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Buchverlag Bertelsmann erhält Zuschlag für US-Verlag von Stephen King

Der Medienkonzern Bertelsmann baut sein Buchgeschäft aus. In den USA übernehmen die Gütersloher die ViacomCBS-Verlagstochter Simon & Schuster.
25.11.2020 Update: 25.11.2020 - 15:08 Uhr Kommentieren
Der US-Verlag des Bestsellerautors gehört künftig zu Bertelsmann. Quelle: dpa
Stephen King

Der US-Verlag des Bestsellerautors gehört künftig zu Bertelsmann.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Zurück zu den Wurzeln: Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann kauft den US-Buchverlag Simon & Schuster für 2,175 Milliarden Dollar. Damit stärkt Bertelsmann seine Buchtochter Penguin Random House. Die Wurzeln des Familienunternehmens gehen auf das Jahr 1835 zurück – damals als protestantisches Verlagshaus gegründet.

Bisheriger Eigentümer von Simon & Schuster ist seit 2006 der US-Medienkonzern CBS Corporation, der seit 2019 unter ViacomCBS firmiert. Bertelsmann will den Verlag zu 100 Prozent erwerben und den Kaufpreis in bar aus vorhandenen liquiden Finanzmitteln bezahlen. Die Transaktion soll Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Der Kauf steht unter dem Vorbehalt der regulatorischen Genehmigungen.

„Heute ist ein großer Tag für uns“, sagte Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, am Mittwoch dem Handelsblatt. „Diese Akquisition schafft enormen Mehrwert für unser Unternehmen.“ Der Kauf von Simon & Schuster erfüllt nach seinen Vorstellungen drei Ziele.

Erstens will Bertelsmann damit sein Inhaltegeschäft ausbauen. Zweitens will das Unternehmen durch die E-Book- und Hörbuchumsätze die Digitalgeschäfte stärken. Und drittens stellt Simon & Schuster mit einem US-Anteil von 85 Prozent einen verbesserten Zugang zum amerikanischen Markt dar.

Simon & Schuster soll als eigene Verlagseinheit unter dem Dach von Penguin Random House weitergeführt werden. „Penguin Random House gibt seinen 320 Verlagen in aller Welt ein Maximum an kreativer und unternehmerischer Freiheit. Dies gilt natürlich auch für unsere neuen Kolleginnen und Kollegen von Simon & Schuster“, sagte Markus Dohle, CEO von Penguin Random House, am Mittwoch.

Diese Autonomie unterstrich ebenfalls Konzernchef Rabe. Das sei schließlich auch 1986 und 1998 bei den Übernahmen von Doubleday beziehungsweise Random House so gewesen, genauso wie 2013 beim Zusammenschluss von Penguin und Random House.

Management unverändert

Das Management von Simon & Schuster soll zunächst unverändert bleiben: Jonathan Karp, President und CEO von Simon & Schuster, und Dennis Eulau, COO und CFO, werden weiterhin an der Spitze des Verlags stehen.

Das 1924 gegründete Traditionshaus Simon & Schuster beschäftigt weltweit rund 1500 Menschen und erwirtschaftete im Jahr 2019 einen Umsatz von 814 Millionen Dollar. Es steht für Meilensteine in der Buchgeschichte, so etwa für die Gründung des ersten Taschenbuchverlags der USA im Jahre 1935. Simon & Schuster hat Autoren wie Hillary Clinton, John Irving und Stephen King im Programm.

Penguin Random House dagegen ist eine der stärksten Unternehmenssparten von Bertelsmann. Das Familienunternehmen hat acht Bereiche, darunter die RTL Group, den Dienstleister Arvato und das Verlagshaus Gruner + Jahr. Penguin Random House erzielt mit rund 10.000 Mitarbeitern einen Umsatz von zuletzt 3,6 Milliarden Euro. Zu den bekanntesten Autoren gehören Barack und Michelle Obama.

„Das Buchgeschäft ist für Bertelsmann identitätsstiftend seit Gründung des C. Bertelsmann Verlags vor mehr als 185 Jahren und hat bis heute nichts von seiner Attraktivität verloren“, sagte CEO Rabe. Bertelsmann investiert konzernweit pro Jahr rund sechs Milliarden Euro in Inhalte.

Im April hat Bertelsmann die restlichen 25 Prozent an Penguin Random House vom britischen Verlag Pearson übernommen. Schon damals hatte Rabe Zukäufe signalisiert: „Wir werden dafür sorgen, dass unser Buchgeschäft auch künftig organisch wie akquisitorisch wachsen kann.“

Rabe erwartet keine kartellrechtlichen Bedenken

Kartellrechtliche Bedenken wegen Simon & Schuster versucht Rabe bisher zu entkräften. Wettbewerbshüter würden meist ernsthafte Zweifel bei einem gemeinsamen Marktanteil von mehr als 40 Prozent äußern, sagte Rabe. Vieles hänge aber von der Abgrenzung der Märkte ab. Wenn man den Markt ganzheitlich betrachte und hier auch die Stärke des Onlinehändlers Amazon, sei das kein Hindernis.

Für Bertelsmann ist die Buchsparte ein wichtiger Lieferant für die 2019 gegründete Content Alliance. In dem konzernweiten Verbund werden Inhalte der Mediengruppe RTL, des Verlagshauses Gruner + Jahr oder auch der Musiktochter BMG gemeinsam geplant. Jüngster Coup war die Vermarktung der Biografie „Ein verheißenes Land“ von Barack Obama, die vorige Woche startete.

Rabe sprach am Mittwoch von einem „starken Start“: Das Buch habe sich bereits zwei Millionen Mal verkauft. Das Buch „Becoming“ von der früheren First Lady der USA, Michelle Obama, wurde zu einem der größten Bestseller der vergangenen Jahre. Es wurde 15 Millionen Mal verkauft.

Bertelsmann und seine Fernsehtochter RTL Group spüren derzeit wie alle Medienunternehmen die Folgen der Coronakrise. Rabe hatte jüngst betont: „Die Zahlen im dritten Quartal zeigen einen deutlichen Aufwärtstrend und stimmen uns zuversichtlich für das wichtige vierte Quartal.“ Zwischen Juli und September sei der Bertelsmann-Umsatz organisch um rund 1,6 Prozent gewachsen. Dennoch sanken die Erlöse in den ersten neun Monaten insgesamt um 6,3 Prozent auf zwölf Milliarden Euro.

Mehr: Bertelsmann-Tochter BMG steigt ins Geschäft mit Live-Events ein

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