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Blackberry Smartphone-Pionier im Abwärtssog

Seit Jahren steckt der Smartphone-Pionier Blackberry in der Krise. Nun gelingt die Rückkehr in die schwarzen Zahlen – aber nur wegen einer Sonderzahlung. Aufträge und Umsatz brechen währenddessen noch weiter ein.
Update: 23.06.2017 - 18:34 Uhr Kommentieren
Der ehemalige Smartphone-Hersteller kommt trotz schwarzer Zahlen nicht aus der Krise. Quelle: dpa
Blackberry

Der ehemalige Smartphone-Hersteller kommt trotz schwarzer Zahlen nicht aus der Krise.

(Foto: dpa)

Toronto John Chen, Chef des kriselnden Herstellers Blackberry, hat seinem Unternehmen einen radikalen Strategiewechsel verordnet. Dieser entspricht ganz dem Trend, den derzeit die ganze Kommunikations- und Technologieindustrie ergriffen hat. Selbst so erfolgreiche Konzerne wie Apple erschießen inzwischen immer mehr neue Erlösquellen jenseits des kapitalintensiven Geschäfts mit der Hardware, mit Software-Anwendungen aus dem App Store oder mit neuen Angeboten wie Apple Music.

Doch während Apple-Chef Tim Cook inzwischen an einem ausgesprochen erfolgreichen Ökosystem schraubt, will der Wandel bei Blackberry einfach nicht gelingen. Das unterstreichen erneut die aktuellen Quartalsergebnisse, die das kanadische Unternehmen nun vorlegte. Der Umsatz fiel um 40 Prozent von 400 Millionen Dollar auf nun 235 Millionen Dollar. Das bereinigte Ergebnis lag mit 244 Millionen Dollar unter der Erwartung der Analysten – die hatten laut Thomson Reuters mit einem Wert von 264,5 Millionen Dollar gerechnet.

Das sind die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 17: Spotify
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Eines der wertvollsten Start-ups der Welt wird in diesem Jahr wohl die Rangliste verlassen. Der Musikstreaming-Dienst Spotify setzt laut Medienberichten zu seinem seit langem erwarteten Börsengang an. Derzeit wird das Unternehmen aus Schweden mit 8,5 Milliarden Dollar bewertet, ein Börsengang könnte die Bewertung auf bis zu 20 Milliarden steigern. Der Dienst kommt nach eigenen Angaben auf mehr als 60 Millionen zahlende Abo-Kunden und mehr als 140 Millionen Nutzer insgesamt.

Quelle: WSJ Billion Dollar Club, Januar 2017

(Foto: dpa)
Platz 16. Theranos
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Mit nur 19 Jahren gründete Elizabeth Holmes (Bild) im Jahr 2003 die Firma Theranos. Mit einem kleinen Piekser in den Finger sollten innovative Technologien zuverlässige günstige Bluttests liefern. Doch dann wurden immer mehr Probleme mit den Bluttests bekannt. Ergebnisse wurden angezweifelt und letztlich als fehlerhaft zurückgezogen. 2017 konnte Theranos die folgenden Rechtstreite aber beilegen. Die letzte Finanzierungsrunde, die vor dem Skandal stattfand, bewertete das Unternehmen mit 9 Milliarden Dollar.

(Foto: AP)
Platz 15: Stripe
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Die irischen Brüder Patrick (links) und John Collison gründeten 2009 das Start-up Stripe. Die Software-Plattform will Online-Zahlungsabwicklungen erleichtern und verarbeitet jährlich für Unternehmen in 25 Ländern Beträge in Milliardenhöhe. Selbst ist das Jungunternehmen 9,2 Milliarden Dollar wert.

(Foto: Stripe)
Platz 14: DJI
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Frank Wang hat seinen Kindheitstraum wahr gemacht und sogar noch weiterentwickelt: Als er noch klein war, träumte er von einem Modell-Helikopter - als er einen besaß, crashte er ihn schnell. Doch er hielt an seinem Traum fest und gründete 2006 DJI, ein mittlerweile 10 Milliarden Dollar schweres Unternehmen, das Drohnen herstellt und verkauft. Mehr als 6000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für die Chinesen.

