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„Bright" mit Will Smith Netflix greift die Kinos an

Netflix hat bereits das Seriengeschäft auf den Kopf gestellt. Mit dem neuen Film „Bright“ mit Will Smith wollen die Kalifornier beweisen, dass Blockbuster auch abseits der Leinwand zünden. Ein Angriff auf die Kinowelt.
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Netflix wird 2018 mehr als 80 Streifen auf den Bildschirm bringen. Quelle: AFP
Hauptdarsteller Will Smith bei der Premiere von „Bright“

Netflix wird 2018 mehr als 80 Streifen auf den Bildschirm bringen.

(Foto: AFP)

San FranciscoDie Werbekampagne für „Bright“, dem neuen Film von Will Smith, hat alles, was für einen Hollywood-Blockbuster dazugehört – von einem Panel bei der Nerd-Messe Comic Con bis hin zu einer glamourösen Premiere wie bei Smiths „Independence Day“ vor 21 Jahren.

Im Gegensatz zu anderen Filmen, die in diesen Tagen anlaufen, ist „Bright“ allerdings nicht in Kinos auf der ganzen Welt zu sehen, sondern ab heute nur bei Netflix. Die Firma, deren Ursprünge auf den Versand von Leih-DVDs zurückgehen, versucht nun, das Filmgeschäft so auf den Kopf zu stellen, wie es dies einst mit dem Fernsehen getan hatte. Sie will beweisen, dass man für den neuesten Blockbuster nicht ins Kino gehen muss.

Ein Warnschuss für Studios und Kinobesitzer. Quelle: AP
Szene aus „Bright“

Ein Warnschuss für Studios und Kinobesitzer.

(Foto: AP)

„Bright“ ist der erste Versuch des Unternehmens, eine Hollywood-Produktion mit großem Budget und großem Star zu realisieren. Der Film von David Ayer, der auch „Suicide Squad“ gedreht hat, ist es ein Warnschuss für Studios und Kinobesitzer. Netflix hat es auf einen großen Teil der 38,6 Milliarden US-Dollar schweren weltweiten Kinoeinnahmen abgesehen hat. Um das Engagement zu unterstreichen, wurde bereits eine Fortsetzung bestellt und Smith dafür unter Vertrag genommen.

„Es ist aufregend, mit etwas an vorderster Front zu sein, das sich wie die Zukunft anfühlt“, sagt Bryan Unkeless, einer der Produzenten des Films, in den Netflix-Büros in Hollywood. Dort betreibt das Unternehmen auch Test-„Wohnzimmer“, um zu sehen, wie es sich anfühlt, die Produktionen daheim anzusehen.

In den letzten fünf Jahren hatte sich Netflix von einer Bibliothek von Wiederholungen zu einem der größten Produzenten von Unterhaltung entwickelt. Das in Los Gatos, Kalifornien, ansässige Unternehmen wird im nächsten Jahr bis zu 8 Milliarden Dollar für Programme ausgeben – mehr als ein Viertel davon für eigene Produktionen.

Netflix macht dies, indem das Unternehmen einige der besten Autoren Hollywoods einstellt, darunter Jenji Kohan, den Schöpfer von „Orange Is the New Black“ und Shonda Rhimes. Der Ansatz hat sowohl aus Kritiker-Sicht als auch kommerziell funktioniert. Netflix erhielt die zweitmeisten Emmy-Auszeichnungen unter TV-Netzwerken in diesem Jahr und hat im Jahresverlauf bis September mehr als 15 Millionen neue Kunden gewonnen.

Kinos sind das nächste Kampfgebiet. Das Unternehmen wird 2018 mehr als 80 Streifen auf den Bildschirm bringen, aufbauend auf den rund 50 in diesem Jahr. Die meisten sind zwar billige Dramen und Komödien. Aber eine Handvoll, wie das 90 Millionen Dollar schwere Projekt „Bright“, sind Filme, die normalerweise von einem großen Studio veröffentlicht werden. „Was Sie in Ihrem Wohnzimmer tun können, ist so gut wie das, was Sie in einem Kino oder bei jedem anderen Seh-Erlebnis bekommen“, sagt Smith.

Solche Aussagen bringen die Kinoketten auf, von denen viele sich weigern, Netflix-Filme auszustrahlen. Die Marktführer AMC Entertainment Holdings und die Regal Entertainment Group wollen, dass das Unternehmen Filme zunächst in Kinos veröffentlicht, bevor sie online erscheinen. Dies würde Kinos die Exklusivität geben, die sie bei den großen Hollywood-Studios genießen.

