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Börsenwert Fünf Gründe, warum Microsoft wieder wertvoller ist als Apple

Microsoft ist seit Freitag wieder das Unternehmen mit dem weltweit höchsten Börsenwert. Für viele ist das überraschend – doch für diese Entwicklung gibt es Gründe.
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Der Microsoft-Chef ist an der Börsenspitze angelangt. Quelle: AP
Satya Nadella

Der Microsoft-Chef ist an der Börsenspitze angelangt.

(Foto: AP)

San Francisco Microsoft – vor zehn Jahren noch der totgesagte „Digital-Opa“ – ist erstmals seit 2000 wieder die Nummer eins an den Weltbörsen. Zum Börsenschluss lag Microsofts Börsenwert am Freitag bei 851,2 Milliarden Dollar. Apple kommt nach einem kräftigen Kursrutsch nur noch auf 847,4 Milliarden Dollar und ist damit nun die Nummer zwei an den Märkten. Für die Wachablösung gibt es fünf Gründe.

1. Trump droht mit Strafzöllen auf iPhones
Apple hat schlechte Karten in China: US-Präsident Donald Trump hat in einem Zeitungsinterview vor dem anstehenden G20-Gipfel mit Strafzöllen auf aus China importierte Laptops und Smartphones gedroht. Das wäre ein direkter, massiver und anhaltender Schlag gegen Apples dort produziertes iPhone.

Microsoft wäre indirekt von solchen Maßnahmen betroffen. Zuvor hatte Apple im Quartalsbericht bereits ein eher mäßiges Weihnachtsgeschäft 2018 vorausgesagt. Der Apple-Kurs ist über 20 Prozent vom Hoch entfernt.

2. Der Smartphonemarkt ist gesättigt
Apples Umsatz kommt zu fast 60 Prozent aus dem iPhone-Sektor. Doch der Absatz stagniert seit Jahren und die gesamte Branche schwächelt. Umsatzsteigerungen bei iPhones gab es zuletzt nur noch mithilfe kräftiger Preissteigerungen für Modelle mit Verbesserungen im Detail.

Die Angst, Apple könnte den Preisbogen überspannt haben, lastet auf dem Aktienkurs. Berichte von iPhone-Zulieferern legen nahe, dass die Verkäufe der aktuellen iPhone-Generation unter den Erwartungen liegen. Die Zulieferer klagen über weniger Aufträge und Produktionsdrosselungen bei einem „großen Kunden“. Jeder ahnt, wer das sein könnte – und zwar Apple. Microsoft hat sein Lehrgeld bezahlt und ist in diesem Bereich nicht mehr aktiv.

3. „Cloud first“ ist Microsofts stärkstes Ass im Ärmel
Mit seinem Amtsantritt im Jahr 2014 hat Microsofts Vorstandschef Satya Nadella folgende Parole ausgegeben: „Cloud first“ statt „Windows first“. Hinter Amazons AWS mit 32 Prozent Marktanteil ist Microsofts Cloud-Plattform Azure mit 17 Prozent heute die Nummer zwei im schnell wachsenden Cloud-Computingmarkt für Unternehmen und Behörden, der laut Gartner 2020 weltweit bei insgesamt 411 Milliarden Dollar Umsatz liegen wird. Google ist mit acht Prozent die Nummer drei – Apple spielt keine Rolle.

4. Microsoft ist sehr breit aufgestellt
Vorbei sind die Zeiten, als ein schrumpfender PC-Markt die größte Sorge bei Microsoft in Redmond war. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2019 wuchs sogar der Bereich „More Personal Computing“ um 15 Prozent. Hier sind Gaming und auch Windows für Privatkunden beheimatet.

„Produktivität und Business“ wuchs um 19 Prozent. Die „Intelligent Cloud“ legte um 24 Prozent zu. Innerhalb dieses Bereichs wuchs „Dynamics 365“, Geschäftsplanung und Künstliche Intelligenz in der Cloud, um 51 Prozent, Azure (die eigentliche Cloud-Plattform) um 76 Prozent. Der Zukauf LinkedIn, das führende soziale Netzwerk für Karriereplanung und Business, wuchs um 33 Prozent.

Hinzu kommt die Milliardenakquisition Github: Github ist nicht mehr nur eine Plattform für freie Software (Open Source), sondern hat sich zu einem „LinkedIn für Software-Entwickler“ weiterentwickelt. Mit einer Verbindung von LinkedIn und Github wäre Microsoft das uneinholbare Powerhaus für Karriere und Rekrutierung von Software-Entwicklern – dem am stärksten wachsenden Arbeitsmarkt der Welt. Microsoft hat sich ein breites Feld neuer Ertragsfelder erschlossen.

5. Die temporäre Schwäche von Amazon
Vor nicht allzu langer Zeit war Amazon die Nummer zwei der weltgrößten Unternehmen hinter Apple und hatte auch schon die Billionen-Dollar-Grenze in der Bewertung passiert. Doch wie bei Apple hat die Warnung vor einem eher ruhigen Weihnachtsquartal zu einem kräftigen Kurssturz geführt. Jetzt ist Amazon Nummer drei.

Nach einem starken Cyber Monday mit Rekordumsätzen im Onlinehandel hat der Kurs jedoch zuletzt kräftig zugelegt und die Cloud-Tochter AWS wächst, wie auch die von Microsoft, ungebremst weiter. Die neue Rangordnung an der Börse könnte bald lauten: Microsoft ringt mit Amazon um Platz eins und Apple wird auf Platz drei durchgereicht, wenn der Reigen der negativen Nachrichten nicht durchbrochen wird.

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