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Briten wollen Endemol und Fremantle die Marktführerschaft abjagen TV-Produzent Granada kämpft um die Führung in Europa

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Granada ist die Produktionstochter des seit Februar dieses Jahres börsennotierten britischen Fernsehkonzerns ITV, der aus der Fusion der beiden Medienunternehmen Granada und Carlton hervor ging. Zuletzt setzte der Fernsehproduzent, der Filmrechte in 140 Länder verkauft, 359 Mill. £ (538 Mill. Euro) mit seinen Fernsehproduktionen außerhalb des ITV-Senderverbundes um.

Granada strotzt derzeit vor Selbstbewusstsein. „Wir haben durch unsere dezentrale Struktur mit Studios in Großbritannien, den USA und Australien ein Maximum an Kreativität, wie wir auch mit der Reality-Show ,Ich bin ein Star’ gezeigt haben“, sagt Shaps. Doch noch steht die Internationalisierung am Anfang. „Das Geschäft mit dem Mutterkonzern dominiert das Geschäft“, kritisiert ein Insider. „Wir haben eine starke Position auf dem britischen Markt. Unser Haus steht auf festen Fundamenten“, sagt dagegen Shaps. Mit der seit Jahrzehnten laufenden „Coronation Street“ – Vorbild für die ARD-Serie „Lindenstraße“ – produziert Granada die erfolgreichste Serie Europas. Mit ITV erzielte Granada im vergangenen Jahr Umsatzerlöse von 353 Mill. £. Deshalb müsse Shaps alles daran setzen, im Ausland zu wachsen, heißt es in Unternehmenskreisen.

„Durch den Kurs von Granada kommt Dynamik in die Produktionsbranche“, prognostiziert der langjährige Programmeinkäufer Ludwig Bauer, seit kurzem Fernsehvorstand beim Kölner Videoclipsender Viva. Bisher dominiert der zum Medienriesen Bertelsmann gehörende Produktionskonzern Fremantle und das zum spanischen Telekomkonzern Telefonica gehörende niederländische Unternehmen Endemol den TV-Rechtemarkt in Europa. Leicht wird es für Granada nicht werden. „Fremantle und Endemol sind in Europa gut aufgestellt“, sagt Bauer, der lange Jahre Fernsehvorstand bei Pro Sieben Sat 1 war.

Wegen der schlechten Werbekonjunktur steht der TV-Rechtemarkt unter Druck. Bei Fremantle, Tochter des TV-Konzerns RTL Group, stagnierten 2003 die Umsätze bei 819 Mill. Euro. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen ging im vergangenen Jahr sogar um 19 % auf 68 Mill. Euro zurück. Endemol konnte hingegen der weltweiten Krise – vor allem wegen der guten Geschäfte in Großbritannien und in den USA – trotzen. Der Umsatz des Marktführers stieg auf 914 Mill. Euro, der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf 165 Mill. Euro. Nur der Umsatz der deutschen Tochter stagniert bei rund 90 Mill. Euro. Telefonica will dennoch den viel zu teuer eingekauften TV-Produzenten am liebsten wieder verkaufen. Noch aber fehlen die Käufer.

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