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Avago bietet für Broadcom Mega-Übernahme erschüttert Chipbranche

In der Chipbranche kommt es zu einer gigantischen Fusion. Der US-Konzern Avago bietet 37 Milliarden Dollar für den Konkurrenten Broadcom. Der neue Konzern mit Sitz in Singapur kommt auf einen Börsenwert von 77 Milliarden.
28.05.2015 Update: 28.05.2015 - 15:38 Uhr Kommentieren
2015 war das Rekord-Übernahmejahr
Marriott kauft Starwood
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Die Hotelkette Marriott International übernimmt den Konkurrenten Starwood Hotels & Resorts für umgerechnet gut 12 Milliarden Dollar. Gemeinsam wäre das neue Unternehmen mit über 5.500 Hotels mit 1,1 Million Zimmern der neue Branchenprimus. Es ist der größte Deal in der Hotellerie seit dem Kauf von Hilton durch den Finanzinvestor Blackstone 2007. Doch in diesem Jahr gab es noch einige dickere Geschäfte...

(Foto: ap)
Air Liquide übernimmt Airgas
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Mit einer Milliarden-Übernahme will der französische Gase-Hersteller Air Liquide dem deutschen Konkurrenten Linde den globalen Spitzenplatz in der Branche streitig machen. Die Franzosen verständigten sich mit dem Management des US-Unternehmens Airgas auf einen Preis von 143 US-Dollar je Aktie. Der Deal hat inklusive der Schulden von Airgas ein Volumen von 13,4 Milliarden Dollar.

(Foto: obs)
Vonovia will Deutsche Wohnen übernehmen
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Die größte deutsche Transaktion des Jahres fällt vergleichsweise bescheiden aus. Der Wohnungskonzern Vonovia bietet 15,6 Milliarden Dollar für Deutsche Wohnen.

(Foto: dpa)
Abbvie kauft Pharmacyclics
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In der US-Pharmabranche grassiert sichtbar die Konsolidierungswelle. Anfang März griff Abbvie bei Pharmacyclics zu, um die eigene Sparte Krebsforschung auszubauen. Im Mai wurde der Deal abgeschlossen: Das Geschäft ist 21 Milliarden Dollar schwer.

Quelle: Dealogic/Thomson Reuters/Handelsblatt Research Institute

(Foto: ap)
Ace kauft Chubb
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Der Versicherer Ace mit Sitz in Zürich zeigte im Juli Interesse für den Wettbewerber Chubb aus den USA. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen zu einem globalen Schwergewicht in der Sachversicherung werden. Nach der Übernahme soll Ace 70 Prozent am fusionierten Konzern halten. Der Preis für den Deal beträgt rund 28 Milliarden Dollar.

(Foto: Screenshot)
Wells Fargo kauft Finanzsparte von General Electric
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Der Siemens-Konkurrent General Electric verkauft sein Spezial-Finanzportfolio an die US-Bank Wells Fargo – Vermögenswerte von rund 28 Milliarden Euro wechseln den Besitzer. Mit einem Kaufpreis von über 30 Milliarden Euro sei der Deal bislang die größte Transaktion für GE. Das Geschäft soll bis zum ersten Quartal 2016 abgeschlossen sein.

(Foto: Reuters)
Shire bietet für Baxalta
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Shire will führender Spezialist für Medikamente gegen seltene Krankheiten werden. Deshalb will der in Irland ansässige Arzneimittelhersteller für etwa 30 Milliarden Dollar den US-Rivalen Baxalta schlucken. Das Vorhaben soll trotz Widerstands im Baxalta-Management vorangetrieben werden.

(Foto: Reuters)

Bangalore Die Chipbranche steht vor einer Mega-Fusion. Für 37 Milliarden Dollar will Avago Technologies den Wettbewerber Broadcom kaufen. Es wäre eine der größten Übernahmen in der Halbleiter-Industrie überhaupt. Der fusionierte Konzern soll zunächst auf einen Jahresumsatz von 15 Milliarden Dollar kommen und an der Börse 77 Milliarden Dollar wert sein, wie beide Partner am Donnerstag in einer gemeinsamen Mitteilung bekanntgaben.

Die Chipfirmen stehen unter wachsendem Druck sich zusammenzuschließen. Denn zum einen werden die von ihnen hergestellten Bauteile immer günstiger. Zum anderen steigt die Nachfrage nach neuen Produkten, die mobile Geräte mit dem Internet verbinden. Genau hier stärkt sich Avago mit der Broadcom-Akquisition, die bis Ende des ersten Quartals 2016 abgeschlossen sein und Kosteneinsparungen von 750 Millionen Dollar binnen 18 Monaten bringen soll. Analyst Romit Shah vom japanischen Geldhaus Nomura sprach von einem strategisch sinnvollen Deal.

Der neue Konzern soll in Singapur angesiedelt sein. Dort ist bereits einer der beiden Hauptsitze von Avago, der andere ist im kalifornischen San Jose. Broadcom sitzt bislang in Irvine (Kalifornien). Seine Halbleiter werden unter anderem in Smartphones von Apple und Samsung eingesetzt sowie in Technologien wie Wi-Fi und Bluetooth, die Funkverbindungen zwischen elektronischen Geräten herstellen. Broadcom litt zuletzt unter scharfer Konkurrenz durch Rivalen wie Qualcomm und MediaTek. Avago produziert Chips für die Mobilfunkbranche und andere Industriebereiche.

Größte Übernahme von Avago war bislang der Kauf des Chipherstellers LSI Corp für 6,6 Milliarden Dollar vor einem Jahr. 2015 gab der Konzern Reuters-Informationen zufolge eine Offerte für Freescale Semiconductor ab. Die Firma wurde dann aber für 11,8 Milliarden Dollar von NXP Semiconductors geschluckt.

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    Broadcom-Aktionäre sollen jetzt 17 Milliarden Dollar in bar sowie Avago-Aktien im Wert von 20 Milliarden Dollar erhalten. Vor Durchsickern der Übernahmepläne wurde Broadcom nach Reuters-Berechnungen am Dienstag an der US-Technologiebörse Nasdaq mit knapp 29 Milliarden Dollar bewertet und Avago mit 36,5 Milliarden.

    Am Mittwoch schossen Broadcom-Titel dann um bis zu 23 Prozent in die Höhe und Avago vorübergehend um zehn Prozent, nachdem das „Wall Street Journal“ von dem Vorhaben berichtet hatte. Im Anschluss an die Bekanntgabe der Fusion notierten Avago am Donnerstag weitere 3,8 Prozent im Plus, während Broadcom im vorbörslichen Handel 0,7 Prozent abgaben.

    Die neuen Fusionsfantasien in der Branche gaben auch anderen Chipaktien Auftrieb. Die im Dax gelisteten Infineon -Papiere legten 4,8 Prozent zu. Der Chip-Designer Dialog gewann zwei Prozent.

    • rtr
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