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Audio-Überwachung Facebook will sich Technik zum Abhören von Smartphones patentieren lassen

Mikrofone von Smartphones unbemerkt einschalten und Gespräche aufzeichnen: Diese Technik will Facebook patentieren – aber angeblich gar nicht nutzen.
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Sollte das Patent genehmigt werden und entgegen der Beteuerungen doch zum Einsatz kommen, droht Facebook aber ein neuer Datenskandal. Quelle: Reuters
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Sollte das Patent genehmigt werden und entgegen der Beteuerungen doch zum Einsatz kommen, droht Facebook aber ein neuer Datenskandal.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfWenn man Facebook danach fragt, reagiert der Tech-Konzern mit einem klaren Nein. Nein, niemand in der Firma höre heimlich Gespräche von Nutzern mit. Zu dieser Feststellung sah sich Facebook vor zwei Jahren im firmeneigenen Newsroom veranlasst. Medien hatten berichtet, der Konzern belausche Konversationen über die Mikrofone mobiler Geräte, um den Menschen maßgeschneiderte Werbung anbieten zu können.

Niemand hat die Absicht, Handy-Mikros für seine Werbezwecke zu missbrauchen? Ein Patentantrag von Mitte Juni lässt einen anderen Schluss zu. Darin meldet Facebook eine Technik an, die es dem sozialen Netzwerk erlaubt, einen Audiomitschnitt der Umgebungsgeräusche anzufertigen – ob nun belangloser Smalltalk in der Sonne oder Bettgeschichten.

In dem Patentantrag mit der Kennung US 2018/0167677 A1 legt Facebook dar, wie der US-Konzern mithilfe eines Audiosignals das Mikrofon eines Handys aktivieren kann. Dieses Signal ist für einen Menschen nicht hörbar. Verschiedene Daten, die sich aus der Aufzeichnung ergeben, könnten später an Facebook gesendet und von der Werbeabteilung analysiert werden.

Der Trigger, der die Aufzeichnung startet, könnte dem Antrag zufolge beispielsweise in TV-Spots eingebettet werden. Ein Impuls, den der Konsument nicht wahrnimmt. Das Unternehmen schreibt, es könne so erkennen, ob ein Nutzer die Werbung vorspult, blockiert oder bis zum Ende ansieht. Facebook wolle erfahren, wie effektiv ein Spot sei. Anhand des Nutzerprofils könnten Werbespots oder andere Inhalte optimiert werden: Erkennt Facebook, wo der Nutzer wohnt, können Adressen und andere Informationen, die im Spot vorkommen, an diesen Standort angepasst werden.

Eine Nachfrage der Nachrichten-Website „Mashable“ wiegelte Facebook ab. Es habe nicht vor, die beschriebene Technologie tatsächlich anzuwenden. Es sei „gewöhnliche Praxis, Patente anzumelden, um Vorstößen anderer Unternehmen vorzubeugen“, sagte Facebooks Vizepräsident Allen Lo dem Portal. Patente richteten sich nach zukunftsorientierten Technologien und seien „oft spekulativ“. Will wohl sagen: Facebook schütze die Welt vor anderen Tech-Unternehmen, die eines Tages auf die Idee kommen könnten, die Mikrofone von Smartphones anzuzapfen.

Die „New York Times“ hat sich hunderte Facebook-Patente angeschaut und meint: Facebook überlege, „nahezu jeden Lebensaspekt der Nutzer auszuwerten“. Etwa wo er sich gerade seine Zeit vertreibt – und mit wem.

Nutzern bleibt kaum etwas anderes übrig, als dem Unternehmen zu glauben. Sollte es die Lizenz zum Abhören bekommen und entgegen der Beteuerungen doch einsetzen, droht Facebook aber ein neuer Datenskandal.

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