Blackberry Die neue Beraterkarriere

Es geht auch ohne Tasten: Blackberry gründet eine Beratungsgesellschaft. Sie soll Kunden dabei helfen, sich gegen Cyberattacken zu schützen – auch wenn sie keine Geräte des kanadischen Konzerns nutzen.
Die Vergangenheit, aber nicht die Zukunft: Blackberry setzt inzwischen auf Software statt Hardware. Quelle: Reuters
Blackberry-Chef John Chen

Die Vergangenheit, aber nicht die Zukunft: Blackberry setzt inzwischen auf Software statt Hardware.

(Foto: Reuters)

Blackberry ist dafür bekannt, die Handys mit dem Beerenlogo gründlich abzusichern. Doch weil sie trotzdem kaum noch jemand kaufen will, macht der kanadische Konzern aus der Not eine Tugend – und vermarktet sein Wissen über IT-Sicherheit in einer neuen Sparte: Unter dem Namen Professional Cybersecurity Services berät er Firmen und überprüft deren Systeme auf Schwachstellen. „Immer mehr Kunden fragen danach“, sagt Vorstand Marty Beard am Mittwoch auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona. „Das ist eine große Chance für uns.“

Blackberry als Berater: Der Schritt ist Teil einer großen Neuausrichtung. Das Unternehmen konzentriert sich seit dem Amtsantritt von Vorstandschef John Chen auf Software, etwa zur Verwaltung und Absicherung von mobilen Geräten aller Hersteller oder Autos. Die Hardwareherstellung, mit der Blackberry bekannt geworden ist, ist nur noch eines von vier Geschäftsfeldern und steht auf dem Prüfstand: Wenn sie nicht profitabel arbeite, müsse man über einen Ausstieg nachdenken, sagte Chen im vergangenen Herbst. Mindestens fünf Millionen Geräte pro Jahr müsse die Firma verkaufen.

Mit Android zurück in die Spur
Neues Blackberry-Modell Priv
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Der kanadische Hersteller bringt in diesem Monat sein neues Gerät Priv auf den Markt. Das markanteste Merkmal: die Schiebetastatur unter dem 5,4 Zoll großen Display. (Foto: C. Kerkmann)

Android-Roboter mit Schild
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Ungewohnter Anblick: Das Priv nutzt als Betriebssystem Android, zu erkennen am grünen Roboter. Der Hersteller sichert es aber besonders ab, daher der Schild. (Foto: C. Kerkmann)

Gerundetes Display
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Der Bildschirm ist auf beiden Seiten leicht gerundet. Besondere Funktionen sind mit diesem Design nicht verknüpft – es soll einfach gut aussehen. (Foto: C. Kerkmann)

Rückseite mit Glasfasern
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In das Gehäuse sind Glasfasern eingearbeitet, die für Robustheit sorgen sollen. Nebenbei liegt es dadurch gut in der Hand, trotz der Größe des Gerätes. (Foto: C. Kerkmann)

Physische Tastatur
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Es ist das Markenzeichen von Blackberry: Das Priv hat eine echte Tastatur. Sie ist unter dem Bildschirm verborgen und erscheint mit einer Schiebebewegung. (Foto: C. Kerkmann)

Virtuelle Tastatur
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Der große Bildschirm macht es möglich: Nutzer können auch auf der virtuellen Tastatur tippen. Blackberry rüstet sie mit seiner Technik auf, etwa passenden Wortvorschlägen. (Foto: C. Kerkmann)

Blackberry Hub
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Der Hersteller hat seine Kommunikationszentrale Blackberry Hub für Android angepasst. E-Mails und Kurznachrichten werden in einer Übersicht angezeigt. (Foto: C. Kerkmann)

In der neuen Beratungssparte geht die britische Firma Encription Limited auf, die Blackberry für eine nicht bezifferte Summe übernommen hat. Zu ihrer Expertise zählen Penetrationstests, bei denen Hacker mit simulierten Angriffen IT-Systeme auf Schwachstellen überprüfen. Dabei sei sie auf Autos und das Internet der Dinge – also vernetzte Gegenstände – fokussiert. In der neuen Einheit arbeiten mehr als 60 Mitarbeiter.

Die neue Beratungssparte soll Kunden helfen, Bedrohungen zu erkennen, Abwehrstrategien zu entwickeln und Schutzsysteme zu installieren. Zu den finanziellen Erwartungen äußerten sich die Manager nicht, weil die Vorlage der Quartalszahlen kurz bevorsteht. Experten taxieren den Markt für die Beratung in Sachen IT-Sicherheit auf 16,5 Milliarden Dollar pro Jahr.

Hoffnungen setzt Blackberry außerdem auf das Internet der Dinge, also vernetzte Gegenstände – vor allem das Auto rückt der kanadische Konzern dabei in den Mittelpunkt. „Die Zahl der vernetzten Geräte explodiert“, sagte Beard. Die Firmen benötigten Software zur sicheren Verwaltung der Hardware. „Wir nutzen unser Erbe in Sachen Sicherheit“, sagte Beard. Es handelt sich allerdings um ein Feld, in dem die Konkurrenz groß ist, auch Firmen wie VM Ware bieten solche Systeme an.

Neue Geräte stellte das Unternehmen nicht vor. Auf der CES im Januar hatte es angekündigt, in diesem Jahr zwei Produkte auf den Markt zu bringen, beide mit dem Betriebssystem Android.

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