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HP Spectre Folio

Gut fünf Jahre hat HP nach eigenen Angaben an dem extrem flachen Design gefeilt.

(Foto: HP)

Apple unter Druck HP und Microsoft wollen mit ihren Laptops in die Chefetagen

Der PC-Hersteller HP hat neue Geräte vorgestellt, die Laptop und Tablet in einem sind. In dem Segment ist Microsoft bereits stark. Der gemeinsame Gegner: Apple.
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New YorkLeder ist die Wahl für teure Chefsessel, noble Dienstwagen, mondäne Besprechungsräume, Brieftaschen oder teure Damenhandtaschen. Und jetzt auch für Laptops. HP, der PC-Marktführer, hat sein neues Modell „HP Spectre Folio“ untrennbar mit der Lederhaut verschmolzen. Das zusammengefaltet 1,5 Zentimeter flache Gehäuse riecht sogar ein wenig wie ein Neuwagen.

Die neue Verpackung zeigt nicht nur, wie HP sich den Laptop der Zukunft vorstellt. Es zeigt auch die Ambitionen des US-Konzerns, das eigene Produkt als Gerät der Wahl in Chefetagen zu etablieren. Es tritt an gegen die Apple-Laptops und moderne 2-in-1-Geräte, die als Laptop und Tablet fungieren können wie das Microsoft Surface.

Gut fünf Jahre hat HP nach eigenen Angaben an dem extrem flachen Design gefeilt. Das Motherboard wurde eigens zusammen mit Intel entwickelt, um dem Akku möglichst viel Platz zu lassen. Der Stromspeicher nimmt fast 80 Prozent des verfügbaren Raums ein und soll bis zu 18 Stunden durchhalten.

Als Einstiegspreis für ein Folio mit Core-5-Chip, acht Gigabyte Arbeitsspeicher und 256 GB-Flash-Festplatte werden für den US-Markt 1299 Dollar plus Steuern genannt. Aber es gibt auch deutlich teurere Varianten, wenn etwa die optionale 4G-Mobilfunkanbindung gewählt wird.

Die Konkurrenz schießt sich auf Apple ein, das die Weiterentwicklung seiner Laptops vernachlässigt und sich auf iPhones und digitale Dienste wie App-Shop und Musik konzentriert. Das ergibt durchaus Sinn, denn den Umsatz mit Dienstleistungen will Apple-Chef Tim Cook bis 2020 auf 14 Milliarden Dollar steigern. Im Quartal bis Ende Juni lag die Sparte bei einem Umsatz von 9,55 Milliarden Dollar.

Zum Vergleich: Die Sparte mit Mac-Computern und Laptops kommt bei Apple auf 5,33 Milliarden Dollar Quartalsumsatz und ist zuletzt geschrumpft. Während des großen Hardware-Events im September gab es neue iPhones, aber nichts über neue Laptops zu berichten. Die Fans hoffen jetzt inständig auf aufgefrischte Modelle im Frühjahr.

In die Bresche wollen HP, Microsoft und andere brechen. Immerhin erwartet der Marktforscher Canalys nach sieben Jahren der Schrumpfung für 2019 ein kleines Plus des PC-Markts von 0,3 Prozent, wobei das Wachstum praktisch ausschließlich von den modernen 2-in1-Laptops wie Surface oder eben Spectre Folio getragen werden soll.

Das am Montag in New York vorgestellte Spectre Folio kommt mit einem 13,3-Zoll-Bildschirm und Intel-Core-5 oder 7-Prozessoren der neuesten, achten Generation. Später soll ein hochauflösender 4K-Bildschirm folgen. Doch das bieten auch andere Rechner. Das Besondere an HPs Gerät ist die unaufdringliche Vielfältigkeit.

Der Bildschirm ist magnetisch mit dem Gehäusedeckel verbunden und fungiert als klassischer Laptop. Ein leichter Ruck löst die untere Hälfte von der Unterlage ab und die wird dann wie ein Zelt über der Tastatur festgestellt, etwa um Filme zu sehen. Das Touchpad bleibt dabei frei, um eine leichte Bedienung sicherzustellen.

Vollständig abgeflacht schmiegt sich der Bildschirm mit der Rückseite an die hintergrundbeleuchtete Tastatur und ergibt so ein Tablet. Das ist alles nicht neu, aber im Gegensatz zu anderen 2-in-1-Geräten wie etwa den in Unternehmen beliebten Microsoft Surface-Modellen muss nichts abgenommen und wieder angeflanscht oder umgedreht werden. Alles geht flüssig von der Hand und wie von selbst, wie ein erster Test des knapp 1,45 Kilogramm schweren Geräts zeigt.

Microsoft wird am Dienstag in New York voraussichtlich neue Surface und Surfacebook-Laptops bzw. -Tablets vor allem für Geschäftskunden vorstellen. Erwartet werden Modelle mit den aktuellsten Intel-Prozessoren, die es auch mit schwarzem Gehäuse geben soll – so wie die ersten Surface-Rechner fast sechs Jahre zuvor. Das Hardware-Geschäft hat sich nach großen anfänglichen Problemen für Microsoft zu einer stabilen Sparte mit einem Quartalsumsatz von über einer Milliarde Dollar entwickelt.

Ein Faktor, der dazu beiträgt, ist die offene Firmenpolitik, die Microsoft seit dem Antritt von Vorstandschef Satya Nadella verfolgt. Egal ob Apple iOS oder Googles Android: Microsoft unterstützt ein große Bandbreit an Software. Ein Windows-PC bietet also die im Cloud-Zeitalter notwendige Flexibilität, was gerade bei Unternehmen Kaufängste sinken lässt.

Auch HP ist sich dessen bewusst und setzt in den neuen Geräten auf die „Always Connected“-Initiative von Microsoft. Windows-10-Rechner werden so 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche am Internet und in der Cloud hängen können. Die Geräte der „Spectre Folio“-Reihe werden in den USA wohl ab Ende Oktober angeboten. In Europa beginnt die Auslieferung laut HP voraussichtlich im November oder Dezember.

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