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AT&T-Tochter Streaming-Experte wird neuer Chef von Warner Media

Jason Kilar wird künftig den Mutterkonzern von HBO und CNN leiten. Bei seiner Bewerbung half ihm vor allem eine Schlüsselqualifikation.
02.04.2020 - 17:23 Uhr Kommentieren
Fast zehn Jahre lang arbeitete der umtriebige Manager bei Amazon. Quelle: AFP
Jason Kilar

Fast zehn Jahre lang arbeitete der umtriebige Manager bei Amazon.

(Foto: AFP)

New York Streaming-Erfahrung steht bei Medien-Unternehmen derzeit ganz oben auf der Liste der Qualifikationen, wenn es darum geht, neue Führungskräfte zu suchen. Deshalb hat Warner Media, die Mutter von CNN und HBO, Jason Kilar als neuen CEO verpflichtet.

Kilar war Chef des Streaming-Dienstes Hulu – und bringt eine entsprechende Expertise mit. Warner Media ist eine Tochter von AT&T und will Ende Mai mit seinem eigenen Streaming-Angebot HBO Max auf den Markt kommen. Da kommt der 48-Jährige wie gerufen.

Kilar gilt als umtriebiger Manager und Unternehmer. 1996, noch als MBA-Student an der Harvard Business School, lernte er in einer Vorlesung Jeff Bezos kennen und war so beeindruckt, dass er sich eine Woche später erfolgreich um einen Job bei ihm bewarb. Fast zehn Jahre blieb er bei Amazon, wo er zum Vizepräsident für weltweite Application-Software aufstieg.

Mike Lehr, ein ehemaliger Mitbewohner noch aus den Zeiten an der University of North Carolina, wo Kilar sich auf Journalismus und BWL fokussiert hatte, beschrieb den damaligen Studenten als „dreifache Bedrohung“: „Schlau, kreativ und voller Energie.“

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    Nach seiner Zeit bei Amazon stieg Kilar selbst zum CEO auf: Vom Gründungsjahr 2007 bis 2013 führte er den Streaming-Anbieter Hulu, der damals ein Gemeinschaftsunternehmen von Comcasts NBC Universal, Walt Disney und 21st Century Fox war und zeitgleich mit Netflix auf den Markt kam. Während Netflix auf einen werbefreien Abo-Dienst setzte, wählte Kilar bei Hulu aber ein werbefinanziertes Modell.

    Mir war immer klar, dass ich sofort zugreifen würde, wenn wir Kilar dazu bekommen könnten, für AT&T zu arbeiten. John Stankey (Präsident von AT&T)

    Nach seinem Rücktritt bei Hulu trat er dem Aufsichtsrat von Dreamworks Animation bei. Außerdem gründete Kilar mit der Unterstützung von Finanz-Investoren und von Jeff Bezos‘ Investment-Arm „Bezos Expeditions“ einen eigenen Abo-basierten Video-Dienst mit dem Namen „Vessel“. 2016 verkaufte er den Dienst an den Telekom-Konzern Verizon. Schon damals war klar, dass Telekom-Anbieter immer stärker eigene Inhalte anbieten werden.

    Nun geht es für Kilar zu dem frisch fusionierten Konzern AT&T. Es ist das erste Mal, dass er nicht bei einem Start-up, sondern bei einem Großunternehmen mit fest geformten Strukturen anheuert. Der Telekom-Riese AT&T hatte Time Warner 2018 für mehr als 85 Milliarden Dollar übernommen. Die Integration war zum Teil stürmisch verlaufen. Viele Manager aus den Time-Warner-Zeiten kamen mit der neuen Linie nicht zurecht und räumten ihre Posten.

    Bei TimeWarner ersetzt Kilar John Stankey, der sich ganz auf seinen Posten als Präsident des Gesamt-Konzerns konzentrieren wird. Stankey gilt auch als möglicher Kandidat für die Nachfolge des AT&T-Chefs Randall Stephenson. Über die Ernennung von Kilar sagte Stankey: „Mir war immer klar, dass ich sofort zugreifen würde, wenn wir ihn dazu bekommen könnten, für AT&T zu arbeiten.“

    Angriff auf die Etablierten

    Bei AT&T steht Kilar vor einer neuen Herausforderung. Er muss mit HBO Max ein neues Streaming-Produkt in einem erbittert umkämpften Markt durchsetzen. Theoretisch sind die Zeiten wegen des Coronavirus dafür zwar optimal, da die meisten Menschen zuhause sitzen und froh über jede Ablenkung sind.

    Aber in der Praxis haben bereits viele Amerikaner die Streaming-Dienste von Netflix, Amazon Prime, Apple, Comcast und Disney abonniert. Sie muss Kilar nun davon überzeugen, dass sie für „Friends“, „Game of Thrones“ und „South Park“ 15 Dollar pro Monat hinlegen.

    Was die Sache zusätzlich erschwert: Mit neuen Serien wird Kilar in naher Zukunft nicht aufwarten können: Film-Produktionen sind derzeit wegen des Coronavirus weltweit komplett gestoppt.

    Außerdem hat er als neuer Vorstandsvorsitzender bei Warner Media nicht nur das Kabelfernsehen von HBO zu verantworten, sondern auch das Nachrichten-Geschäft von CNN und die Produktionsstudios von Warner Bros. Beides Bereiche, in denen der Streaming-Experte wenig Erfahrung hat.

    „Es wird absolut eine Lernkurve geben“ räumte Kilar gegenüber dem Wall Street Journal ein und lobte die Arbeit des CNN-Chefs Jeff Zucker und der Warner-Bros-Chefin Ann Sarnoff. „Mein Job ist es, ihnen zuzuhören und sie zu unterstützen“.

    Mehr: Ann Sarnoff: Die Chefin von Warner will auf Emotionen setzen

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