(Foto: dpa)
Platz 13: Dropbox
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Wer hat noch keine Dateien per Dropbox verschickt? Das Start-up bietet eine Freigabe- und Speicherlösung von kleinen und großen Dateien. Drew Houston schrieb 2007 den ersten Softwarecode für Dropbox während einer Busfahrt von Boston nach New York. Mittlerweile nutzen über eine halbe Milliarde Menschen weltweit Dropbox. Das Unternehmen ist derzeit 10 Milliarden Dollar wert. Experten erwarten, dass bald ein Börsengang angekündigt wird.

(Foto: Reuters)
Platz 12: Lyft
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Der 2012 gegründete Fahrdienst-Vermittler ist der größte Konkurrent von Platzhirsch Uber. Das Start-up ist in rund 300 US-Städten aktiv. Im Oktober 2017 steckte Google eine Milliarde Dollar in das Unternehmen. Damit stieg die Bewertung von Lyft auf 11,5 Milliarden Dollar. Ein Börsengang wird in diesem Jahr erwartet.

(Foto: AP)
Platz 11: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz Flipkart ist das indische Pendant zu Amazon. Binny Bansal (rechts, mit Microsoft-Chef Satya Nadella) und Sachin Bansal arbeiteten vor der Gründung für den heutigen Konkurrenten Amazon, wollten dann aber eine E-Commerce-Webseite für Inder gründen. Indische Unternehmen investierten bereits drei Milliarden Dollar in das Start-up, das mittlerweile 11,6 Milliarden Dollar wert ist.

(Foto: Reuters)

Der Gewinn lag bei 671 Millionen Dollar und das auch nur dank einer Sonderzahlung des US-Herstellers Qualcomm aus einem Lizenzstreit-Verfahren, das Blackberry für sich entscheiden konnte. Ein Schiedsgericht hatte Blackberry-Chef Chen eine Zahlung in Höhe von 940 Millionen Dollar zugesprochen.

Der Streit mit Qualcomm ging auf einen Deal aus dem Jahr 2010 zurück. Damals verkaufte Blackberry noch viele Smartphones und ging davon aus, dass dies auch so weitergehen werde. Entsprechend erklärte sich die Firma zu festen Zahlungen an Qualcomm für Lizenzen auf Technologien des Chipkonzerns bereit. Doch in den Jahren danach brachen die Verkäufe von Blackberry-Smartphones rapide ein und das Unternehmen setzte sich beim Schiedsgericht mit der Ansicht durch, dass die Zahlungen an Qualcomm überhöht waren.

Blackberry selbst gab sich für den weiteren Geschäftsverlauf zuversichtlich. Der Softwareumsatz dürfte im Gesamtjahr wie bereits angepeilt um zehn bis 15 Prozent zulegen, sagte Konzernchef John Chen. „Das Wachstum kommt wohl eher in der zweiten Jahreshälfte, denke ich.“

Der Aktie half das dennoch nicht. Sie fiel bereits im vorbörslichen Handel um sechs Prozent und stürzte wenige Stunden im Handel weiter auf mehr als 13 Prozent ab. Die Wall Street zweifelt an der Innovationskraft des einst so stolzen Herstellers, der das verlustreiche Geschäft mit den ikonischen Smartphones an den chinesischen Hersteller TCL verkauft hat. Die neuen Geschäftsfelder, in denen Blackberry-Chef Chen reüssieren will, ziehen einfach noch nicht. Zwischen März und Mai hatten die Kanadier kaum mehr als 3000 Aufträge von Kunden erhalten, im Vorjahr waren es noch mehr als 3500 gewesen.

Blackberry will vor allem mit neuen Produkten im Bereich digitale Gesundheit und vernetzte Fahrzeuge punkten. So vertreibt das Unternehmen seit März letzten Jahres eine Radartechnologie, die Transportunternehmen das Flottenmanagment erleichtern soll und gewann einen Vertrag mit Trailer Wizards, einem der großen Lastwagenverleihs der Kanadas. Je vernetztem Fahrzeug berechnet Blackberry zwischen 10 und 20 Dollar pro Monat. Doch auch in dem neuen Geschäft muss sich Blackberry gegen Rivalen behaupten, wie den Telekommunikationsriesen Verizon.

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