ARD und ZDF blicken in die Röhre Den Öffentlich-Rechtlichen fehlen 84 Millionen

ARD, ZDF, Arte und Deutschlandradio brauchen jährlich 84 Millionen Euro mehr, haben sie ausgerechnet. Dennoch bleibt der Rundfunkbeitrag bis Ende 2014 stabil. Was danach passiert, ist noch offen.
Update: 30.04.2013 - 16:01 Uhr 35 Kommentare
ZDF-Logo mit Mainzelmännchen: Die Öffentlich-Rechtlichen müssen sparen. Quelle: dapd

ZDF-Logo mit Mainzelmännchen: Die Öffentlich-Rechtlichen müssen sparen.

(Foto: dapd)

BerlinARD, ZDF, Arte und Deutschlandradio fehlen in der laufenden Beitragsperiode zwischen 2013 und 2016 rund 84 Millionen Euro pro Jahr. Das geht aus der am Dienstag veröffentlichten Meldung der Sender an die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hervor.

Die Summe entspreche einem Prozent des Gesamtbudgets aller Sender, erklärten die öffentlich-rechtlichen Anstalten in einer gemeinsamen Mitteilung, ohne das Gesamtvolumen exakt zu benennen. Die Ausgaben für Phoenix, 3Sat und die Spartenkanäle sind bei ARD und ZDF bereits eingerechnet. Die Privatsender kritisierten das Vorgehen der Öffentlich-Rechtlichen.

„Das ist die niedrigste Anmeldung in der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland und ein Wert, der umgerechnet weiterhin unterhalb der allgemeinen Teuerungsrate liegt“, teilten die Sender mit. Die ARD bezifferte ihren jährlichen „ungedeckten Finanzbedarf“ auf 54,4 Millionen Euro, das ZDF auf rund 17,7 Millionen Euro. In der Beitragsperiode ab 2013 bezahlt der Rundfunkteilnehmer nicht mehr auf Geräte bezogen - die Abgabe wird erstmals pro Haushalt erhoben.

Der Beitragszahler, heißt es in der Mitteilung, werde bis Ende 2014 weiterhin seine 17,98 Euro pro Wohnung bezahlen. Was danach passiert, ist offen, ist aus Senderkreisen zu hören. Im Herbst werde es eine Aktualisierung der geplanten Beitragseinnahmen auf der Grundlage der bis dahin verfügbaren Zahlen geben. Im Frühjahr werde mit einer Stellungnahme der KEF gerechnet. Danach wird der Beitragszahler wissen, ob er ab 2015 stärker zur Kasse gebeten wird oder auch nicht.

Die ARD errechnete für sich Mehrausgaben beim Programm von 1,1 Prozent, im Personalbereich trotz Stellenabbau von 2,3 Prozent. In der technischen Verbreitung wird gespart, unter anderem weil die Verträge mit Kabel Deutschland gekündigt wurden und die Ausstrahlung der ARD-Hörfunksender über Mittelwelle gestoppt wird.

„Für alle ARD-Landesrundfunkanstalten ist und bleibt es eine große Herausforderung, trotz erheblicher Spar- und Rationalisierungsanstrengungen weiterhin ein anspruchsvolles Programm anzubieten“, sagte der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor. „Dieser Aufgabe werden wir uns stellen.“

Auch ZDF-Intendant Thomas Bellut unterstrich die Sparbemühungen seines Senders: „Mir ist bewusst, dass die Finanzierung durch den Rundfunkbeitrag ein Privileg ist, mit dem wir verantwortungsvoll umgehen müssen“, sagte er. „Unabhängiger Qualitätsjournalismus und ein insgesamt hochwertiges Fernsehangebot brauchen eine sichere Finanzierungsgrundlage. Mit erheblichen Sparanstrengungen tragen wir dazu bei, dass die Anmeldung sehr niedrig bleibt.“

Die im Verband VPRT zusammengeschlossenen Privatsender kritisierten ARD und ZDF für ihr Vorgehen und forderten, „eine grundsätzliche Diskussion über den Versorgungsauftrag zu führen“, wie der VPRT in Berlin auf dpa-Anfrage mitteilte. Dazu gehöre auch Umfang und Ausrichtung der öffentlich-rechtlichen Angebote von ARD und ZDF. „Erst der Auftrag, dann das Portfolio und die entsprechende Finanzausstattung“, sagte VPRT-Geschäftsführer Claus Grewenig. „Ein fokussierter Auftrag könnte auch die Diskussionen über die regelmäßig bei der KEF angemeldeten Mehrbedarfe beenden, die auch mit der aktuellen Gebührenanmeldung wieder einher gehen werden.“

