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Axel-Springer-Porträt Wie die Bild-Zeitung groß wurde

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Politischer Springer bleibt auf der Strecke
Nicht weniger als „das größte Zeitungshaus Europas“ wollte Axel Springer bauen. Quelle: dapd

Nicht weniger als „das größte Zeitungshaus Europas“ wollte Axel Springer bauen.

(Foto: dapd)

Das Buch erzählt nüchtern und akribisch viele Details aus dem Unternehmerleben. Die Dissertation ist eine echte Fleißarbeit. Doch genau darunter leidet die Lesbarkeit. Trotz spannender Kehrtwendungen wird das Unternehmerleben des janusgesichtigen Axel Springer eher langweilig erzählt. Ein Drittel des Buchs besteht zudem aus Fußnoten und Literaturhinweisen. Weniger Wissenschaftlichkeit hätte dem Werk gutgetan. Denn schließlich richtet sich das Campus-Buch nicht nur an Medien-Professoren, sondern an ein breites Publikum.

Ein weiteres Problem der Unternehmerbiografie ist, dass der Homo oeconomicus nicht vom Homo politicus zu trennen ist. Axel Springer war immer Kaufmann, Verleger und Politiker zugleich. Unvergessen ist seine ergebnislose Reise nach Moskau zum kommunistischen Diktator Nikita Chruschtschow. Die selbst gewählte politische Mission Springers wird nur verständlich, wer den unternehmerischen Aufstieg des Verlegers verstanden hat. Doch leider bleibt das Bild, das von Arnim vom Sohn eines vermögenden Altonaer Zeitungsverlegers zeichnet, am Ende bruchstückhaft.

Wer Axel Springer komplett begreifen will, kommt deshalb auch künftig um die Biografie des Historikers Hans-Peter Schwarz nicht herum. Der Politikwissenschaftler hatte vor vier Jahren mit seinem 734 Seiten umfassenden Werk ein Meisterstück abgeliefert. Der Zeithistoriker war der Erste, der grenzenlosen Zugang zum Archiv von Axel Springer hatte. Er hat den Menschen und Unternehmer Springer auf nie zuvor gekannte Weise porträtiert. Im Gegensatz zu von Arnim kann Schwarz unterhaltend schreiben. Das macht sein Buch zu einem Lesevergnügen.

Wichtige Abschnitte beleuchtet von Arnim dagegen kaum: Für die Herkunft und den unternehmerischen Auftakt während der Nazi-Diktatur verwendet er nur knappe sieben Seiten. Das ist ein Fehler. 1933, als Hitler die Macht übernahm, war Springer 21 Jahre, nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 33 Jahre alt. Es sind prägende Jahre. Zu Springers Vita gehört auch, dass er im September 1933 in Uniform des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps samt Hakenkreuzarmbinde posierte und sich als Autor für die „Altonaer Nachrichten“ für propagandistische Pflichtübungen des Nazi-Regimes einspannen ließ. Auf der anderen Seite half er Nazi-Verfolgten aus dem Freundeskreis. Es war eben ein Leben voller Widersprüche.

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