaut. Der Farmer kann nun anrufen, seine Parzelle Land beschreiben und mithilfe von Machine Learning nennt das System die richtige Menge an Dünger und so weiter. Sprache macht digitale Systeme möglich, die natürlich zu bedienen sind. Das hilft auch Menschen, die vielleicht nicht mit Computern aufgewachsen sind oder zu jung sind, um sie zu bedienen. In Zukunft wird die erste menschliche Interaktion mit einem digitalen System über die Sprache sein.

Herr Vogels, vielen Dank für das Interview.

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2 Kommentare zu "Amazon-CTO Werner Vogels: „Durch Sprache wird Technologie menschlicher“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • „Durch Sprache wird Technologie menschlicher“

    Sprache war schon immer das Mittel der Wahl, um Menschen zu manipulieren.
    Auch wenn sie im Allgemeinen eher besseren bzw. menschenfreundlicheren Zielen dient. So wohl hoffentlich auch im in diesem Artikel aufgeführten Beispiel:

    „Einer unserer Kunden bei Amazon Web Services ist das International Rice Research Institute auf den Philippinen – die wissen wirklich alles, was es über Reis zu wissen gibt. (Anmerkung dazu: Wirklich alles?) Sie haben 70.000 DNA-Stränge von Reissorten in ihren Kühlschränken. Auf Basis ihres Wissens haben sie eine Datenbank gebaut, die kleinen Farmern dabei helfen sollte, optimal Reis anbauen zu können. Leider hat die niemand verwendet. >>> Warum das? >>> Na ja, keiner der Farmer hatte ein Smartphone, geschweige denn einen Computer zur Verfügung. Das einzige, was es in jedem noch so kleinen Dorf gibt, ist ein Telefon. Also haben sie eine sprachgesteuerte Datenbank gebaut. Der Farmer kann nun anrufen, seine Parzelle Land beschreiben und mithilfe von Machine Learning nennt das System die richtige Menge an Dünger und so weiter. Sprache macht digitale Systeme möglich, die natürlich zu bedienen sind. Das hilft auch Menschen, die vielleicht nicht mit Computern aufgewachsen sind oder zu jung sind, um sie zu bedienen. In Zukunft wird die erste menschliche Interaktion mit einem digitalen System über die Sprache sein.“

    Technologischer Fortschritt im Allgemeinen - und dabei auch Sprachinteraktion mit digitalen Interfaces im Besonderen - in allen Ehren (wirklich!!), aber:

    Ich will auch in Zukunft nicht von einem Apparat „angesprochen“ werden, sondern (wieder) von e c h t e n Menschen mit eigener Meinung. Und das bestimmt nicht nur in Person eines „External facing technologisten“, sondern von möglichst vielen verschiedenen. Und ohne mein Wissen "abgehört" werden will ich schon mal gar nicht.

    (Teil 2/2 folgt!)

  • Teil 2/2:

    Das ist es, jedenfalls aus meiner Sicht, was für die Kunden immer Bestand haben wird (dies zu „Mitunter denken wir, Innovation bedeutet immer, etwas Neues zu erschaffen, aber manchmal muss man einfach nur darüber nachdenken, welche Wünsche immer für die Kunden Bestand haben werden.“).

    Nehme mal an (bzw. hoffe es), dass die - jedenfalls die meisten - das genauso sehen.