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Bezahlsender Vom Ball aufs Boot – Wie die Zukunft von Sky aussieht

Der Pay-TV-Sender setzt auf neue Zielgruppen und produziert eigene Serien. Im Herbst wird sich zeigen, wie sehr sich Sky um sein Kerngeschäft bemüht.
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Die Sky-Serie spielt in den 20er-Jahren in Berlin. Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
„Babylon Berlin “

Die Sky-Serie spielt in den 20er-Jahren in Berlin.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

München Wer die Zentrale von Sky Deutschland betritt, der sieht schon auf den ersten Blick die Scheinwerfer des TV-Studios. Im Zwischengeschoss über dem Empfang produziert der Bezahlkanal die Nachrichten seines Sportsenders.

Das kreisrunde Hauptquartier ist außergewöhnlich. So wie der moderne Verwaltungsbau, so war auch Sky Deutschland lange etwas ganz Besonderes in der deutschen Medienindustrie. Über Jahre hinweg hielten die Münchener praktisch das Monopol im Pay-TV.

Das hat Sky, das bis vor zehn Jahren Premiere hieß, allerdings nicht wirklich geholfen. Fast immer schrieb die Firma angesichts exorbitant hoher Ausgaben für Sportrechte rote Zahlen. Nur kurz vor dem Börsengang Mitte des vergangenen Jahrzehnts gelang es dem damaligen Chef Georg Kofler, einen Gewinn auszuweisen.

Seit Herbst gehört das Unternehmen nun zu Comcast, einem riesigen US-Kabelkonzern, der im ersten Halbjahr knapp 54 Milliarden Dollar Umsatz (49 Milliarden Euro) und fast sieben Milliarden Dollar Gewinn erzielte.

Die Amerikaner haben den britischen TV-Konzern Sky geschluckt. Sky Deutschland wiederum war bereits seit Mitte des Jahrzehnts Teil von Sky. Comcast veröffentlicht keine Zahlen für die deutsche Tochter. Zuletzt wies die Firma für Deutschland und Österreich gut fünf Millionen Abonnenten aus.

Seine Alleinstellung hat Sky indes längst verloren. Heute ist das Angebot an Bezahlinhalten riesig, vor allem im Internet. Dabei nutzen die Menschen das Netz, um Filme oder Serien zu einer von ihnen gewünschten Zeit anzusehen.

Oft sind es nicht Fernseher, sondern Smartphones und Tablets, auf denen die Videos laufen. Neben den TV-Stationen sind Telefonkonzerne wie die Telekom und Kabelnetzbetreiber in das Geschäft eingestiegen. Zudem treten Internethändler wie Amazon oder rasant expandierende Medienhäuser wie Netflix aus Amerika an.

Heute ist das Angebot an Bezahlinhalten riesig, vor allem im Internet. Quelle: 
Sky Deutschland AG und Sky Deut
Szene aus „Das Boot“

Heute ist das Angebot an Bezahlinhalten riesig, vor allem im Internet.

(Foto:  Sky Deutschland AG und Sky Deut)

Das führt dazu, dass die Verbraucher immer mehr Geld fürs Fernsehen ausgeben. So stiegen die Umsätze im Pay-TV und dem sogenannten Video-on-Demand vergangenes Jahr in Deutschland um 16 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro.

Für 2019 erwartet der Verband Privater Medien (Vaunet) ein weiteres Plus auf vier Milliarden Euro. Die Zahlungsbereitschaft der Menschen und die Nachfrage nach TV-Inhalten steige kontinuierlich, so Vaunet.

Derzeit können die Konsumenten in Deutschland unter 108 Pay-TV-Programmen wählen. Die größten Bezahlplattformen sind Sky Deutschland, Vodafone Giga TV, Unitymedia und Magenta TV. Dieses Jahr drängen Konzerne wie Disney und Apple auf diesen Markt.

Sky hat sich auch angesichts des zunehmenden Wettbewerbs in den vergangenen Jahren gewandelt. Lange waren es insbesondere die Fußballfans, von denen der Medienkonzern lebte. Noch heute ist die Liveberichterstattung der Bundesliga der wohl wichtigste Grund, ein Abonnement abzuschließen.

Neue Zielgruppen mit eigenen Serien anlocken

Mit selbst produzierten Serien wie „Babylon Berlin“ oder „Das Boot“ will Sky inzwischen ein Publikum jenseits der Sportfreunde anlocken und für Frauen attraktiver werden. „Wenn wir wachsen wollen, müssen wir unterschiedliche, vor allem auch neue Zielgruppen ansprechen“, sagte Programmchefin Elke Walthelm im Frühjahr dem Handelsblatt.

Auf Sport verzichten können sie bei Sky natürlich trotzdem nicht. Spannend wird es im Herbst, wenn die Bundesliga ihre Übertragungsrechte neu ausschreibt. Nur einmal in der Geschichte hat der Sender auf die Spiele verzichtet – und geriet daraufhin in massive Turbulenzen. Kaum vorstellbar, dass es Firmenchef Carsten Schmidt noch einmal so weit kommen lässt.

Mehr: Interview mit Sky-Chef Carsten Schmidt – „Wir erfinden uns ein Stück weit neu“

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