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Carlos Moedas „Europa hat die Chance, wieder in Führung zu gehen“

Der EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation erwartet eine neue Hochphase der Grundlagenforschung und hält Europa dabei für weltweit führend.
18.03.2019 - 17:58 Uhr Kommentieren
„Man muss den Entwicklern die nötige Freiheit lassen.“ Quelle: AFP
Carlos Moedas

„Man muss den Entwicklern die nötige Freiheit lassen.“

(Foto: AFP)

Hamburg Herr Moedas, Europa klagt über zu wenig eigene digitale Champions. Viele europäische Tech-Firmen gehen in den USA an die Börse. Wie kommt das?
Der wichtigste Grund war die fehlende Kapitalmarktunion in Europa. Das war ein großes Problem. Junge Tech-Unternehmen hingen von Krediten der Banken ab. Das führte dazu, dass sie in die USA gegangen sind, wenn sie wachsen wollten. Dort gibt es jede Menge Private Equity. Wir haben in der EU-Kommission in den vergangenen fünf Jahren Venture-Capital in Europa gefördert.

Wie genau?
Wir haben einen Fonds für Risikokapital aufgelegt und ihn mit 400 Millionen Euro an öffentlichen Geldern bestückt. Dann haben wir private Unternehmen aufgefordert, das mit ihrem Kapital zu ergänzen, um so bis zum Jahresende die Summe von Risikokapital für Start-ups um zwei Milliarden Euro zu steigern. Das wäre doppelt so viel, wie sie bisher an privaten Geldern zur Verfügung hatten.

Europa war bislang gut in der Grundlagenforschung, aber schlecht darin, Geschäftsmodelle zu entwickeln. Wieso?
Dazu muss man einen Blick auf die Phasen des Internets werfen. In der ersten Phase wurde die Infrastruktur gebaut, und europäische Unternehmen wie Nokia oder Siemens waren führend. In der zweiten Phase wurden Dienstleistungen darauf angeboten, und es entstanden Unternehmen wie Google, Facebook oder Amazon – und Europa wurde von den USA abgehängt. Nun sind wir in der dritten Phase, und da geht es wieder stärker um Grundlagenforschung: Künstliche Intelligenz, Blockchain- oder Quantum-Technologie. Die weltweit besten Forscher dafür sitzen in Europa. Deshalb ist das eine Chance für uns, wieder in Führung zu gehen. Aber wir müssen helfen, die Brücke von der Forschung zu Geschäftsmodellen zu schlagen.

Wie soll das funktionieren?
Wir haben den Europäischen Innovationsrat auf den Weg gebracht. Er soll Innovationen erleichtern und mehr disruptive Innovationen fördern, die bisher in Europa fehlten.

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    Was genau meinen Sie damit?
    Innovationen, die etwas ganz anderes schaffen – neue Märkte und neue Jobs. Dafür muss man den Entwicklern die nötige Freiheit lassen. Öffentliche Gelder in Europa waren bisher meist daran gebunden, dass Wissenschaftler in bestimmten Bereichen forschen sollten. Das wollten wir ändern – und mehr interdisziplinäre Forschung fördern.

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