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Bosch baut Chipfabrik in Dresden „Die größte Einzelinvestition in der Geschichte von Bosch“

Bosch baut für rund eine Milliarde Euro eine neue Chipfabrik in Sachsen. „Silicon Saxony“ setzte sich dafür gegen internationale Konkurrenz durch. Die Chipproduktion will Bosch komplett in eigener Hand behalten.
19.06.2017 Update: 19.06.2017 - 12:43 Uhr Kommentieren
Der deutsche Technologiekonzern baut für rund eine Milliarde Euro ein neues Werk in Dresden. Quelle: dpa - picture alliance
Bosch-Halbleiterfabrik in Reutlingen

Der deutsche Technologiekonzern baut für rund eine Milliarde Euro ein neues Werk in Dresden.

(Foto: dpa - picture alliance)

Berlin Der Technologiekonzern Bosch steckt eine Rekordsumme in den Bau einer neuen Halbleiterfabrik in Dresden. Die Investition belaufe sich auf eine Milliarde Euro, teilte das Unternehmen am Montag in Berlin mit. „Die neue Fertigung für Halbleiter ist die größte Einzelinvestition in der mehr als 130-jährigen Geschichte von Bosch“, erklärte Unternehmenschef Volkmar Denner.

Der Bund will bis zu 200 Millionen Euro dazugeben. Auch der Freistaat Sachsen beteiligt sich, weshalb die Gesamtinvestition auf bis zu 1,3 Milliarden Euro steigen kann. Bis zu 700 Arbeitsplätze sollen entstehen. Der Baubeginn soll spätestens Anfang 2018 erfolgen, der Produktionsstart ist für 2021 geplant.

Der Chip-Bedarf des weltgrößten Autozulieferers steigt mit dem wachsenden Bedarf an Technik für vernetzte Fahrzeuge oder Alltagsgegenstände. Bosch betreibt bereits eine Chipfabrik in Reutlingen und ist einer der weltgrößten Anbieter von Sensoren, die Bewegung, Druck oder Temperatur erkennen. Der Konzern entwickelt als Zulieferer auch Technologie für selbstfahrende Fahrzeuge.

„Wichtig für uns ist, dass wir Halbleiter selbst machen“, sagte Bosch-Geschäftsführer Dirk Hoheisel, der sein Unternehmen als weltweite Nummer fünf im Bereich der Automotive-Halbleiter sieht. Bosch investiere in eigene Halbleiter, „weil wir glauben, dass wir uns damit differenzieren können“. Andere Unternehmen wie zum Beispiel Apple entwickeln zwar auch eigene Chips, aber lassen sie dann von Auftragsfertigern herstellen.

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Standort erkennen

    Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Entscheidung. „Dass diese Produktion nun am Mikroelektronik-Cluster Dresden aufgebaut wird, ist ein starkes Signal für den Industriestandort Deutschland, zugleich auch für Europa“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. „Die Halbleitertechnik ist Schlüsseltechnologie für das Internet der Dinge und für vernetzte Mobilität. Europa muss Vorreiter in diesem innovativen Feld sein.“

    Ähnlich äußerte sich Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig: „Wir brauchen Schlüsseltechnologien hier in Deutschland“. Das sei eine Voraussetzung für mehr Datensicherheit. „Cybersecurity ist nicht nur eine Frage von Software, sondern auch von Hardware“, sagte Machnig. Beide Elemente müssten miteinander abgestimmt werden. Auch deshalb beteilige sich der Bund an der Finanzierung. Machnig geht davon aus, dass die EU-Kommission dem zustimmen wird. „Ich gehe fest davon aus, dass das gelingen wird“, sagte er.

    Dresden hat sich in einem internationalen Standortwettbewerb gegen zahlreiche Konkurrenten durchgesetzt. „Uns ist ein Riesencoup gelungen“, sagte Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. „Der Wirtschaftsstandort Dresden bietet uns für den Ausbau unserer Halbleiterkompetenz gute Voraussetzungen“, begründete Hoheisel die Entscheidung. Er mache sich keine Sorgen, genügend Fachkräfte zu finden.

    Sachsen hat als „Silicon Saxony“ viele Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen angelockt. Hersteller, Dienstleister und Hochschulen sind im Verein „Silicon Saxony“ zusammengeschlossen. Nach dessen Angaben beschäftigen die 320 Mitgliedsunternehmen rund 20.000 Mitarbeiter. Zu den größten Chipherstellern vor Ort gehören Infineon, Globalfoundries und die niederländische NXP.

    • rtr
    • dpa
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