Automatisierung im Beruf Kollege Algorithmus greift nach Ihrem Bürojob

Erst waren es die Fabriken, nun erobern Maschinen auch die Büros. Welche Folgen hat die Digitalisierung für unseren Arbeitsalltag? Ein Blick in die Zukunft der Super-Computer und Algorithmen.
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Einige Bürojobs könnten in der Zukunft von Algorithmen übernommen werden – Büroangestellte brauchen daher ein höheres Qualifikationsniveau. Quelle: dpa
Künstliche Intelligenz statt Menschen?

Einige Bürojobs könnten in der Zukunft von Algorithmen übernommen werden – Büroangestellte brauchen daher ein höheres Qualifikationsniveau.

(Foto: dpa)

HannoverZum Preis von 21.500 US-Dollar gibt es das Büro der Zukunft schon heute. Es ist eine Art Mischung aus Zahnarztstuhl und Raketenleitstand. Lichttherapie und Luftfilter sind schon inklusive bei dem umgerechnet 19.000 Euro teuren High-Tech-System. Der Anbieter aus Kanada verspricht damit „die Zukunft der Büro-Arbeitsumgebung“.

Für Büroangestellte aber könnte der High-Tech-Trend etwas anderes bedeuten als eine Science-Fiction-Welt mit einer Bildschirmphalanx und ergonomischem Thron in der Mitte. Die Technik könnte den Menschen in der Mitte verschwinden lassen. Wenn zum Beispiel die Logistikkette bald nahtlos per Mini-Chip zu verfolgen ist, muss kein Mensch mehr Lieferscheine prüfen, Bestelllisten abhaken und Rechnungen schreiben.

Diese Technologien prägen die Arbeitswelt von morgen
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Durchschnittlich begabt war gestern. Wer heute ins Berufsleben startet, dessen Aufstiegschancen bemessen sich daran, wie gut er oder sie die Technologien beherrscht, mit denen er oder sie arbeitet. Fachkräfte werden in den kommenden sechs Jahren extrem gefragt sein. Wer als Arbeitnehmer nicht über die entsprechenden Fähigkeiten verfügt, dem bieten sich verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten an.

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Doch häufig schlummert zum Beispiel in Produktionsarbeitern ein enormes Potenzial – der Arbeitgeber muss es nur richtig einsetzen. Im GE-Fertigungswerk für Hausgeräte im US-Bundesstaat Kentucky durften die entsprechenden Mitarbeiter die Arbeitsabläufe samt Anordnung der Maschinen neu arrangieren. Das Ergebnis: Ein Viertel der Materialkosten konnte gespart werden; der Arbeitsaufwand wurde um mehr als ein Drittel reduziert. Überzählige Mitarbeiter konnten zudem ihre Erfahrung in anderen Produktionsbereichen dauerhaft einbringen.

Flugzeugturbine
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Besonders das Industrial Internet wird großen Einfluss auf die Arbeitswelt von morgen nehmen. So wird es in Zukunft immer wichtiger werden, Menschen, Daten und Maschinen intelligent miteinander zu vernetzen. In Zukunft könnte es etwa möglich sein, eine Flugzeugturbine mit Sensoren und einer Art Twitter-Account auszustatten, der die Daten der Turbine direkt an den Hersteller übermittelt. Produktions- und Weiterentwicklungsprozesse können so schneller optimiert werden.

A staff of Nissan and media crew drive the LEAF electronic car during a media preview of CEATEC JAPAN 2013 in Chiba
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Das fahrerlose Auto: Was derzeit noch als Vision erscheint, könnte sich in einigen Jahren in Realität verwandelt haben. Autobauer Nissan schätzt, dass 2020 die ersten Serienfahrzeuge mit Selbstfahrtechnik ausgerüstet sein werden. Möglich wird dies durch die enge Zusammenarbeit von Auto- und Computerindustrie. Von dieser Entwicklung profitieren Unternehmen wie Pendler gleichermaßen.

Ein 3D-Drucker
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3D-Drucker haben das Potenzial, ganze Fertigungsketten von Unternehmen zu revolutionieren. Statt riesiger Hallen, könnte ein Produktionsstandort in Zukunft kaum größer sein als ein Wohnhaus.

GE Healthcare Innovations
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Schon jetzt arbeiten sehr viele Menschen im Gesundheitswesen. In den nächsten Jahrzehnten wird die Branche zu einem der größten Arbeitgeber werden, denn das Verlangen nach langer Gesundheit und guten Behandlungsmöglichkeiten wächst unaufhörlich. Neben künstlichen Gelenken und Organen werden bald vielleicht auch ganze künstliche Körperteile verpflanzt werden können.

„Alles wird vernetzt“, sagte Telekom-Chef Timotheus Höttges vor wenigen Tagen vor den Aktionären in Köln. „Und auch die fertigen Produkte sind vernetzt und liefern Daten.“ Dieter Kempf, der Chef des Branchenverbandes Bitkom, drückte es zur weltgrößten IT-Messe CeBIT diesen Frühling so aus: „In der Wirtschaft wird kein Stein auf dem anderen bleiben.“

Zur Industrie-Weltleitmesse in Hannover kritisierte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) diesen April den Nachholbedarf bei der Digitalisierung: „Wir müssen in Europa einfach einen Zahn zulegen, genauso wie wir auch in Deutschland einen Zahn zulegen müssen.“

Dabei wollen die Netzbetreiber eine Schlüsselrolle spielen. „Wir werden in den nächsten Jahren das industrielle Internet bauen und damit ein Tor für ganz neue Wertschöpfungsketten aufstoßen“, sagte Vodafone-Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum zur CeBIT.

Fakt ist: Schon heute gibt es längst Firmen mit dem Geschäftsmodell, Büroarbeit durch Algorithmen zu ersetzen. Die 2004 gegründete Firma Celaton aus Großbritannien etwa nimmt für sich in Anspruch: „Wir sind das erste Unternehmen, das künstliche Intelligenz entwickelt und zur Anwendung bringt, um arbeitsintensive Büroarbeit zu rationalisieren und zu automatisieren.“

„Anwesenheitspflicht und feste Arbeitszeiten waren gestern“
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