Autonomes Fahren Deutsch-amerikanisches Start-up Mesosphere will Plattform für vernetzte Fahrzeuge bieten

Keine Staus, keine Unfälle – so stellt sich das Start-up Mesosphere die Zukunft des Fahrens vor. Bereits in zehn Jahren soll die Vision Wirklichkeit werden.
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Auf der IFA stellt auch das Start-up Mesosphere seine Ideen vor. Quelle: dpa
IFA Shift Automotive

Auf der IFA stellt auch das Start-up Mesosphere seine Ideen vor.

(Foto: dpa)

BerlinBereits in zehn Jahren wird es durch vernetzte und autonom fahrende Fahrzeuge wesentlich weniger Unfälle geben – davon ist der Gründer und Chef der deutsch-amerikanischen Softwarefirma Mesosphere Florian Leibert überzeugt. Dann würden auch Staus auf den Straßen der Vergangenheit angehören, sagte der gebürtige Schweinfurter am Mittwoch der dpa am Rande der „Shift Automotive“ auf der Ifa in Berlin. Für die dafür nötige Auswertung der immer schneller wachsenden Datenberge will das Start-up die nötige Plattform bieten.

Das von dem Informatiker gemeinsam mit zwei weiteren Freunden 2013 in San Francisco gegründete Mesosphere hat ein Betriebssystem entwickelt, über das man Daten einheitlich managen kann, selbst wenn diese auf den verschiedensten Servern und Datenbanken gespeichert sind. Die Software ermögliche, ganz viele Technologien, etwa für den Transport, das Sichern oder die Analyse von Daten, auf einer einzigen Plattform zu installieren, erklärt Leibert. Bislang hat Mesosphere insgesamt 250 Millionen Dollar von namhaften Investoren eingesammelt.

Rund vier Terabyte an Daten fielen pro Auto nach achtstündiger Fahrt inzwischen an, sagte Leibert. Tendenz steigend. Mesosphere wolle den Wissenschaftlern Werkzeuge an die Hand geben, die Daten auf einfache Weise zu analysieren und neue, nutzbringende Services zu entwickeln. Zu den Kunden gehören bislang unter anderem die Deutsche Telekom sowie eBay, Paypal und Twitter.

In Deutschland gebe es allerdings eine Gratwanderung zwischen Regulierung und Innovation. „Der Gebrauch von Daten sollte nicht überreguliert werden, sonst fallen wir im internationalen Wettbewerb deutlich zurück.“ Daten für Innovationen zu nutzen, dürfe in Deutschland nicht ausgeschlossen werden. Unternehmen müssten aber angehalten sein, transparent mit ihnen umzugehen.

Generell sieht Leibelt die deutsche Automobilindustrie keineswegs abgehängt. „Audi weiß einfach, wie man schöne Autos baut.“ Deutschland sei ein „tolles Ingenieurs-Land“. Dagegen habe der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla die Industrie zwar angetrieben, die Erfolge seien aber „ein bisschen gehypt“ worden.

  • dpa
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