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Apple-Chef Tim Cook

Unter dem lange unterschätzten Sohn eines Werftarbeiters avancierte Apple zum Börsenliebling.

(Foto: Reuters)

Börsenbewertung Apple knackt als erster US-Konzern die Billionen-Dollar-Marke

Nie zuvor hat ein US-Konzern einen so hohen Börsenwert erreicht. Das ist vor allem Apple-CEO Tim Cook zu verdanken.
Update: 02.08.2018 - 22:40 Uhr 1 Kommentar

San FranciscoEine Billion Dollar: eine Eins mit zwölf Nullen. Eine Summe knapp dreimal so hoch wie die Ausgaben des deutschen Bundeshaushalts. Eine Summe, von der sich 263-mal das One World Trade Center errichten oder 2.247 Airbus A380-800 kaufen ließen.

Erstmals in der Wirtschaftsgeschichte hat ein US-Unternehmen diesen Börsenwert erreicht: Am Dienstag begeisterte der Tech-Gigant die Märkte bereits mit guten Geschäftszahlen. Am Donnerstag knackte das Unternehmen dann die historische Marke.

Bis zum Börsenschluss an der Wall Street konnte die Apple-Aktie 2,92 Prozent zulegen und ging damit als Spitzenreiter im Dow-Jones-Index aus dem Handel. Der Kurs stieg auf 207,39 Dollar – 35 Cent mehr, als es für die Billion benötigt hätte.

Das Unternehmen ist nun etwa so hoch bewertet wie die 15 größten deutschen Firmen im Dax zusammen. SAP kommt dort auf etwa 122 Milliarden Euro und Siemens auf rund 100 Milliarden. Apples US-Wettbewerber Amazon (876 Milliarden Dollar), die Google-Mutter Alphabet (853 Milliarden) und Microsoft (812 Milliarden) sind von der Billion noch ein Stück entfernt.

Grund für den neuerlichen Kursanstieg ist das stark gelaufene zweite Quartal des Unternehmens: 11,2 Milliarden Dollar Gewinn, das iPhone als Ergebnisstütze und das Servicegeschäft als Wachstumstreiber – damit ist Apple zum Superstar der Märkte geworden. Vor 20 Jahren sah das noch anders aus.

1997: Apple vor der Pleite

In den Frühjahrstagen des Jahres 1997 stand Apple kurz vor dem Aus. Der Macintosh verkaufte sich nicht. Die Kunden waren nicht bereit, mehr für einen Computer zu zahlen, der lediglich ein bisschen bedienerfreundlicher daherkam als ein Windows-Rechner von Microsoft.

Apples Glaubwürdigkeit an der Wall Street sei „beschädigt“, urteilte der amerikanische Nachrichtenkanal CNN am 13. März 1997. „Apple läuft die Zeit davon.“ Apple kündigte an, zwischen 2.000 und 6.000 der 11.000 Mitarbeiter zu entlassen.

Vom Nischenanbieter zum Trendsetter

21 Jahre später versetzt Apple die Aktionäre in Euphorie. Der Nischenanbieter der 80er- und 90er-Jahre, den Steve Jobs und Steve Wozniak am 1. April 1976 in einer Garage in Los Altos gegründet haben, ist heute das wertvollste Unternehmen der Welt.

Den Billionen-Rekord verdankt Apple seinem Gründer Steve Jobs, der in den Krisentagen des Frühjahrs 1997 zurück ins Unternehmen kam. Jobs, der drei Jahre lang nur als „Interims-CEO“ (kurz: „iCEO“) agierte. Jobs, der 2011, als er kurz vor seinem Tod aus gesundheitlichen Gründen sein Unternehmen verlassen musste, zum „iGod“ aufgestiegen war.

Unter Jobs’ Führung stieg Apple zu einem Unternehmen auf, das mit Erfindungen wie dem iPod und dem iPhone immer wieder das Leben von Millionen Menschen veränderte. Doch erst unter Nachfolger Tim Cook, dem lange unterschätzten Sohn eines Werftarbeiters aus Robertsdale, Alabama, avancierte Apple zum größten Börsenstar der US-Geschichte.

Die Aktie des iPhone-Herstellers legte alleine in den vergangenen zwölf Monaten um über 30 Prozent zu. Die Beliebtheit bei den Aktionären beruht darauf, dass der Apple-Chef mit der Tradition seines Vorgängers bricht.

Aktionäre profitieren von Aktienrückkäufen

Nach dem drohenden Bankrott der 90er-Jahre hortete Apple das Geld. Unter Cook, der 2011 von Jobs übernahm, flossen finanzielle Mittel an die Investoren zurück. Der Apple-Chef hatte im Mai angekündigt, Aktien für 100 Milliarden Dollar zurückkaufen zu wollen. Zuvor hatte der iPhone-Riese seit 2012 für 200 Milliarden Dollar eigene Aktien zurückgekauft.

„Rekordmarke geknackt! Apple sorgt für Euphorie“

Apple gab im Mai zudem eine Dividendenerhöhung um 16 Prozent bekannt. Bereits im Dezember letzten Jahres hatte Cook angekündigt, die Geldreserven drastisch zu reduzieren, gar „cash neutral“ zu werden. Die Ansage beflügelte die Erwartungen der Wall Street.

Wohin mit dem Geld?

