Bezahlsender Rupert Murdoch will Comcast mit höherer Offerte für Sky ausstechen

Fox legt im Kampf um den Bezahlsender nach. Das Angebot von Ruperts Murdochs Medienkonzern für Sky ist nun 27,7 Milliarden Euro schwer.
Update: 11.07.2018 - 14:54 Uhr Kommentieren
Der Murdoch-Konzern besitzt bereits 39 Prozent an dem Bezahlsender und bemüht sich schon seit Langem um eine Komplettübernahme. Quelle: dpa
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Der Murdoch-Konzern besitzt bereits 39 Prozent an dem Bezahlsender und bemüht sich schon seit Langem um eine Komplettübernahme.

(Foto: dpa)

LondonRupert Murdochs Medienkonzern 21st Century Fox will dem US-Kabelriesen Comcast den britischen Bezahlsender Sky mit einem höheren Gebot noch vor der Nase wegschnappen. Je Sky-Aktie legt Fox nun 14 britische Pfund in bar auf den Tisch, wie Sky am Mittwoch in London mitteilte.

Damit ist das Angebot den Angaben zufolge nun knapp 24,5 Milliarden Pfund (27,7 Milliarden Euro) schwer. Comcast hatte im April 12,50 Pfund geboten. Der Schritt von Fox war erwartet worden, allerdings war die Höhe des neuen Gebots noch unklar.

Investoren gehen davon aus, dass auch der US-Kabelnetzbetreiber Comcast zurück in den Ring steigt. „Es ist unwahrscheinlich, dass das heutige Gebot von Fox das Endspiel ist, da wir das endgültige Resultat des Sky-Deals bei gut über 15 Pfund pro Aktie sehen“, sagte Michael Wegener vom Hedgefonds Case Equity Partners, der bei Sky investiert ist. Comcast lehnte eine Stellungnahme ab.

Fox versucht bereits seit Dezember 2016, die Bezahlfernsehkette vollständig zu übernehmen. Ein Anteil von 39 Prozent ist schon in Murdochs Hand. Die aufgestockte Offerte liegt nun rund 80 Prozent über dem Kurs von Dezember 2016, bevor Fox das erste Kaufangebot vorlegte. Dies sei wegen der Entwicklung von Sky seit dieser Zeit gerechtfertigt, betonte der Medienkonzern.

Die Gruppe habe etwa die Übertragungsrechte für die Spiele in der englischen Premier League zu einem niedrigeren Preis verlängern können als erwartet. In Europa empfangen rund 23 Millionen Haushalte Sky.

„Es gibt genug Nebenhandlungen in dem Rennen um den Erwerb von Sky, um ein Drama zur Prime-Time zu versprechen“, sagte Analyst George Salmon von Hargreaves Lansdown. Dass Fox mit einer höheren Offerte zurückgeschlagen habe, sei keine Überraschung. Allerdings rechnet auch Salmon damit, dass Comcast noch einmal nachlege, da die gebotene Summe leicht unter den Erwartungen geblieben sei.

Der Bieterkampf um die führende britische Pay-TV-Gruppe ist Teil einer Schlacht um die Vormachtstellung in der weltweiten Unterhaltungsindustrie. Die großen Medienkonzerne versuchen sich zurzeit mit milliardenschweren Übernahmen gegen die Konkurrenz durch Netflix und Amazon in Stellung zu bringen.

Murdoch hatte bereits angekündigt, nach einer Übernahme von Sky den Nachrichtensender Sky News an Disney weiterzureichen, um Bedenken der britischen Aufsichtsbehörden über eine zu große Marktmacht entgegenzutreten. Es wird damit gerechnet, dass die britischen Wettbewerbshüter der Übernahme durch Fox noch in dieser Woche zustimmen.

  • dpa
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