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Bilanzskandal Toshiba streicht insgesamt rund 10.000 Stellen

Der Skandal um geschönte Bilanzen belastet Toshiba weiter schwer. Der japanische Technologiekonzern erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen Verlust von mehr als vier Milliarden Euro. Tausende Stellen fallen weg.
21.12.2015 Update: 21.12.2015 - 15:36 Uhr
Der Technologiekonzern rechnet mit massiven Verlusten. Quelle: dpa
Toshiba

Der Technologiekonzern rechnet mit massiven Verlusten.

(Foto: dpa)

Tokio Der von einem Bilanzskandal erschütterte Elektronikkonzern Toshiba streicht angesichts eines anstehenden Rekordverlusts weitere knapp 7000 Arbeitsplätze. Allein im Fernsehgeschäft fielen mit 3700 Stellen rund 80 Prozent der bisherigen Jobs weg, kündigte der japanische Konzern am Montag an. In der PC-Sparte werden 1300 Stellen gekürzt. Der Konzern will sich künftig stärker auf Chip-Produktion und Kernenergie ausrichten. Zusammen mit bereits angekündigten Maßnahmen kappt Toshiba nun insgesamt rund 10.000 seiner noch knapp 200.000 Arbeitsplätze. Auch wegen der Kosten für den Umbau wird im laufenden Geschäftsjahr (per Ende März) ein Verlust von umgerechnet knapp 4,2 Milliarden Euro erwartet.

Der Elektronik-Gigant will künftig deutlich abspecken. Für die Chip-Sparte sei sogar ein Börsengang denkbar, sagte Konzernchef Masashi Muromachi. Teile der Gesundheitssparte Toshiba Medical stünden ebenfalls zur Disposition. Für das Geschäftsfeld seien bereits mehrere Offerten eingegangen. Der Traditionskonzern kündigte gleichzeitig den Verkauf der Produktion von Fernsehern und Waschmaschinen in Indonesien an.

Analysten sagten am Montag indes, aus ihrer Sicht sei es keineswegs sicher, dass Toshiba durch den Umbau zu alter Stärke zurückfinde. Die Halbleitersparte ist zwar profitabel, aber auch hier sinken die Gewinne mit schwächelnden Smartphone-Verkäufen. Gleichzeitig ist das Geschäft mit dem Bau von Atomkraftwerken nach der Atomkatastrophe von Fukushima und der wachsenden Konkurrenz durch russische und chinesische AKW-Bauer schwierig.

Japanische Hersteller von Unterhaltungselektronik mussten in den vergangenen Jahren Marktanteile etwa an Apple und Samsung abgeben. Auch Sony und NEC kündigten in den vergangenen Jahren einen Stellenabbau in vergleichbarer Größe zu Toshiba an.

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    Toshiba ringt zudem mit den Folgen des größten japanischen Bilanzskandals seit Jahren, der im Juli zum Rücktritt des Top-Managements geführt hatte. Seit den ersten Berichten über Bilanzierungsprobleme Anfang April büßten Toshiba-Aktien rund 40 Prozent ein. Allein am Montag brachen die Anteilsscheine fast zehn Prozent ein, nachdem Medien über den anstehenden Rekordverlust in diesem Jahr berichtet hatten.

    • rtr
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