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Blitzanalyse Umsatz und Gewinn sinken – Samsung schwächelt auf hohem Niveau

Der Superzyklus bei Speicherchips hilft Südkoreas größtem Konzern im zweiten Quartal über eine Schwäche seines Smartphone-Geschäfts hinweg.
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Galaxy S9 zieht nicht – deswegen schwächelt Samsungs Smartphone-Sparte

TokioSüdkoreas größter Konzern Samsung Electronics verzeichnet nach langer Rekordjagd geringeres Wachstum. Für das zweite Quartal bilanzierte der Apple-Rivale zwar mit 11,4 Milliarden Euro (14,9 Billionen Won) 5,7 Prozent mehr Betriebsgewinn als ein Jahr zuvor. Das lag allerdings am starken Chipgeschäft, das einen Gewinneinbruch bei mobilen Geräten wettmachen konnte.

  • Der Umsatz fiel um 4,1 Prozent auf 44,7 Milliarden Euro.
  • Auch der Reingewinn sank, allerdings nur um 0,1 Prozent auf 8,4 Milliarden Euro. Der Aktienkurs des Unternehmens gab zu Handelsbeginn leicht nach.
  • Samsung versucht die Sorge zu zerstreuen, dass dieses Ergebnis bereits ein Ende der fetten Jahren bedeuten könnte. „Wir erwarten, dass die Gewinne in der zweiten Jahreshälfte wachsen werden“, sagte Samsungs Vizepräsident Robert Yi.

Das fällt positiv auf:

Mit einer Gewinnmarge von mehr als 25 Prozent liegt Samsung noch weit vor zahlreichen Konkurrenten. Die Profitabilität der Koreaner ist damit etwa dreimal höher als die von Sony. Dies hat Samsung allerdings nur seinen Speicherchips zu verdanken, bei denen der Elektronikkonzern unbestrittener Weltmarktführer ist.

Die Nachfrage ist in diesem Markt seit Jahren höher als das Angebot, das treibt die Gewinnmargen fast aller Chiphersteller auf nie dagewesene Höhen. Bei Samsung stieg der Umsatz dieser Sparte im zweiten Quartal um 25 Prozent auf 16,8 Milliarden Euro. Der Gewinn lag 44 Prozent höher bei 8,9 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite dieser Sparte liegt damit bei über 50 Prozent.

Das fällt negativ auf:

Alle anderen Segmente verzeichnen sinkenden Umsatz. Doch während Samsung bei der Unterhaltungselektronik das alte Gewinnniveau zumindest noch halten konnte, brach die Mobilsparte geradezu ein. Neben dem aggressiven Preiskampf fällt außerdem ins Gewicht, dass Samsung mit dem Vertrieb seines neuen Flaggschiffs Galaxy S9 hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Der Umsatz fiel um 22 Prozent unter den Vorjahreswert, der operative Gewinn sogar um 34 Prozent auf nur noch noch 2,1 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite von Samsungs einst wichtigster Sparte fiel damit auf elf Prozent. Damit nimmt der Konzern unter den Smartphoneherstellern von Alphabets Betriebssystem Android zwar noch immer eine Sonderstellung ein – liegt nun jedoch weit hinter Apple und den eigenen Rekorden.

Auch die Displaysparte enttäuscht. Aufgrund des harten Preiskampfes zog die Nachfrage nach flexiblen Displays aus organischen Leuchtdioden (Oleds) für Handys noch nicht wie erhofft an.

Was jetzt passiert:

Samsung setzt weiterhin auf gute Geschäfte. Zum einen solll der Superzyklus bei Speicherchips auf absehbare Zeit weitergehen. Schließlich werden für vernetzte Maschinen, der Verbreitung künstlicher Intelligenz und neuen superschnellen mobilen Netzen der 5. Generation immer mehr Chips benötigt.

Darüber hinaus investiert der Konzern massiv in noch kleinere Chips, um seine Weltmarktführerschaft zu verteidigen. Um künftig weiter zu wachsen, will sich Samsung unter anderem auch auf Anwendungen in der Automobilindustrie konzentrieren. Trotz erhöhten Wettbewerbs sehen die Koreaner hier großes Potential.

Außerdem rechnet Samsung mit mehr Nachfrage nach den flexiblen Oled-Displays. Besonders ab kommenden Jahr erwarten Experten neue Formen wie faltbare Displays. Bei mobilen Endgeräten erwartet Samsung allerdings weiterhin ein schwieriges Umfeld – und will daher den Verkauf seiner großen Note-Version der Galaxy-Reihe vorziehen.

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