Apples Geldreserven belaufen sich nach dem abgelaufenen Quartal auf 261 Milliarden Dollar. Selbst abzüglich der Schulden bleiben weit über 100 Milliarden Dollar, die Cook entweder investieren oder an die Aktionäre auszahlen könnte. Diese Aussichten versetzten die Wall Street seit Wochen in Euphorie. Nach einer Berechnung des Finanzdaten- und Softwareunternehmens Factset sprach ein Drittel der 42 Apple-Analysten eine Kaufempfehlung für die Papiere des iPhone-Herstellers aus.

Nach wie vor hängt Apples Erfolg stark von den iPhone-Verkäufen ab. Sie stagnierten zwar im abgelaufenen Quartal. Die Umsätze aus dem Smartphone-Geschäft legten dennoch zu, weil es Apple gelingt, mehr Umsatz pro Gerät zu erzielen.

Der durchschnittliche Preis kletterte auf 724 Dollar, in den vergangenen zwei Jahren vor dem Launch des iPhone X lag der Wert nur bei 645 und 652 Dollar. Damit gelingt Apple unter Cook, worum Steve Jobs nach seiner Rückkehr zu Apple verbissen kämpfte: die Kunden zu überzeugen, für Apple-Magie einen Aufpreis zu zahlen.

Von der Strategie profitiert der Konzern bis heute. Vor der Einführung des iMac sahen die Menschen in einem Computer vor allem ein Arbeitsgerät, einen grauen Kasten, an dem die Nerds aus dem IT-Department hantierten. Jobs schuf Maschinen mit Persönlichkeit. „Think different“ lautete der Apple-Slogan.

Die iMacs, die Jobs mit dem britischen Designer Jony Ive erfand, Computer mit kunterbuntem, kugeligem Design, avancierten zum Gefährten, der seinem Besitzer dank eingebautem Griff überallhin folgte. Heute übernehmen dies iPhone, iPad und Apple Watch. 1998 schrieb Apple wieder schwarze Zahlen. Die Wende war geschafft.

Perfektioniertes Design und einfache Bedienung

Apple verkaufte das Versprechen von perfektem Design und magischer, einfacher Bedienung. Das iPhone X entsperrt sich per Augenaufschlag, der iPod, den Jobs am 23. Oktober 2001 vorstellte, machte die Plattensammlung überall verfügbar.

Schon der erste iPod war teuer, Apple verlangte 400 Dollar das Stück, die meisten Player kosteten damals knapp 150 Dollar. Doch die Apple-Fans griffen zu. Mit dem ersten iPhone von 2007 führte Apple die bewährte Strategie fort.

Der Durchschnittspreis pro Gerät lag stets über Marktniveau – heute ist das mehr denn je der Fall. Inzwischen erlöst der Konzern das Gros aller Konzernumsätze mit den Smartphones. Ihr Anteil am gesamten Konzernumsatz beläuft sich auf 56 Prozent. Zudem trägt das Smartphone entscheidend zum Servicegeschäft bei, das 17,9 Prozent zum Umsatz beiträgt: So abonnieren die Kunden über das iPhone Dienste wie Apple Music oder den Speicherdienst iCloud.

Das iPhone verhalf Apple zu seinem einzigartigen Aufstieg, aber der Erfolg hat das Unternehmen auch angreifbar gemacht. Ein neues Superprodukt ist vorerst nicht in Sicht.

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1 Kommentar zu "Börsenbewertung: Apple knackt als erster US-Konzern die Billionen-Dollar-Marke"

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  • Als anfangs der 90iger die ersten mobilen Autotelefone und später Mobiltelefone mit SMS Aufkamen, war noch längst nicht alle Welt in Euphorie und nur Visionäre investierten ihr Geld in diese riskante Abnabelung von der Festnetztelefonie. Mit dem Smartphone dann wurde die Kommunikation nochmals revolutioniert und heute könnte man bereits weltweit von einer Sucht nach Smartphones sprechen, jeder Mensch möchte sich Vernetzen und dabei sein. Insofern ist dieser Erfolg dem menschlichen Streben nach Kollektivem Miteinander und Wettstreit um die ersten Plätze in der Gesellschaft zu verdanken. Die revolutionärste Entdeckung für die Menscheit des 21.Jahrhunderts wird jedoch die Energienutzung von Neutrino-Energy sein. Es strömen Billliarden Neutrinos Tag und Nacht weltweit, die wir seit neuestem Wissen (Physik Nobelpreis bereits 2015) in Energie wandeln können - für die mobile " dezentrale Haushaltsenergie und die Elektromobilität. Bei dieser Technologie braucht es keine Grosskraftwerke und demzufolge keine Speicher mehr. Auch materialaufwendige Akkus und Batterien werden durch kleine Power-Cubes Neutrino-Chips ersetzt. Für die Smartphones weltweit wird es ein Must-Have sich durch Neutrino-Energy selbständig 24/7 Aufzuladen. Ein Grosses Umdenken in Politik und Wirtschaft, wie etwa in den 80iger Jahren steht an. Damals hiess es weg von Festnetztelefonie zur Mobilen Telekommunikation oder die Verbreitung von News anstelle mit Drucksachen über das Internet " Social Media. Heute bietet die Berliner Neutrino Group und ihr wissenschaftliches Team mit ihren internationalen Partnern Lizenzen aus internationaler Forschung für die Nutzung von Neutrino-Energy. Auch mit einem ersten Kleinfahrzeug PI, das mit unendlicher Reichweite, quasi "aus der Luft betanken" würde, angetrieben von Tag und Nacht milliardenfach strömenden Neutrinos, welche Energie abgeben, kann ein Meilenstein gesetzt werden. Apple & co. sollten rechtzeitig Einsteigen - das neue Smartphone braucht Neutrino-Energy!

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