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Audio-Spezialist Bose verklagt Apples Übernahmefavoriten Beats

Die teure Übernahme des Kopfhörer-Anbieter Beats durch Apple ist wieder schwieriger geworden: Die Hifi-Firma Bose wirft Beats Patentverletzungen vor. Dabei geht es um die Technologie zur Geräuschunterdrückung.
Update: 28.07.2014 - 16:36 Uhr Kommentieren
Für insgesamt drei Milliarden Dollar will Apple die Kopfhörerfirma Beats übernehmen. Bose wirft Beats Patentverletzung vor. Quelle: dpa

Für insgesamt drei Milliarden Dollar will Apple die Kopfhörerfirma Beats übernehmen. Bose wirft Beats Patentverletzung vor.

(Foto: dpa)

New York Der Audio-Spezialist Bose legt der milliardenschweren Übernahme der Kopfhörerfirma Beats durch Apple Steine in den Weg. Bose wirft Beats Patentverletzungen vor und reichte Klagen vor einem US-Gericht sowie der Handelskommission ITC ein. In den am Wochenende veröffentlichten Klagen geht es um fünf Patente für die Technologie zur aktiven Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen, die in Beats-Kopfhörern verwendet wird.

Apple will Beats für insgesamt drei Milliarden Dollar übernehmen. Dabei soll der iPhone-Konzern vor allem an dem Musik-Streamingdienst interessiert sein, der ebenfalls zu Beats gehört. Die Kopfhörer sind zugleich ein lukratives Geschäft und könnten Apple die Zielgruppe jüngerer Nutzer weiter öffnen.

Bose erklärte in den Klagen, das Unternehmen habe seit über 30 Jahren an der Technologie zur aktiven Geräuschunterdrückung geforscht und viele Patente dafür angehäuft. Allein in aktuellen Bose-Kopfhörern sei die Technik mit 14 Schutzrechten und 13 weiteren Anträgen geschützt.

Bei dem Verfahren werden von außen kommende Geräusche von extra erzeugten Schallwellen neutralisiert. Dafür haben die Geräte spezielle Mikrofone, die den Umgebungslärm einfangen. Das Prinzip kommt auch in Smartphones wie zum Beispiel Apples iPhone zum Einsatz. Bose hatte auch früher schon wegen der Technologie geklagt, unter anderem gegen den Hifi-Spezialisten Monster Cable.

Den Klagen zufolge kam Firmengründer Amar Bose die Idee für eine aktive Unterdrückung von Außengeräuschen während eines Fluges von Zürich nach Boston im Jahre 1978. Er sei unzufrieden damit gewesen, dass der Fluglärm in den Kopfhörer drang und habe sich noch in der Luft ein Konzept für die Neutralisierung von Umgebungsgeräuschen ausgedacht. Seitdem habe die Firma an der Technologie gearbeitet. Zunächst seien in den 80er Jahren Prototypen für amerikanische Militärpiloten entwickelt worden, im Jahr 2000 folgte das erste Verbrauchermodell. Amar Bose starb im Juli vergangenen Jahres im Alter von 83 Jahren.

Die fünf Patente, um die es in den Klagen geht, regeln verschiedene technische Aspekte der Signalverarbeitung, die für aktive Geräuschunterdrückung notwendig ist. Vor Gericht im US-Staat Delaware verlangt Bose ein Verkaufsverbot und dreifachen Schadenersatz, weil Beats die Patente bewusst verletzt habe. Die ITC kann bei Patentverletzungen die Einfuhr von im Ausland hergestellten Produkten in die USA verbieten.

Unterdessen bekam Apple grünes Licht aus Brüssel: Die EU-Kommission habe keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken, teilte die Behörde am Montag in Brüssel mit. Zwar verkauften beide Unternehmen Kopfhörer, ihr gemeinsamer Marktanteil bleibe aber gering, erklärten die europäischen Wettbewerbshüter. Schließlich gebe es auf dem Kopfhörermarkt zahlreiche Konkurrenten wie Sennheiser, Sony – und Bose.

Auch mit Blick auf die Musik-Streaming-Angebote der beiden Unternehmen – iTunes von Apple und Beats Music – gebe es keine Bedenken, erklärte die Kommission und verwies auf den schwedischen Streaming-Dienst Spotify und Deezer aus Frankreich.

Apple hatte Ende Mai angekündigt, Beats für drei Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) kaufen zu wollen. Es wäre der teuerste Zukauf der Unternehmensgeschichte. Die Beats-Gründer, der Rapper Dr. Dre und der Musikmanager Jimmy Iovine, sollen ins Apple-Management aufsteigen.

  • dpa
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