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Amazon und Google Wenn der Lautsprecher aufs Wort hört

Internet-Riesen wie Amazon und Google preschen in den Haushalt mit Lautsprechern vor, mit denen man sich unterhalten kann. Für Elektronik-Hersteller bedeutet das eine ganz neue Konkurrenzlage. Sie stellen sich um.
Kann nicht nur Musik abspielen, sondern sogar zuhören. Quelle: dpa
Amazon Echo

Kann nicht nur Musik abspielen, sondern sogar zuhören.

(Foto: dpa)

BerlinErst haben vernetzte Lautsprecher, die Musik direkt aus dem Internet abspielen können, die Hifi-Branche umgekrempelt. Jetzt stehen die jungen Herausforderer selbst vor einer Bedrohung für ihr Geschäft. Denn der Trend geht zu Lautsprechern, die nicht nur Musik abspielen können, sondern auch zuhören und Sprachbefehle erkennen. Damit sollen sie im Haushalt zu einer zentralen Schnittstelle für die Kommunikation mit Computern und Haustechnik werden – ganz natürlich per Sprache.

Amazon machte mit seinem Lautsprecher „Echo“ vor, wie das funktionieren kann. Das Gerät liefert auf Anfrage nicht nur Informationen aus dem Internet wie Wettervorhersage oder Kochrezepte, sondern kann auch Artikel bei dem Online-Händler nachbestellen. Nahezu endlos werden die Möglichkeiten aber durch die Schnittstellen, über die Amazon Anbietern anderer Dienste den Zugang zu seiner sprechenden Assistentin Alexa öffnete. Damit kann man nicht nur vernetzte Hausgeräte steuern, sondern bekommt auch Zugriff auf alle möglichen Dienstleistungen und kann sich zum Beispiel eine Pizza oder einen Wagen bestellen.

Nach dem 2014 vorgestellten ersten „Echo“ für 180 Dollar in den USA, der nach Schätzungen einiger Marktforscher bereits drei Millionen Mal verkauft wurde, legte Amazon nach. Jetzt gibt es eine ganze Produktfamilie mit dem Bluetooth-Modell „Tap“ und dem kleinen „Echo Dot“, der die vernetzten Funktionen in andere Lautsprecher bringen soll. In Deutschland sind die Geräte bisher nicht verfügbar.

Googles Tagträume
Entwicklerkonferenz Google I/O
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Bei der Entwicklerkonferenz Google I/O stellt der Internet-Konzern traditionell seine wichtigsten Neuheiten vor. Die Highlights in diesem Jahr auf einen Blick.

(Foto: AP)
Google Assistant
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Ein smarter Assistent, mit dem man sich unterhalten kann, soll in Zukunft viel mehr als die klassische Google-Suche bieten. Die Idee ist, dass man jede Frage stellen oder Aufgabe erteilen kann – und mit Hilfe von Spracherkennung und künstlicher Intelligenz kümmert sich Google darum.

(Foto: AFP)
Google Home
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Der vernetzte Lautsprecher soll den Sprachassistenten ab Herbst in den Haushalt bringen. Geplant ist eine ganze Plattform mit Schnittstellen für Geräte und Dienste anderer Hersteller. Der Lautsprecher muss immer zuhören, damit er keine Aufträge verpasst.

(Foto: AFP)
Android N
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Für die nächste Version des dominierenden Smartphone-Systems wurden einige neue Funktionen vorgestellt wie die Möglichkeit, auch auf einem Telefon zwei Apps nebeneinander laufen zu lassen. Für die Auswahl des endgültigen Namens – Google benennt die Android-Versionen traditionell in alphabetischer Reihenfolge nach Süßigkeiten – wurde eine Umfrage gestartet.

(Foto: dpa)
Instant Apps
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Heute muss man warten, bis sich eine App komplett heruntergeladen hat. Die Idee von Instant Apps ist, die Anwendung in kleine Fragmente zu teilen, damit man schon sofort anfangen kann, sie zu nutzen.

(Foto: AFP)
Daydream
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Google will das Zukunftsfeld virtuelle Realität nicht Vorreitern wie Facebooks Oculus oder Samsung überlassen und startet eine eigene Plattform mit dem Namen Daydream (Tagtraum). Das sollte für ein einheitliches Erlebnis auf Smartphones verschiedener Hersteller sorgen. Auch Youtube wurde für VR-Inhalte, mit denen man in virtuelle Welten eintauchen kann, umgebaut.

(Foto: AP)
Allo
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Google will gegen die Übermacht der Facebook-Dienste WhatsApp und Messenger mit einem eigenen Kurzmitteilungs-Service ankämpfen. Allo soll sich auf Googles künstliche Intelligenz stützen und dem Nutzer selbst passende Antworten sowie Restaurants und Kinofilme vorschlagen, ebenso wie Emojis.

(Foto: Reuters)

Und der Erfolg des „Echo“ scheint erst der Anfang eines großen Trends zu sein. Google springt auf das Amazon-Prinzip mit dem eigenen Lautsprecher „Home“ auf, der zum Herbst auf den Markt kommen soll. Dahinter steckt eine neuer Google-Assistent aus der Cloud auf Basis künstlicher Intelligenz. Apple macht seine Sprachassistentin Siri schlauer und lässt sie ebenfalls mit anderen Diensten verknüpfen. Siri ist bereits nicht nur im iPhone, sondern auch in der Fernsehbox Apple TV drin und zuletzt gab es das Gerücht, ein vernetzter Lautsprecher solle ebenfalls folgen. Mit den Geräten der zugekauften Marke Beats hätte Apple sogar eine Plattform dafür im eigenen Haus.

Unter den Herstellern vernetzter Lautsprecher herrscht jetzt Unruhe. Beim Pionier Sonos kündigte Gründer und Chef John MacFarlane verstärkte Investitionen in Sprachsteuerung an. „Wir sind Fans davon, was Amazon mit Alexa und der Echo-Produktlinie gemacht hat“, erklärte er. Der Echo werde den Zugang zu Musik, Wetterprognosen und „vielen, vielen anderen Dingen“ beeinflussen. Der neue Kurs ging mit einem Stellenabbau in unbekannter Höhe einher.

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