Apple Pay in Großbritannien Die stille Apple-Revolution

Apple hat seinen mobilen Bezahldienst in Großbritannien gestartet. In der U-Bahn, bei McDonald's oder im Café funktioniert der Dienst bereits reibungslos. Deutschland ist davon noch meilenweit entfernt.
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Apple bietet seinen Bezahldienst nun auch in Großbritannien an. Quelle: ap
Bezahlen mit dem iPhone

Apple bietet seinen Bezahldienst nun auch in Großbritannien an.

(Foto: ap)

London/DüsseldorfEtwas mehr Aufmerksamkeit hat sich Geoff Marshall schon erhofft. Vielleicht einen interessierten Blick, ein Lächeln oder ein Stirnrunzeln. Doch der Busfahrer lässt sich nichts anmerken, rein gar nichts, als Marshall an diesem Dienstagvormittag die Busfahrt bezahlt und dieses Mal nicht wie sonst üblich eine Kreditkarte oder eine der speziell für den Londoner Nahverkehr entwickelten Bezahlkarten an das Lesegerät hält, sondern sein iPhone. „Der Busfahrer hat noch nicht mal mit der Wimper gezuckt, bin enttäuscht“, wird er kurze Zeit später über den Kurznachrichtendienst Twitter schreiben.

Dabei ist es nicht nur für Geoff Marshall eine Premiere: Der US-Konzern Apple hat am Dienstag seinen Bezahldienst „Apple Pay“ in Großbritannien gestartet. Es ist das erste Land außerhalb der USA, in dem die Besitzer von Apple-Geräten wie Mobiltelefonen und der Apple Watch damit bezahlen können. In den USA läuft Apple Pay bereits seit Oktober 2014.

Mehr als 250.000 Geschäfte und Cafés akzeptieren von Anfang an diese Bezahlvariante, darunter die Drogeriekette Boots, Marks-and-Spencer-Läden, McDonald's sowie Kaffeehausketten wie Starbucks und Costa. Dazu kommen Busse und U-Bahnen. Experten trauen Apple Pay zu, dass es Menschen dazu bringt, alte Gewohnheiten abzulegen, Bargeld abzuschwören und sein Handy beim Bezahlen einzusetzen.

Zumindest auf der britischen Insel. „Die Grundvoraussetzungen und die Akzeptanz scheinen dort größer zu sein als in Deutschland“, beobachtet Sven Korschinowski, der als Partner den Bereich „Payment & Innovation Consulting“ bei KPMG leitet. „Die 250.000 Händler und acht große Banken direkt zu Beginn, eine positive Grundhaltung dem Mobile Payment gegenüber bei der Generation 18 plus in Großbritannien– dies kombiniert mit einer sicheren Verschlüsselung sind überzeugende Argumente dafür, dass es sich rasch durchsetzt.“

In Deutschland wäre die Einführung ungleich schwerer, denn es herrscht großer Nachholbedarf bei der technischen Ausrüstung. Der Digitalverband Bitkom schätzt, dass es in Deutschland rund 60.000 Akzeptanzstellen für das kontaktlose Bezahlen gibt – das entspricht nur acht Prozent der Kassenterminals.

Doch die Händler rüsten auf. Neu eingeführt hat es gerade Aldi Nord in allen 2400 Filialen, auch Netto bietet bundesweit die Kreditkartenzahlung an. In den 640 Kaufland-Filialen und in allen Lidl-Supermärkten werden seit dem 1. Juli Kreditkarten von Mastercard und Visa akzeptiert, auch Aldi Süd zieht nach. „Mit diesen tektonischen Verschiebungen haben wir in Deutschland die Voraussetzung für eine flächendeckende Nutzung kontaktloser Kreditkarten geschaffen“, sagt KPMG-Experte Korschinowski.

Deutsche hängen am Bargeld
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21 Kommentare zu "Apple Pay in Großbritannien: Die stille Apple-Revolution"

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  • @ G. Nampf (Giannis Peissinger):
    "Die einzige Möglichkeit ist, von vorneherein keine Daten zu erzeugen.
    Nur Daten die garnicht erst anfallen, sind sicher."

    Was soll das denn heißen? Zurück auf die Bäume?

  • Damit hier kein komplett schiefes Bild entsteht, ein wichtiger Hinweis:

    Es gibt auch unter Politikern redliche Menschen, die sich bis zur Selbstaufgabe für andere einsetzen (schließlich hat die Weltgemeinschaft trotz allem in den letzten Jahrzehnten durchaus beachtenswerte Fortschritte gemacht!).

    Da die Skrupellosigkeit und Dreistigkeit sowie das immense Beharrungsvermögen - nicht zuletzt aufgrund der fast immer über Geldflüsse gesteuerten Netzwerke der Macht, die von zu vielen UNredlichen Politikern gesteuert werden die Bemühungen der Redlichen immer wieder torpedieren kann, muss das ganze globale politische System auf den Stand der heutigen Zeit gebracht werden.

