Axel Springer Medienkonzern will US-Angebot ausbauen

Digital und international – so sieht sich der Medienkonzern Springer in Zukunft. Die Strategie erläuterte der Vorstand am Mittwoch den Aktionären. Dabei geht der Blick auch nach Übersee.
Bei dem Medienkonzern boomt das Internetgeschäft. Quelle: dpa
Axel Springer

Bei dem Medienkonzern boomt das Internetgeschäft.

(Foto: dpa)

BerlinDer Medienkonzern Axel Springer sieht in den USA großes Potenzial für den Ausbau seiner Digitalstrategie. Ein „Leuchtturm“ sei bereits das konzerneigene US-Wirtschafts- und Finanzportal Business Insider, das sich mit einem zukunftsweisenden Geschäftsmodell zu einem digitalen „Wall Street Journal“ von morgen entwickeln werde, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner bei der Hauptversammlung des Konzerns am Mittwoch in Berlin. Business Insider erreiche heute bereits mehr als 100 Millionen Nutzer weltweit.

Neben dem im vergangenen Herbst erworbenen Finanznachrichtendienst setzt Springer in diesem Jahr vor allem auf das Wachstum der Content-Plattform Upday und der mobilen Einkaufsplattform Retale. Die Investitionen belasteten das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) allerdings um 45 Millionen Euro und bremsten das Wachstumstempo im Gesamtjahr, sagte Döpfner. 2015 hatte der Konzern bei einem Umsatz von 3,29 Milliarden Euro einen Nettoüberschuss von 304,6 Millionen Euro erwirtschaftet.

Springer sei schon ein digitales Unternehmen, betonte Döpfner. Wachstumstreiber seien die sogenannten Rubrikenangebote im Internet wie allen voran die Online-Stellenbörse Stepstone und das französische Immobilienportal Seloger.com. Großes Potenzial haben laut Döpfner auch die Bezahl-Abos im digitalen Journalismus. „Bild“ und „Welt“ zählten Ende vergangenen Jahres zusammen 384.000 zahlende Abonnenten.

Um das digitale Wachstum zu beschleunigen, hatte Springer die gesellschaftsrechtliche Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) erwogen. Als solche hätte sich das Medienhaus an der Börse schneller zusätzliches Kapital beschaffen können, ohne dass Hauptaktionärin Friede Springer an Einfluss verloren hätte.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
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Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
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Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
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Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
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Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
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Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
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Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

Das Vorhaben war im Februar verworfen worden. Als Grund nannte Döpfner am Mittwoch erneut Bedenken von Finanzinvestoren und freien Aktionären. Außerdem sei die Umwandlung in eine KGaA „keine wirkliche Herzensangelegenheit“ für Verlegerwitwe Friede Springer gewesen.

An den Geschäften des Medienhauses hatten die Aktionäre wenig auszusetzen. Sie erhalten wie im Vorjahr eine Dividende von 1,80 Euro pro Papier.

  • dpa
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