Das sind die beliebtesten Streamingdienste der Deutschen
Die großen Anbieter
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Amazon Prime oder Netflix sind wohl mit die bekanntesten Anbieter von Video-on-Demand (VoD, Video auf Abruf). Und die entwickeln sich prächtig – zeigt eine Erhebung des Online-Portals „Netzsieger“. Machten die Anbieter 2016 einen Umsatz von 801 Millionen Euro, soll der 2017 noch einmal weiter wachsen: Auf bis zu 945 Millionen Euro. Wer davon am meisten profitiert.

Quelle: Netzsieger

(Foto: dpa)
Platz 9: Select Video
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Das Video-on-Demand-Angebot der Vodafone-Tochter Kabel Deutschland liegt auf einem geteilten neunten Platz im Ranking. Der Zugang zum Dienst ist speziell auf Kunden von Vodafone Kabel Deutschland zugeschnitten, die kriegen den Zugang zum Portal bei Vertragsabschluss gratis oben drauf. Ähnlich wie beim ungleich erfolgreicheren Amazon Prime gibt es in der digitalen Videothek dann sowohl kostenfreie als auch -pflichtige Angebote. Bisher schafft es der Netzanbieter aber nur auf zwei Prozent Marktanteil.

(Foto: Reuters)
Platz 9: Unitymedia
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Auch den anderen neunten Platz nimmt ein Kabelnetzbetreiber ein. VoD-Optionen bietet Unitymedia dabei sowohl über die Unitymedia Videothek, als auch über Kooperationen mit dem Pay-TV-Sender Sky und der Video-Plattform Maxdome an. Der Marktanteil: Ebenfalls zwei Prozent.

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Platz 7: Watchever
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Gute Kritiken, ein breites Offline-Programm, Werbung bei „Bild“ und mit Til Schweiger: All das konnte Watchever, dem VoD-Dienst des größten französischen Medienkonzerns Vivendi, nicht retten. Ende 2016 wurde der hoch-defizitäre Dienst, der nur auf drei Prozent Marktanteil kam, eingestellt. Auch zu den angekündigten Eigenproduktionen für das Portal kam es nie.

(Foto: obs)
Platz 7: Videoload
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Ebenfalls auf gerade einmal drei Prozent Marktanteil kommt Videoload – dabei ist das wenig bekannte Portal immerhin das VoD-Angebot der Deutschen Telekom. Das exklusiv in Deutschland verfügbare Angebot arbeitet anders als viele Konkurrenten ohne Abo-Funktion, stattdessen können über das Portal Serien und Filme geliehen oder gekauft werden.

(Foto: dpa)
Platz 6: iTunes
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iTunes gehört mit rund acht Prozent Marktanteil zu den beliebtesten VoD-Anbietern Deutschlands – der Apple-Dienst landet damit auf Platz sechs. Auf der Plattform können Filme sowohl gekauft, als auch ausgeliehen werden. Auch Serien bietet iTunes seinen Nutzern an.

(Foto: dpa)
Platz 5: Google Play
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Auch Tech-Gigant Alphabet bietet eine eigene Plattform für Medieninhalte: Mit zehn Prozent Marktanteil landet der Google-Dienst auf Platz 5. Zu den Verlierern des Erfolgs der Anbieter von Video-on-Demand gehören vor allem Deutschlands Videotheken: Laut Netzsieger gab es hierzulande 2016 gerade einmal noch 933 Videotheken. Auch die Kinobesucher würden weniger: So reduzierte sich die Zahl der verkauften Kinotickets von 2003 bis 2016 um 32 Millionen.

(Foto: Reuters)

Der Widerstand spiegelt ein sich in der Krise befindliches Geschäftsfeld wider. Die Sommer-Kino-Einnahmen in Nordamerika sanken zum ersten Mal seit 2006 unter 4 Milliarden Dollar. Um den Abschwung zu bekämpfen, fusionieren Kino-Ketten. Sie investieren in neue Ess- und Sitzoptionen sowie in Virtual-Reality-Erlebnisse, um Kinos von den heimischen vier Wänden abzuheben.

Viele Produzenten, selbst diejenigen auf den höchsten Ebenen, werden sich indes wohl freuen, mit Netflix zu arbeiten – angesichts der großen Kassen des Unternehmens, des Finanzierungsansatzes und der Bereitschaft, kreative Freiheiten zu gewähren.

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