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Bezahlsender Türkischen Fans droht wegen der Lira-Krise ein Fußball-Blackout

Der Pay-TV-Sender Digitürk erwägt den Stopp von Live-Übertragungen der Süper Lig. Der Grund: Der Fußballverband will in US-Dollar bezahlt werden.
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Türkei: Süper-Lig-Fans droht wegen Lira-Krise Fußball-Blackout Quelle: Reuters
Süper-Lig-Spiel zwischen Galatasaray und Besiktas

Fans in dem fußballverrückten Land müssen möglicherweise auf eine Live-Übertragung im Fernsehen verzichten.

(Foto: Reuters)

Istanbul Am 16. August beginnt in der türkischen Süper Lig die neue Saison. Doch unter Umständen müssen die Fans in dem fußballverrückten Land auf eine Live-Übertragung im Fernsehen verzichten. Denn der Privatsender, der die Übertragungsrechte für die Spiele der ersten Liga des Landes hält, hat Probleme mit den Lizenzgebühren – und droht mit einer Absage.

Digitürk hatte 2016 eine Ausschreibung über die Übertragung der Spiele für fünf Jahre gewonnen, von der Saison 2017/2018 bis zur Saison 2021/2022. Der türkische Fußballverband TFF legte dafür damals eine jährliche Lizenzgebühr in Höhe von 500 Millionen US-Dollar fest.

Der Vertrag sieht vor, dass die Hälfte davon in der US-Währung bezahlt werden muss. Eine Hälfte davon ist laut Vertrag zwischen Digitürk und TFF zum aktuellen Lira-Wechselkurs zu entrichten. Die andere Hälfte wird zum Wechselkurs am Tag der Vertragsunterzeichnung vor drei Jahren fällig – allerdings mit einem Inflationsaufschlag.

Doch die türkische Währung hat seit der Vertragsunterzeichnung zum Dollar mehr als ein Drittel an Wert verloren. Lag der Wechselkurs am Tag der Vertragsunterzeichnung vor drei Jahren bei 3,26 Lira pro Dollar, so liegt der Kurs inzwischen bei 5,57 Lira. Auch die Inflation ist stark angestiegen: Im Oktober lag sie bei 25 Prozent, inzwischen ist sie auf 15,7 Prozent gesunken, dieser Wert ist aber immer noch außerordentlich hoch.

Allerdings erhält Digitürk die Abogebühren seiner Kunden weiterhin in Lira. Dadurch hat sich der Vertrag für den Pay-TV-Anbieter binnen zwei Jahren arg verteuert. Der Fußballverband weigert sich jedoch bisher, den Vertrag anzupassen. Wie mehrere türkische Medien berichten, soll Digitürk daher einen kurzfristigen Ausstieg aus der Übertragung der Spiele in Betracht ziehen.

Eine Teilzahlung in Höhe von 125 Millionen Dollar habe Digitürk bereits einbehalten, schreibt die Finanznachrichtenagentur Bloomberg. In türkischen Medien heißt es, der Sender habe 80 Millionen Dollar bisher nicht bezahlt.

Vereine sind hoch verschuldet

Verantwortliche des Senders hätten sich mehr als ein Dutzend Mal mit Funktionären des Fußballverbands getroffen, berichten derweil türkische Medien. „Wir arbeiten an einer Einigung“, erklärte TFF-Präsident Nihat Özdemir am Montag. In Fernsehdebatten werden beinahe rund um die Uhr Sportfunktionäre und Experten interviewt. Sollte Digitürk aussteigen, droht auch den Vereinen ein Engpass.

Denn die haben selbst Geldprobleme, seit die Lira so drastisch an Wert verloren hat. Alleine die Vereine der ersten beiden türkischen Fußball-Ligen sitzen derzeit auf insgesamt 28 Milliarden US-Dollar an Schulden, die sich dem Wertverlust der eigenen Währung künstlich verteuert haben. Fast alle Vereine sind in Gesprächen mit lokalen und internationalen Banken, um die Schulden zu restrukturieren.

Laut Vertrag stehen den Vereinen 80 Prozent der Einnahmen aus dem Lizenzverkauf an Digitürk zu. Sollte der Sender aussteigen, fällt bei den Clubs eine wichtige Einnahmequelle weg. Experten diskutieren darüber, ob die Vereine nicht selbst die Übertragungsrechte vergeben sollten. „Spitzenklubs wie Galatasaray, Fenerbahce oder Besiktas würden dabei besser wegkommen“, ist ein türkischer Fußballkommentator überzeugt.

Andere Experten fordern, der türkische Staatssender TRT solle einsteigen. „TRT erhält sowieso bereits Geld für das Bereitstellen der Infrastruktur“, meint ein Fernsehmoderator. „Dann können sie auch gleich das Bild übertragen.“

Mehr: Bei Sky sollen Arbeitsplätze wegfallen. Im Interview spricht Deutschland-Chef Carsten Schmidt über den Umbau, die Eigenproduktionen und den Wettbewerb um die Fußballrechte.

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