    Meiner Meinung nach kämpfen die "Anständigen" unter den Politikern (und sonstigen "Einflussreeichen" sonst zu oft auf verlorenem Posten.

    Sie sollten daher ihren Einfluss m.E. weitaus stärker und durchdachter dafür einsetzen, um für die für eine solchen Systemwechsel notwendigen Mechanismen zu kämpfen bzw. diese zu unterstützen, wenn sie es tatsächlich gut mit den Menschen meinen

    Statt ihre Energien in fast aussichtslosen Projekten, bei denen es viel zu lange dauert, bis sich dank ihrer Hartnäckigkeit endlich ein Erfolg zeigt zu verschleißen, was letzten Endes schlicht Verschwendung wertvoller Zeit wäre.

    Zeit, die wir nicht haben. Vor allem die unter uns nicht, denen es aktuell schlecht geht.

  • Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Ups, der Kommentar gehört zur Antwort auf G. Peissinger ( 15.07.2015, 11:24 )

  • @ Annette Bollmohr


    - "... (per globaler Internet-Verfassung, an deren Erarbeitung jeder einzelne Erdenbürger sich beteiligen darf bzw. soll UND bei deren Verabschiedung er nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet ist, sich an der Abstimmung zu beteiligen). "

    Hihi, setzen Sie das mal in China um, und zwar so, daß sich die chinesische Regierung auch daran hält. Nicht einmal hier in Europa (immerhin nennen diese Staaten sich "Demokratie") wird sich daran gehalten. Unsere Sicherheitsbehörden (Konzerne ohnehin) machen, was sie wollen und wenn sie mal zurückgepfiffen werden, wird ein Gestz gemacht, das die illegale Praxis legalisiert..


    - "Sonst kommen wir (ganz global gesehen jetzt) nicht schnell genug voran,..."

    Gerade diese Eile ist es die die Gesetze schlecht macht.

  • @Annette Bollmohr

    Wie soll das denn gehen? Obrigkeiten stellen immer sicher, daß nur sie den Nutzen daraus ziehen.

    Die einzige Möglichkeit ist, von vorneherein keine Daten zu erzeugen.

    Nur Daten die garnicht erst anfallen, sind sicher.

  • Nochmal:
    Also müssen wir (wir alle, nicht die Politiker) die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle von dieser Entwicklung profitieren und nicht nur einige, und das noch auf Kosten anderer.

  • @G. Nampf: "Zu glauben , daß die Daten erst erzeugt und dann bei Bedarf sortiert werden, ist schon ein bisserl naiv und eindeutig Papierzeitalter...."

    Das glaube ich doch gar nicht.

    Das, was @Giannis Peissinger ("Man kann aus Billionen Daten eine Person herauspicken.
    Auch ueber indirekte Daten, sogenannte Metadaten.") schreibt, ist auch mir bekannt.

    Es bleibt aber dabei, dass kein Mensch diese für das menschliche Vorstellungsvermögen nicht mehr fassbaren unablässigen Datenflut einer KONKRETEN Person zuordnen kann. Es entsteht vielmehr das virtuelle Bild einer UNBEKANNTEN PERSON (genauer: Millionen/Milliarden unbekannter Personen).

    Und es ist Aufgabe ebendieser Millionen bzw. Milliarden, dafür Sorge zu tragen, dass so SCHNELLSTMÖGLICH der rechtliche Rahmen dafür geschaffen wird (per globaler Internet-Verfassung, an deren Erarbeitung jeder einzelne Erdenbürger sich beteiligen darf bzw. soll UND bei deren Verabschiedung er nicht nur berechtigt, sondern verpflichtet ist, sich an der Abstimmung zu beteiligen).

    Sonst kommen wir (ganz global gesehen jetzt) nicht schnell genug voran, weder politisch noch wirtschaftlich. Weil wir die halbe Zeit damit beschäftigt sind, auf irgendwelche Fallstricke zu achten.

    Diese müssen daher von vornherein "entschärft" werden, damit jedermann sich in Ruhe auf das Wesentliche konzentrieren kann.

  • @Annette Bollmohr

    "Wenn irgendjemand - ob Einzelperson oder Riesenorganisation - auf die Idee käme, sich für solche Daten Unbekannter WIRKLICH zu interessieren, hätte der viel zu tun. "

    Die Auswertung läuft in Echtzeit, d.h. wenn die Daten beim Bezahlvorgang entstehen.
    Das gleiche passiert mit unseren Bewegungsdaten.

    Zu glauben , daß die Daten erst erzeugt und dann bei Bedarf sortiert werden, ist schon ein bisserl naiv und eindeutig Papierzeitalter....

  • das geht es vllt. auch darum das die ganzen Abwicklungskosten in der Masse viel Geld kosten, was der Händler dem Kunden auf das Auge drücken "will / muss".

    Mich interessiert also was der durchschnittliche Händler an Apple als Provision abdrücken muss

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