Apple Enttäuschende Rekorde

Nie hat ein Tech-Unternehmen mehr in einem Quartal erwirtschaftet als Apple in den vergangenen drei Monaten. Doch der Erfolg reicht nicht. Die Aktie fällt. Apple braucht dringend ein neues, bahnbrechendes Produkt.
Update: 28.01.2014 - 06:41 Uhr 16 Kommentare

Ist der Apple-Hype am Ende?

San FranciscoAn Rekorden mangelt es mal wieder nicht in Apples jüngsten Quartalszahlen. Aber ausgerechnet da, wo es drauf ankommt, patzt Unternehmenschef Tim Cook. Die iPhone-Verkäufe blieben im Weihnachtsquartal  hinter den Erwartungen. Der Nettogewinn liegt auf Vorjahresniveau und die Prognosen für das laufende Quartal sprechen von Stagnation.

Das ist nicht das, was die Wall Street erwartet, um die Aktie wieder auf Werte um 700 Dollar zu hieven. Nachbörslich ging es kräftig um bis zu acht Prozent abwärts. Ein Elfmeter für Apple-Kritiker und Großinvestor Carl Icahn, der immer lauter ein Aktienrückkaufprogramm von 150 Milliarden Dollar fordert, um Geld an die Aktionäre zurückzugeben. Auf der Hauptversammlung Ende Februar wird es zum Showdown kommen.

Eigentlich ist mal wieder alles rosarot: 57,6 Milliarden Dollar Umsatz im Weihnachtsquartal, sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Niemals hat ein Technologieunternehmen mehr in einem Quartal erwirtschaftet. Der Nettogewinn betrug 13,1 Milliarden Dollar oder 4,37 Milliarden Dollar pro Monat.

Und doch hat Cook ein bizarres Problem: Apples Vermögen steigt unaufhörlich an. Rund 159 Milliarden Dollar in Cash und kurzfristigen Analgen schlummern jetzt auf den Konten, rund 78 Prozent davon in Steueroasen außerhalb der USA. Das sind noch einmal zwölf Milliarden Dollar mehr als im Quartal zuvor. Und Cook hatte doch versprochen, in einem 100 Milliarden Dollar schweren Programm einen Teil des Schatzes bis Ende 2015 an die Aktionäre zurückzugeben. Doch tatsächlich ist es nur ein Teil des Zuwachses.

Bislang haben die Aktionäre immer still gehalten, selbst als der Aktienkurs 2012 bis unter 400 Dollar durchsackten. Doch der heutige Rückschlag bis auf hauchdünn über 500 Dollar im nachbörslichen Handel wischt einen Großteil der jüngsten Erholung wieder weg und stellt ihre Geduld erneut auf die Probe.

Showdown zwischen Carl Icahn und Apple im Februar
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16 Kommentare zu "Apple: Enttäuschende Rekorde"

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  • Kaufen, kaufen, kaufen! – Die Aktie natürlich, nicht das Produkt. Wie einer meiner Vorkommentatoren bereits bemerkte: Kein Unternehmen kann ständig neue, revolutionierende Produkte erfinden. Schließlich baut Daimler auch weiter nur Autos, KraussMaffeiWegman Panzer und McDonalds Burger, die sie lediglich weiter entwickeln. Dann lieber iPhones!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Schon erstaunlich, dass so viele Weltverbesserer das Handelsblatt lesen, anstatt Gemüse zu pflanzen.

  • Ich bin wirklich froh, dass die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren zu diesem Beitrag das Problem tatsächlich erkannt hat. Unser Wirtschaftssystem. Denn leider verhält es sich genauso bei den börsennotierten Unternehmen. Sie sind dazu verdammt von Jahr zu Jahr ihren Umsatz zu steigern, unabhängig davon ob die Produkte tatsächlich gebraucht und verkauft werden oder nicht. Die Zahlen müssen stimmen, auf Teufel komm raus. Die Ressourcenverschwendung und die Kostenerparnis um jeden Preis führen doch dazu, dass der Mensch sich quasi selber ruiniert. Ich befürchte allerdings, dass ich ein weltweites Umdenken diesbezüglich leider nicht mehr erleben werde.

  • Und auf wessen Kosten? Betrachten Sie das Ganze mal etwas detaillierter, dann werden Sie Ihre Aussage gleich revidieren.

  • Miese Figur!
    Im Gegensatz zu Ihnen dürften Jobs ein Paar 100.000 Arbeitsplätze geschaffen haben...

  • Kein Wunder.
    Inzwischen gibt es viele bessere und preiswertere Handys und Tablets unter anderem von der südkoreanischen Konkurrenz, die jetzt schon Apple als Marktführer abgelöst hat.
    So gesehen, ist auch der Aktienkurs viel zu hoch.
    Dass das Unternehmen noch gute Gewinne macht, liegt an den überhöhten Preisen und seiner merkwürdigen und fanatischen Apple-Fangemeinde und an seinem Status als Aluminium versus Plastik, ungeachtet der technischen Überlegenheit der "Plastikgeräte".

  • Was sat uns das? Banker und die "Wall Street" passen irgendwie doch zum "Wolf of Wall Street"-Image. Ich finde die Zahlen beim Blog Mac-Harry gut aufbereitet als Grafiken.

  • Wer braucht Apple???

  • Mir ist wichtig, daß möglichst wenig iphones verkauft werden.
    Sonst hat ja bald jeder eines... ganz schlecht.

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