Autonome Autos, Krypto-Zahlungen Diese Technik-Trends setzen sich 2018 durch

Das Wettrennen ums autonome Auto entscheidet sich, der Handel akzeptiert Bitcoin auf breiter Front: Diese acht Technik-Trends werden 2018 prägen.
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2018 dürfte sich das Wettrennen um die Vorherrschaft beim autonomen Auto entscheiden. Quelle: AP
Selbstfahrende Autos von Uber

2018 dürfte sich das Wettrennen um die Vorherrschaft beim autonomen Auto entscheiden.

(Foto: AP)

Düsseldorf„Siri, wie hoch ist mein Kontostand?“ - Finanz-Informationen von digitalen Assistenten, wie Siri, Alexa oder Cortana abzurufen, dürfte schon bald für viele Nutzer zum Alltag gehören. Davon gehen zumindest Zukunftsforschungsinstitute wie GP Bullhound und BI Intelligence aus. Sie haben die wichtigsten Technologie-Trends für 2018 zusammengestellt – vom autonomen Fahren über Kryptowährungen bis zum Tod der E-Mail. Die wichtigsten Technik-Prognosen im Überblick.

Kryptowährungen werden als Zahlungsmittel akzeptiert
Der Hype um Bitcoin, Litecoin und Co. hat das vergangene Jahr geprägt. Der Beliebtheit des Bitcoins steht die mangelnde Händlerakzeptanz gegenüber. Bisher erlauben nur vereinzelte Anbieter das Zahlen mit Bitcoins, zum Beispiel das Urlaubsportal Expedia oder der amerikanische Möbelhändler Overstock. Ein steigendes Verbraucherinteresse, niedrigere Transaktionsgebühren und Betrugsschutz machen Kryptowährungen attraktiver für Großhändler. Sebastian Markowsky, Direktor bei der Technologie-Investment Bank GP Bullhound, prognostiziert Währungen wie Bitcoin und Litecoin daher ein erfolgreiches Jahr: „Wer dachte letztes Jahr wird ein erfolgreiches Jahr für diese Währungen, dessen Erwartungen werden in diesem Jahr getoppt. Regulation und Professionalisierung entwickeln sich schnell. Für den Einzelhandel ist vor allem Litecoin interessant.“

Sichere Zahlungsmethoden rücken in den Vordergrund
Online-Shopping boomt, überall im Netz hinterlassen Nutzer ihre Daten, vor allem ihre privaten Zahlungsmittel. Die Gefahr von Kreditkartenmissbrauch hat sich dadurch bereits massiv erhöht und droht in den kommenden Jahren weiter zu steigen. Dieses Problem müssen Finanzdienstleister lösen. Dabei setzten sie verstärkt auf künstliche Intelligenz. So hat beispielsweise Mastercard Brighterion übernommen, eine auf KI spezialisierte Software-Firma. Doch nicht nur Zahlungsdaten, sondern auch weitere persönliche Informationen sind in Gefahr. Besonders bei vernetzten Haushaltsgeräten werden immer häufiger Sicherheitslücken offenbar. Deswegen erwartet Markowsky von GP Bullhound, vor allem in diesem Bereich neue Technologien: „Ich glaube jeder hat die Reportagen gesehen mit irgendwelchen mit dem Internet verbundenen Kuscheltieren, die sich leicht hacken lassen. Hier herrscht massiver Nachholbedarf.“ Er vermutet, dass 2018 neue Plattformen entstehen mit denen sich Haushalte schützen können.

Technologie beeinflusst Politik
Im vergangenen US-Wahlkampf ist auch deutlich geworden, wie einfach sich politisch motivierte Kampagnen über Google und Facebook lenken lassen. Für Sebastian Markowsky ist das Zusammenspiel von Politik und Technik deshalb der interessanteste Trend in 2018: „Social Media wird stark reguliert werden. Das ist wichtig und richtig, weil die Dominanz von Google und Facebook dort extrem ist.“ Allein die Werbeausgaben lägen pro Jahr im digitalen Bereich zu fast zwei Dritteln bei den beiden Konzernen. „Das ist immens und nicht gesund“ sagt Markowsky. Eine der Hauptaufgaben für Politik und Konzerne wird es sein, das Zusammenspiel zu regulieren.  
Entscheidung im Wettrennen ums selbstfahrende Auto
Waymo, Uber und weitere Tech- und Autofirmen liefern sich schon lange einen Konkurrenzkampf bei der Entwicklung von selbstfahrenden Autos. BI Intelligence glaubt, dass dieser Wettkampf 2018 ein Ende findet. Zumindest wird vermutet, dass noch in diesem Jahr die ersten autonomen Wagen auf die Straße kommen sollen. Wer der tatsächliche Gewinner im Kampf um das Auto ohne Fahrer sein wird, wird sich allerdings erst mit der langfristigen Entwicklung der Fahrzeuge herausstellen.

Die Generation Z regiert den Markt
Zur Generation Z gehören alle, die zwischen 1996 und 2011 geboren wurden. Bis 2020 machen sie 40 Prozent der amerikanischen Konsumenten aus, und auch in Deutschland gehören sie zu einer der größten Konsumentengruppen. Die Gen Z ist die erste Generation, die ausschließlich im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist. Sie sind nutzen vor allem das Smartphone, sind im Gegensatz zu ihrer Vorgänger-Generation eher realistisch als optimistisch und haben eine extrem kurze Aufmerksamkeitsspanne. In diesem Jahr wird sich der Markt an eben diese Gruppe anpassen müssen – vor allem für die Marketing-Abteilungen eine schwierige Aufgabe.

Das Handy ersetzt den Fernseher – zumindest in China
Passend zur Smartphone-Generation Z entwickelt sich der Markt in China: Die Chinesen sind, unabhängig vom Alter, stark auf ihr Handy fixiert. Dafür sorgen unter anderem die immer weiter sinkenden Gerätepreise. GP Bullhound rechnet damit, dass die Handynutzung in China noch in diesem Jahr mit dem Fernsehkonsum gleichzieht und in den nächsten 24 Monaten sogar überholt. China ist ein extremes Beispiel für einen globalen Trend – bis das Smartphone in Deutschland den Fernseher ersetzt, wird es aber noch ein wenig dauern.

Übersetzungssoftware
Die Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden auf der ganzen Welt könnte noch in diesem Jahr um einiges leichter werden. Google arbeitet schon lange an einem Kopfhörer, der in Echtzeit Gespräche übersetzt. GP Bullhound rechnet mit mehr als einer Milliarde Nutzern neuester Übersetzungstechnologien im Jahr 2018. Schon 2016 nutzten 500 Millionen Menschen den Übersetzer Dienst von Google.

Das Ende der Email
Nicht nur Produktion und Vertrieb, sondern auch Kommunikation wird durch Technologie effizienter. Vor rund 50 Jahren erleichterte die Email die non-verbale Kommunikation. Laut Markowsky wird der elektronische Brief 2018 durch Chat-Tools ersetzt: „Die Emailnutzung wird von 2018 an sinken. Was jetzt anbricht ist eine neue Ära. Allein der Messeging-Dienst Slack wird bereits von 40 der „Fortune 100“ genutzt. Wenn solche Tools auf internationaler Ebene genutzt werden, dann ziehen auch kleinere Unternehmen nach.“  Neben Slack bieten auch Unternehmen wie Asana oder Trello Anwendungen, die den klassischen Mail-Verkehr nach und nach ersetzen können.

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