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35 Kommentare zu "ARD und ZDF blicken in die Röhre: Den Öffentlich-Rechtlichen fehlen 84 Millionen"

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  • 7,8 Milliarden reichen insgesamt nicht aus ?
    Das sind fast 3 Milliarden Euro mehr als BRAUN Melsungen mit 47.000 Mitarbeitern weltweit in einem Jahr umsetzt. Also 47 Tausend Menschen arbeiten ein Jahr lang und erreichen nicht mal das was die Sender nur ausgeben...nur ma so.

  • aus dem grund ist er auch zur ard rübergelaufen daswegen zahleich auch diese zwangsgebühren nicht

  • ARD und ZDF sind zu reinen Propaganda Maschinen verkommen.
    Die Pressefreiheit wird nicht genutzt, die in einer Demokratie eine außerparlamentarische Opposition unterstützen soll, wie es dringenst nötig ist.
    Daher bleibt nur Auflösung beider Sender, zu groß, zu undurchsichtig und unehrlich dem Bürger ggenüber und ausgerecht der soll zwangsweise zahlen müssen. Ein gewisses Maß an Perversion ist dem nicht abzusprechen.

  • Danke für den Beitrag. Bürger dieses Landes, leistet bitte zivilen Ungehorsam.

  • Ja ist schon klar :
    Die Propagandamaschine braucht mehr Geld.
    Kollektive Gehirnwäsche hat nun mal ihren Preis ...

  • Soso, die nächsten Gebührenerhöhungen werde schon vorbereitet. Diese Anstalten sind sich für nichts zu blöd. Jetzt wo jeder Haushalt zur "Zwangsabgabe" verpflichtet wurde, kann man auch noch alle 2 Jahre ordentlich zulangen. Ist schließlich alles durch den Staatsvertrag gedeckt. Und die 400.000€ Gehälter für die Intendanten gibts oben druff. Oder die Ansage der Lottozahlen für 450.000€. Oder Fussball für viele Millionen Euro. Immer mehr Zwang, die Menschen in Deutschland werden nach allen Regeln der Kunst ausgenommen, wie eine Weihnachtsganz! Frohen Maifeiertag meine fleissigen Deutschen!

  • Das ist einfach nur empörend! Öff. rechtl. Bezahlfernsehen und niemand haftet für das unternehmerische Versagen der Akteure. Hier zeigt sich einmal mehr wie verwoben Presse und Politik sind (denn die Politiker haben uns ja diese Suppe eingebrockt).

  • Diese Selbstbeweihräucherung der sogenannten Offentlich-Rechtlichen ist nicht zum Aushalten: Bis auf wenige Ausnahmen sind fast alle diese Sender einfach nur grottenschlecht, gefährlich volksverdummend, für den der den Mist der Nachrichten glaubt.
    Ich habe mir angewöhnt, grundsätzlich das Gegenteil als Wahrheit anzunehmen, was die ÖR so von sich geben in den Nachrichten. Wer rettet uns vor diesem Müll?

  • ...da musste ich auch schallend lachen..."das die Anmeldung niedrig bleibt"...hat der den Schuss immer noch nicht gehört? Selbst in den Nachrichten seines eigene Senders wurde uns gesagt, wir brauchen uns nicht mehr anmelden...die Rechnung für den "Beitrag" kommt seit Januar von ganz allein ins Haus....Erster Sparvorschlag...schickt den Bellut nach Hause...ohne Pension!!!

  • Das ist unser sozialer Beitrag für sonst arbeitslose, öffentlich-rechtliche Angestellte und sonstige Pöstcheninhaber. Wohin auch mit diesen Menschenmassen? Es gibt sowieso viel zu wenig Arbeit, insbesondere gutbezahlte. Die Politik übernimmt halt die Ideenfindung, um Zeitgenossen in Lohn und Brot zu bringen. Leider reicht es nicht für alle, die eine auskömmliche Tätigkeit benötigen. Unsere Polithansel arbeiten noch daran und, erfahrungsgemäß, wird das Gegenteil draus.
    Nur Mut!

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