Apple Wieder bessere iPhone-Verkäufe erwartet

Das wertvollste Unternehmen der Welt legt am Dienstag seine Zahlen für das Weihnachtsquartal vor. Für Apple ist dies der wichtigste Zeitraum des Jahres. Er wird zeigen, ob der Konzern den Weg zum Wachstum zurückfindet.
Update: 30.01.2017 - 17:36 Uhr Kommentieren
Der Konzern büßte mit seiner iPhone-Sparte Umsatz ein. Analysten rechnen aber durch das Weihnachtsgeschäft mit Zuwächsen. Quelle: AP
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Der Konzern büßte mit seiner iPhone-Sparte Umsatz ein. Analysten rechnen aber durch das Weihnachtsgeschäft mit Zuwächsen.

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CupertinoIst es Apple im vergangenen Weihnachtsgeschäft gelungen, mit dem iPhone 7 den monatelangen Geschäftsrückgang zu stoppen? Am Dienstag (ab 22.30 MEZ) wird das wertvollste Unternehmen der Welt diese Frage mit aktuellen Quartalszahlen beantworten. Analysten rechnen mit Zuwächsen. Sie erwarten im Schnitt ein Umsatzplus bei zwei Prozent auf über 77 Milliarden Dollar.

Auch die iPhone-Verkäufe dürften gestiegen sein. Marktbeobachter schätzten den Absatz auf 75 bis 80 Millionen Geräte. Im Weihnachtsquartal 2015 waren die Verkäufe minimal auf 74,8 Millionen iPhones gestiegen. Das erlaubte Apple, einen Rekord-Quartalsgewinn von 18,4 Milliarden Dollar zu melden.

Apple und Google – Das müssen Nutzer bei Apps beachten

In den Geschäftsquartalen danach verkauften sich die iPhones jedoch jeweils schlechter als ein Jahr zuvor. Im Ergebnis schloss Apple sein Geschäftsjahr 2016 Ende September mit einem Umsatzrückgang von 8 Prozent auf 215,6 Millionen Dollar ab, der Gewinn schrumpfte um 14 Prozent auf 45,7 Milliarden Dollar.

Beim im September gestarteten iPhone 7 zweifelten viele Marktexperten an, ob es diese Rückgänge stoppen kann, da es weitestgehend das Aussehen der noch 2014 eingeführten 6er-Serie beibehielt. Zugleich vermieste sich der wichtigste Rivale Samsung sein Weihnachtsgeschäft selbst mit den Batteriebränden bei seinem „iPhone-Killer“ Galaxy Note 7, das nach einer weltweiten Austauschaktion schließlich ganz aus dem Verkehr gezogen werden musste. Das iPhone ist das wichtigste Apple-Produkt und macht rund zwei Drittel des Geschäfts des Konzerns aus. Aus dieser Abhängigkeit versucht sich Apple unter anderem mit dem Ausbau des Geschäfts mit Online-Diensten zu lösen.

Vom Technik-Knochen zur Wunder-Flunder
Nokia Communicator 9000
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Der Pionier der Smartphone-Ära: Im Jahr 1996 – über zehn Jahre vor dem ersten iPhone – stellte Nokia auf der Cebit in Hannover den „Communicator“ vor. Das rund 2700 Mark teure und gut 400 Gramm schwere Gerät wurde als „Büro im Westentaschenformat“ angepriesen. Eine der wichtigsten Funktionen: Der aufklappbare Communicator konnte Faxe senden und empfangen. Außerdem gab es einen elektronischen Kalender, ein digitales Adressbuch und einen Taschenrechner.

Nokia N-Gage
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Lange vor Angry Birds und Pokémon Go experimentierte auch Nokia mit einer Mischung aus Handy und Spielkonsole: 2003 kam das N-Gage auf den Markt. Das erste echte Spiele-Handy des finnischen Konzerns machte zwar viele Schlagzeilen, fand aber nicht so viele Käufer. Nur wenige Entwickler schrieben Spiele für den Mini-Bildschirm, zudem war das Gerät nicht gerade billig. Geradezu absurd: Um Spiele auszutauschen, musste man den Akku herausnehmen. Nokia stellte die Serie später ein.

Blackberry-Modelle
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Die Ära der frühen Business-Smartphones prägte die Firma Blackberry: Die Kanadier brachten Anfang der 2000er Jahre die ersten Handys auf den Markt, mit denen telefoniert und E-Mails empfangen werden konnten. Charakteristisch bis heute: Die physikalische Tastatur der Smartphones (auch wenn Blackberry inzwischen reine Touchscreen-Geräte anbietet).

Steve Jobs mit dem ersten iPhone
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Nokia, Blackberry, Motorola: Sie alle wurden kalt erwischt von der Präsentation, die Steve Jobs im Januar 2007 hielt: Der damalige Apple-Chef versprach dem Publikum gleich drei Geräte in einem: einen Musikplayer mit Touch-Bedienung, ein revolutionäres Telefon und einen grundlegend neu konzipierten Internet-Kommunikator. Das iPhone betrat die Bühne und sollte den Markt grundlegend umkrempeln. Apples Konkurrenten hatten noch Jahre später große Schwierigkeiten, eine angemessene Antwort zu geben.

Das HTC Dream (G1) mit Android-Betriebssystem
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Nur Google mit seinem damaligen Chef Eric Schmidt war gut vorbereitet. Schmidt saß seit 2006 auch im Verwaltungsrat von Apple und hatte wohl mitbekommen, in welche Richtung sich der Zukunftstrend im Mobilfunk bewegen wird. Schon im Sommer 2005 hatte Google das Start-up Android übernommen, um eine Steuerungssoftware für Kameras zu entwickeln. Doch nach der iPhone-Premiere wurde das Projekt neu ausgerichtet. Im Oktober 2008 kam mit dem HTC Dream das erste Android-Smartphone auf den Markt.

Smartphone Galaxy Note von 2012
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Neben Google kann sich Samsung als Gewinner des danach einsetzenden Android-Booms fühlen. Im ersten Quartal 2012 lösten der südkoreanische Konzern Nokia als weltgrößten Mobiltelefonhersteller ab. Der langjährige Marktführer war mit seinem eigenen Betriebssystem nicht gegen iOS von Apple oder Android von Google angekommen.

Microsoft kauft Handy-Geschäft von Nokia
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Schließlich trat der Software-Riese Microsoft im April 2014 als Retter in der Not auf und kaufte die Handy-Sparte von Nokia für knapp 9,5 Milliarden Dollar. Doch der Deal konnte die Nokia-Smartphones nicht vor dem Untergang bewahren: Nach einer Serie von schlechten Quartalsergebnissen wurde die Sparte vom neuen Microsoft-Chef Satya Nadella fast vollständig abgewickelt. Den Namen Nokia ließ Microsoft schon vorher verschwinden.

Finanziell spielt es für Apple keine große Rolle, ob der Konzern einige Milliarden Dollar mehr oder weniger verdient. Apple setzt auf einem Geldberg von über 230 Milliarden Dollar. Allerdings ist das Interesse am neuen iPhone-Modell ein wichtiger Indikator für die Strahlkraft der Marke, von der die Zukunftsaussichten des Unternehmen abhängen.

Während die Verkäufe von Mac-Computern Marktforschern zufolge schwächelten, schätzen Analysten, dass der Konzern im vergangenen Quartal drei bis sieben Millionen Geräte von seiner Computer-Uhr Apple Watch verkaufen konnte. Apple selbst nannte seit der Markteinführung der Smartwatch im Frühjahr 2015 bisher keine Absatzzahlen.

  • dpa
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