Blitzanalyse Netflix wächst schwächer – Aktie stürzt ab

Die Streamingplattform gewinnt neue Zuschauer hinzu – und blieb dennoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Die Aktie reagierte deutlich.
Kommentieren

Erwartungen enttäuscht – „Netflix ist zu schnell nach oben geschossen“

San FranciscoNetflix hat am Montag seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten.

  • Die Plattform gewann insgesamt 5,2 Millionen neue Mitglieder hinzu und wächst damit schwächer als erwartet. Netflix hatte 6,2 Millionen weitere Zuschauer vorausgesagt.
  • Der Umsatz kletterte um 43 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn lag mit 85 Cent pro Aktie bei insgesamt 384 Millionen Dollar. Im vergleichbaren Vorjahresquartal betrug der Erlös 15 Cent pro Aktie bei einem Umsatz von 2,79 Milliarden Dollar.
  • Die Plattform übertraf mit ihrem Gewinn die Erwartungen von Thomson Reuters. Dort hatten Analysten ein Ergebnis von 79 Cent pro Aktie bei einem Umsatz von 3,94 Milliarden Dollar vorausgesagt hatten. Bloomberg hingegen hatte mit einem Gewinn von 92 Cent bei einem Umsatz von 3,94 Milliarden Dollar gerechnet.

Das fällt auf

Die wichtigste Kennzahl für Netflix ist die Zahl der neuen Nutzer. Hier zeigte die Firma Schwächen: Weltweit kamen 4,47 Millionen zahlende Zuschauer hinzu. Analysten hatten mit einer Steigerung um 4,97 Millionen gerechnet. Auch das Ergebnis im amerikanischen Markt lag mit einem Plus von nur 670.000 zahlungsbereiten neuen Mitgliedern unter der durchschnittlichen Erwartung der Analysten (1,19 Millionen).

Die Börsenreaktion

Die Anleger reagierten enttäuscht auf die Zahlen: Im nachbörslichen US-Handel stürzte die Aktie zeitweise um mehr als 14 Prozent ab.

Was jetzt passiert

In den kommenden Monaten wird Gründer Reed Hastings zeigen müssen, dass die steigenden Produktionskosten zu einem entsprechenden Wachstum bei den Nutzerzahlen führen können.

Bereits jetzt häufte Netflix Inhalte-Verpflichtungen in Höhe von 18,4 Milliarden Dollar an. 2018 will das Netzwerk zwischen 7,5 und acht Milliarden Dollar investieren. Die Summe liegt damit noch höher als im vergangenen Jahr, als Netflix 6,3 Milliarden Dollar in eigene Inhalte investierte, mehr als die Konkurrenten HBO (2,5 Milliarden Dollar) und CBS (vier Milliarden Dollar).

Der amerikanische Markt gilt als weitgehend gesättigt, Netflix muss außerhalb der USA neue Mitglieder gewinnen, um weiter zu wachsen. Im Januar 2016 startete Netflix in 130 Ländern gleichzeitig. Inzwischen versorgt die Plattform 130 Millionen Haushalte in 190 Ländern.

Startseite

Mehr zu: Blitzanalyse - Netflix wächst schwächer – Aktie stürzt ab

0 Kommentare zu "Blitzanalyse: Netflix wächst schwächer – Aktie stürzt ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%