Axel Springer Rechtsstreit mit Google werde „viele Jahre“ dauern

Im Streit mit Google um Pressetexte im Internet kündigt Christoph Keese einen „Marathonlauf“ an. Der Axel-Springer-Manager rechnet mit einem jahrelangen Verfahren – notfalls „bis in die obere Gerichtsbarkeit“.
Marktbeherrschung ja, Marktmissbrauch nein: Das Landgericht Berlin urteilte zuletzt zugunsten von Google. Axel Springer will das Verfahren auf die nächste Instanz heben. Quelle: dapd
Sitz in Berlin

Marktbeherrschung ja, Marktmissbrauch nein: Das Landgericht Berlin urteilte zuletzt zugunsten von Google. Axel Springer will das Verfahren auf die nächste Instanz heben.

(Foto: dapd)

BerlinDer Streit zwischen einigen deutschen Verlagen und Google über die Veröffentlichung von Pressetexten im Internet geht wohl juristisch in eine neue Runde. Die Verlage würden „mit einiger Sicherheit“ die nächste Instanz anrufen, sagte am Donnerstag Axel-Springer -Manager Christoph Keese, der sich beim Berliner Medienkonzern um das Thema kümmert. „Man muss bei diesem Verfahren davon ausgeben, dass es bis in die oberste Gerichtsbarkeit geht, weil es um so viel Geld geht.“ Keese sprach von einem Marathonlauf. „Das dauert viele Jahre.“

Die Verlage, neben Axel Springer auch viele mittelständische Pressehäuser, hatten vor kurzem mit einer Kartellklage eine Schlappe vor dem Landgericht Berlin erlitten. Die Richter räumten zwar ein, der US-Konzern habe mit gut 90 Prozent in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschine. Eine Ungleichbehandlung bestimmter Verlage durch Google und damit ein Missbrauch der Marktmacht liege aber nicht vor.

Beim Streit geht es vor allem um das seit 2013 geltende Leistungsschutzrecht. So wollen einige Verlage für die Verwertung ihrer Pressetexte im Internet Geld sehen und an Googles Werbeeinnahmen beteiligt werden. Suchmaschinen wie Marktführer Google wollen aber nicht zahlen. Sie argumentieren, dass sie Nutzer auf die Webseiten der Verlage leiten und den Pressehäusern damit zu Werbeeinnahmen verhelfen.

Das sind die Giganten der Medienwelt
Gute Unterhaltung aus den USA?
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Fernsehsender, Zeitungen, Kinostudios – und zunehmend Online-Dienste: Medien sind ein Milliardengeschäft – im Foto eine Szene aus „The Late Show“ mit David Letterman (rechts) und US-Präsident Barack Obama (links) zu Gast. Auf Basis der Erlöse des Jahres 2014 hat das Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik unter Leitung des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister ein Ranking der 100 größten Medienunternehmen der Welt erstellt. Wir zeigen die Top 10.

Platz 10: Apple
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Erstmals ist Apple in den Top Ten der weltgrößten Medienunternehmen. Möglich macht das eine Änderung der Systematik der Rangliste: Grundlage für die Einordnung in das Ranking waren ausschließlich die Erlöse der Abteilung iTunes, Software & Services, die bei 13,6 Milliarden Euro lagen. Bisher wurde Apple in der Liste nicht berücksichtigt.

Platz 9: Bertelsmann
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Einziges europäisches Medienunterhemen in den Top Ten ist Bertelsmann mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro. Wichtigste Erlösquelle ist die TV-Holding RTL Group. Aber den Konzern zieht es zunehmend in medienfremde Gefilde. So soll das Geschäft mit der Bildung zu einer neuen Unternehmenssäule ausgebaut werden.

Platz 8: Sony
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Mit einem Medienumsatz von 17,8 Milliarden Euro ist Sony abermals das größte nichtamerikanische Medienunternehmen der Welt. Im Gesamtkonzern des japanischen Unterhaltungselektronikriesen, zu dem das Hollywood-Studio Sony Pictures Entertainment, der Musik-Major Sony Music Entertainment sowie eine erfolgreiche Games-Sparte gehört, gewinnen Medienerlöse zunehmend an Gewicht.

Platz 7: Time Warner
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Time Warner, das einst größte Medienunternehmen der Welt, ist das Resultat mehrerer Fusionen. Zu ihm gehören das Hollywoodstudio Warner Bros. (Tom Hardy in Mad Max: Fury Road), das Verlagshaus Time Inc., die Filmproduktion New Line Cinema, der Pay-FV-Sender HBO und die TV-Holding Turner Broadcasting Systems. Das Medienhaus erlöste zuletzt 20,6 Milliarden Euro.

Platz 6: Viacom
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Viacom CBS, das auf einen Umsatz von 20,8 Milliarden Euro kommt, besteht aus zwei börsennotierten Gesellschaften, die beide von der Holding National Amusements Inc. des Firmenpatriarchen Sumner Redstone kontrolliert werden. Zu Viacom gehören die TV-Sender MTV und Nickelodeon sowie das Hollywoodstudio Paramount, zu CBS das Free-TV-Geschäft um das gleichnamige landesweite TV-Network, die TV-Produktion sowie Verlage und Außenwerbung.

Platz 5: DirecTV
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Mit einem Umsatz von 24,3 Milliarden Euro ist DirectTV der führende amerikanische Anbieter für Satelliten-Pay-TV. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T will DirectTV für 48 Milliarden Dollar übernehmen. Dem Deal, gegen den die Video-Onlineplattform Netflix klagt, muss noch die amerikanische Kontrollbehörde FCC zustimmen.

  • rtr
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